26. Februar 2019 > "Das schaff ich mit links..!?

"Das schaff ich mit links..!" ist ein allgemein bekannter Spruch, der ausdrücken soll, dass man etwas besonders gut kann, eben auch mit der ungeübten linken Hand. Soweit so gut. Nun sitze ich am Compi und versuche den Spruch der aktuell realen Situation anzupssen, effektiv nur die linke Hand als Arbeitsgerät zur Verfügung zu haben. Die drei Tage auf den Skis vor meinem ersten Heliflug waren in jeder Hinsicht toll. Nun ist Geduld gefragt bis ich die schwere Kamera wieder stemmen kann. 

Als Nachlese zu meinem Ausflug vom 7. Februar auf die Gemmi habe ich nun auch ein paar Föteli der Alpenbraunelle hochgeladen.

> Link Alpenbraunelle 

14. Februar 2019 > Not easy, dieser quirlige Mariskenrohrsänger

Nach Terekwasserläufer und Schachwürger im 2018 ist seit ein paar Wochen ein Mariskenrohrsänger in der Grangette der Star der Fotografen- und Orniszene. Der Tag war zu schön um ihn hinter dem Compi zu verbringen. Also wollte ich, zusammen mit Paul Hürlimann, mein Glück am Genfersee ebenfalls mal testen.

Glück, Geduld und die bis zuletzt aufmerksamen Augen von Paul brachten letztlich die erhofften Pics. Für einen ganz kurzen Moment zeigte sich der Vogel bei unserem Eintreffen, um sich dann, einfach so, für zweieinhalb Stunden unsichtbar zu machen. Buchstäblich "fünf vor zwölf" entdeckte ihn Paul am andern Ufer des Grand Canal, wo er sich hüpfend, flatternd und flink durch das Schilfgewirr bewegte, bevor er wie erhofft, den Schilfsaum auf unserer Seite anflog und uns doch noch mit einer Fotosession beglückte. Wow, was für eine tolle Show!

Ich kann mich, obschon dies Jahrzehnte zurückliegt, noch gut an meine erste Beobachtung eines Mariskenrohrsängers in der Schweiz erinnern. Anfangs der 60-er Jahre, genau genommen 1963, weilte ich mit zwei Jugendfreunden eine Woche auf einem Campingplatz am Sempachersee. Der älteste von uns drei Jungornis war 18 geworden und hatte sich bei der Vogelwarte für die Beringerprüfung angemeldet.

Der Bescheid kam schnell, es sei gut, wir müssten aber vor der Prüfung im kleinen Vogelwartereservat ein paar Tage Vögel fangen und beringen. Gesagt getan. Am Bahnhof Sempach Station mieteten wir ein Velo, auf dem wir zwischen Reservat und Vogelwarte hin- und her pendelten. Einer trat auf dem Fahrrad in die Pedale, der zweite sass vorne auf der Lenkstange und der dritte hinten auf dem Gepäckträger. Am Verbindungsrohr des Rahmens baumelten jeweils die Stoffsäckchen mit den Fänglingen.

Auf einer dieser Fahrten transportierten wir in einem der Säckchen ein ganz spezielles Vögelchen. Schilfrohr- oder Mariskenrohrsänger war die erste Diagnose. In der Vogelwarte ging es dann ans Bestimmen. Wir waren uns eigentlich schlüssig, die Handschwingenprojektion und andere Merkmale deuteten auf Mariskenrohrsänger. Um ganz sicher zu gehen, suchten wir eine Bestätigung durch eine Fachperson der Vogelwarte. Dass kurz darauf Professor U. Gutz von Blotzheim seinen Kopf rein streckte war Zufall. Sein pragmatischer Befund: Mariskenrohrsänger mit abweichender Handschwingenprojektion. Das traurige Ende ist schnell erzählt. Der Vogel starb für die Wissenschaft in einer Ovo-Büchse. Wir fuhren ins Reservat zurück und zogen für den Rest des Tages die Netze auf Halbmast...

07. Februar 2019 > Projekt Schneesperling..

Schneesperlinge sind ausgesprochene Hochgebirgsvögel und deshalb nicht einfach vor die Linse zu bekommen. Im  Winter sind die Möglichkeiten schon wesentlich besser, wenn die Vögel die Nähe zu touristischen Einrichtungen suchen. Die Gemmmi, oberhalb Leukerbad ist ein bekannter Platz um Bartgeier beobachten und fotografieren zu können. Ein easy Trip. Mit der Bahn gehts hoch, dann noch 100m weiterlaufen bis zum Grat östlich der Bergstation und die "Exkursion" ist bereits zu Ende. Dann ein Plätzchen zwischen den andern Fotografen suchen und warten.. Ich gehe davon aus, dass im Februar kaum ein Tag vergeht, ohne dass Fotografen an diesem Ort auf den Bartgeier-Topshot warten.

Mein bisher einziger Besuch dieses Hotspots war im 2014 und bezüglich Bartgeier ein voller Erfolg. Mit tollen Eindrücken und einer gefüllten Speicherkarte bin ich damals nach Hause zurückgekehrt. 

> Link Bartgeier

Der Wetterbericht versprach am vergangenen Dienstag einen Sonnentag in den Bergen. Warum nicht wieder mal auf die Gemmi? Dabei dachte ich nicht primär an Bartgeier, meine Zielart waren Schneesperlinge. Fazit des Tages: Schneesperlinge top, Bartgeier flop!

> Link Schneesperling Vogelwarte

04. Februar 2019 > Reiherenten; treue Wintergäste..

Die kleine Seebucht beim Yachtclub Thun ist der beliebteste Ruheplatz für überwinternde Tauchenten im unteren Seebecken. Enten zu fotografieren scheint auf den ersten Blick easy zu sein. Würde man jedenfalls meinen, wenn man den oder die Vögel einfach mal abbilden will. Aber oft fehlt der Aufnahme das Besondere. Aufnahmen, aus liegender Position des Fotografen, in flachem Winkel über den Wasserspiegel geknipst, sind ein bevorzugtes Stilmittel für attraktive Aufnahmen von Wassergeflügel. Würde gerne solche Aufnahmen machen, wenn sich da meine Glieder nicht dagegen sträuben würden.. :-(

> Link Reiherente Vogelwarte

01. Februar 2019 > Der Spatzenjäger..

Dichtgedrängt und aufgeplustert sitzen sie im Buchsstrauch des Gartens. Die Haussperlinge der nahen Umgebung haben sich wieder ihr Futterplätzchen gesichert. Ein paar Meter trennen sie von meiner Futterstelle. Der erste fliegt hinab, der zweite folgt sogleich, die andern wagen es auch.

Aber aufgepasst; lieber fliegt der ganze Trupp sofort wieder in Deckung, wenn einer von ihnen Gefahr ausgemacht hat. Lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig heisst die offensichtliche Devise. Es sind die Quartierkatzen, die die Futterstelle zum interessantesten Ort der Siedlung erkoren haben. In solchen Momenten haben die Spatzen die volle Unterstützung unseres Hundes Skip der sich jaulend in den Garten stürzt und auf der Katzenjagd seinen Genen freien Lauf lässt. Da ist aber auch noch ein anderer Feind des Spatzenvölkchens, einer der schnell und überraschend aus der Luft angreift. Fast täglich lässt sich ein Sperber im Quartier beobachten. Auf seinen Suchflügen hat er Kleinvögel im Visier. Als gewandter Jäger kurft er um Häuserecken, um dann zuzuschlagen. Längst nicht jeder Versuch verläuft erfolgreich und (zu) oft beendet eine grosse Glasscheibe die Jagd.