21. April 2020 > Warum ist die Banane krumm..?

Was soll denn dieser Blog-Titel? Der Fokus liegt auf dem "Warum?" Ein altbekannter Spruch, den man Kindern als letzten Ausweg anbieten kann, wenn sie Erwachsene mit nicht nachlassenden Warum-Fragen Löcher in das Nervenkostüm bohren. Dieser Spruch ist mir in den Sinn gekommen, als ich dieses Schwanzmeisenpaar fotografieren wollte.

Warum hatte eine der Meisen einen so stark verformten Schwanz? Warum? Was war die Ursache? Da ich den (falschen) Eindruck hatte, die Vögel seien noch mit dem Nestbau beschäftigt, konnte ich mir nicht vorstellen, dass das Rein- und Rausschlüpfen in das entstehende Kunstnest aus Moos und Flechten, diese Krümmung der Schwanzfedern verursacht haben könnte.

Die Lösung des Rätsels war dann aber schnell gefunden. Die beiden Meisen waren offensichtlich am Füttern von Jungen. Der Vogel mit den verformten Schwanzfedern, es musste das Weibchen sein, hatte also ca. 14 Tage im Nest die Eier bebrütet und wurde während dieser Zeit vom Männchen mit Futter versorgt. Warum ist die Banane krumm..? :-)

> Link Schwanzmeise Wikipedia

09. April 2020 > Sumpfhuhn zum Zweiten..

Das Kleine Sumpfhuhn im Gwattlischenmoos hat mich, nach dem Fotoglück vom 30. März, in den vergangenen Wochen noch mehrmals beschäftigt. Dabei bestand der Hauptteil der Beschäftigung primär aus Warten und Hoffen, aber gleichzeitig auch aus Geniessen und Abschalten. An 5 Tagen bin ich zwischen 2 - 6 Stunden angesessen. Resultat: 1 x habe ich die amselgrosse Kleinralle bei meiner Ankunft für einen flüchtigen Moment im Schilf hinter dem Beobachtungsturm verschwinden sehen. Nach ca. 3/4 Stunden zeigte sie sich nochmals ganz kurz im lockeren Röhricht vor dem Turm, verschwand unter der Holzplattform mit dem Boot und liess sich den ganzen Tag nicht mehr blicken. Die spannende Herausforderung übertraf die fotografische Ausbeute um Längen. Ich gab mich zufrieden, legte das Thema Sumpfhuhn ad acta. Gut möglich, resp. sehr wahrscheinlich ist der Vogel inzwischen ostwärts, Richtung Russland weiter gezogen. 

> Link Kleines Sumpfhuhn

Womit ich aber nicht gerechnet hatte, das Thema Sumpfhuhn war noch nicht vom Tisch. Ein Telefonanruf von Urs Buri* brachte erneut Spannung auf. Kleines Hühnchen, scheu, flink, kurzflüglig, kein Rot am kurzen Schnabel sichtbar, leider immer nur kurz gesehen..usw. Die Diskussion um das dafür und dagegen war eröffnet. Kein Rot an der Schnabelwurzel? Allenfalls sogar Zwergsumpfhuhn? Wow, das wäre eine Hammerbeobachtung! 

Wir bleiben in Kontakt. Urs Buri sieht den Vogel praktisch bei jedem seiner Kontrollbesuche, ich versuche es ebenfalls mehrmals, leider immer ohne Erfolg! Inzwischen hat Urs seinen Eindruck von fehlendem Rot an der Schnabelwurzel revidieren müssen, das Zwergsumpfhuhn fällt damit ausser Betracht. Somit bleiben noch das Kleine Sumpfhuhn und das Tüpfelsumpfhuhn als mögliche Geheimnisträger. Die Idee von Urs bringt letztlich die Gewissheit. Sein Bruder, Jürg Buri montiert eine Wildtierkamera und siehe da, noch am gleichen Tag wird das Hühnchen innerhalb einer Viertelstunde mehrmals fotografiert. Die Belegfotos zeigen ein Tüpfelsumpfhuhn. 

* Urs Buri habe ich im vergangenen Jahr erstmals im Kanderdelta getroffen. Mein Dank geht an Urs und Jürg Buri für das Engagement, die Info und die Aufnahmen! Für alle Beteiligten ein spannendes Erlebnis. :-)

> Link Vogelwarte Tüpfelsumpfhuhn

Tüpfelsumpfhuhn, Gwatt, 9. April 2020 Foto Jürg Buri
Tüpfelsumpfhuhn, Gwatt, 9. April 2020 Foto Jürg Buri
Tüpfelsumpfhuhn, Gwatt, 9. April 2020 Foto Jürg Buri
Tüpfelsumpfhuhn, Gwatt, 9. April 2020 Foto Jürg Buri

05. April 2020 > Im Revier einer Heckenbraunelle..

Am Rande eines Hochmoors finden wir die gesuchte Ruhe und Einsamkeit. Eine sonnenbeschienene Holzbank vor einer Alphütte lädt zum Verweilen ein. Es ist Sonntag, wir sind zu dritt, resp. zu viert wenn man unseren Hund Skip einbezieht. Und ob man ihn mitzählen muss! Nora hat die Schleppleine mitgenommen, balgt und rennt mit dem Vierbeiner um die Wette. Susanne hat es sich mit einem Buch gemütlich gemacht und ich habe mich, samt Fotoausrüstung, an den Rand des Hochmoores verschoben. Eine weiche, trockene Seggenbülte als Sitzgelegenheit und ein Birkenstamm als Rückenlehne wird für die nächste Stunde meine Warte sein. Mal beobachten und horchen was sich in der Umgebung tut. Den Gesang einer Heckenbraunelle hatte ich schon bei unserer Ankunft vernommen. Ich entschliesse mich, die Zeit und Aufmerksamkeit diesem mausfarbenen Vögelchen zu widmen. Unsere ersten Kontakte sind noch verhalten vorsichtig. Aus dem Unterholz, im Halbschatten versteckt, beobachtet sie mich, flieht anfänglich sofort ins Fichtendickicht, wenn ich die Kamera hebe, taucht aber nach kurzer Zeit immer wieder auf. Erstaunlich, wie schnell sie sich an meine Anwesenheit gewöhnt. Gesang, Nahrungssuche, Beobachtung, Gefiederpflege, sie führt vor, ich halte fest.

> Link Vogelwarte Heckenbraunelle 

> Link Heckenbraunelle