27. September 2020 > Nein zum missratenen Jagdgesetz..!

 

Am 27. September stimmen wir u.a. über die Änderung des Jagdgesetzes ab. Das Thema Wolf beherrscht die Diskussion. Dabei geht es um viel mehr als um den Wolf. Was mal in den Vorentwürfen auch von den Naturschutzorganisationen als gut befunden wurde, ist in der Vernehmlassung im Parlament von einem Schutzgesetz zum Abschussgesetz mutiert. 

Dass zum Beispiel bedrohte Arten wie Alpenschneehuhn, Birkhuhn und Waldschnepfe in einigen Kantonen weiterhin bejagt werden können kann nur als Schande bezeichnet werden. Deshalb müssen wir Birder am 27. September unbedingt an die Urne! Jede Stimme zählt!

> Link Pro Natura

> Birdlife Schweiz

> Jagdgesetz-nein.ch

14. September 2020 > Herbstzug im Gürbetal, Teil 4..

Sie sind nicht zu überhören, die Kontaktrufe der Schafstelzen. Die zierlich eleganten Vögel gehören zum jährlichen Herbstzug im Gürbetal. Fotogene Vögel, die es dem Fotografen aber nicht immer ganz einfach machen, insbesondere wenn sie im Weidegras versteckt nach Nahrung suchen. Deshalb ist es für mich immer eine Freude, ein paar gelungene Aufnahmen nach Hause zu bringen.

> Link Schafstelze

> Link Schafstelze Vogelwarte

09. September 2020 > Herbstzug im Gürbetal, Teil 3..

Ich wusste aus Erfahrung der letzten Jahre, Buntbrachen sind Wundertüten. Also blieb ich die nächsten zwei Stunden am selben Ort, wartete und beobachtete was sich in der Brache tat. Den Fuchs der dem nahen Maisfeld entlang schlich, ab und zu den "Mäusesprung" zeigte, aber offenbar ohne Erfolg weiter zog, liess ich photographisch unbehelligt, zu weit weg. Normalerweise ist das die übliche Situation, die Fotoobjekte sind meistens eher zu weit weg. Bei dem Vögelchen mit dem verwaschenen blauen Latz, das überraschend, direkt vor mir in der Brache nach Nahrung suchte, war es genau umgekehrt, eigentlich zu nah mit montiertem 2 x Konverter. Ich musste mich entscheiden; Konverter weg gleich Vogel weg? Ich entschied mich für den "Spatz in der Hand" und drückte ein paar Mal ab, bevor das Blaukehlchen etwas weiter weg für einen kurzen Moment eine erhöhte Warte bezog, mich neugierig beäugte und dann die Photosession beendete und Richtung Maisfeld von dannen flog. Wow!

09. September 2020 > Herbstzug im Gürbetal, Teil 2..

Ich muss mich korrigieren, denn oh Wunder, habe ich doch noch eine Brache im Gürbetal gefunden! Da musste ich mich unbedingt, mit dem Morgenlicht im Rücken, in meinem fahrbaren "Hide" einfach mal hinstellen und beobachten. Und es lohnte sich! Vergleichbar mit einer Oase in der Wüste, wo sich die erschöpften Saharaüberflieger Nahrung und Wasser erhoffen, zählte ich schnell mal ein Dutzend Braunkehlchen. Geschätzt waren es sicher gegen zwanzig Individuen dieses zierlichen Bodenbrüters, dessen Brutbestand sich seit Jahren nur noch nach unten bewegt. Noch war die Brache voll behangen mit glitzernden Tautropfen, Fluginsekten rar, also suchten sich die Braunkehlchen Nahrung im Pflanzenbereich, z. B. kleine Raupen zum Frühstück.

> Link Braunkehlchen Vogelwarte

2. September 2020 > Herbstzug im Gürbetal, Teil 1..

Meine erste Pirschfahrt des Spätsommers galt dem Gürbetal. Der Herbstzug bringt oft überraschende Beobachtungen, auch wenn in der öden Agrarlandschaft kaum noch naturnahe Flecken zu finden sind. Und doch, irgendwo müssen die ziehenden Vögel zwischendurch Nahrung aufnehmen, da wird das feuchtschattige Maisfeld fast zum "Naturschutzgebiet.“ Keine einzige, nicht eine einzige Buntbrache ist dieses Jahr im ganzen Gürbetal zu finden. Selbst die Böschungen der kanalisierten Gräben sind säuberlich gemäht, getrimmt auf den Sauberkeitsanspruch unserer Zeit.

Und doch! Ich halte an, warte ab, suche die Uebergänge zwischen Maisfeld und angrenzendem Ackerland ab, Geduld ist gefragt. Da, da sitzt er plötzlich vor mir, der junge Neuntöter, mal auf einem Maiskolben, mal sonst wo auf einer Warte, beobachtet er die nahe Umgebung, fliegt ab und zu hinab auf den Boden; Nahrung ist gefragt! Ich halte an, schaue ihm zu und frage mich, wo er den Winter verbringen wird.