Nachlese Juli - August 2020 > Neuntöter..

Am 6. Juli war ich nochmals bei den Neuntötern und hoffte, leider ohne Erfolg, junge Neuntöter fotografieren zu können. Also hiess das, nochmals hin, neuer Versuch. Und tatsächlich zeigten sich zwei Jungvögel, schon ziemlich mobil, meistens im Innern von Buschgruppen versteckt und deshalb umso schwieriger zu fotografieren. Ein Geduldsspiel mit mehr oder weniger befriedigendem Resultat. 

10. August 2020 > Sie warten auf die Nachtschicht..

Frische Gewöllballen am Boden verraten ihre Anwesenheit. Ich suche das Dachgebälk der Scheune nach den Verursachern ab, dabei müssen sich meine Augen aber zuerst an die Dunkelheit gewöhnen. In der dunkelsten Ecke des Gebäudes, im Winkel zweier Dachbalken, direkt unter den roten Ziegeln leuchtet etwas Helles. Ein Blick durch das Fernglas bestätigt meine Vermutung. Nicht eine, sondern erfreulicherweise zwei Schleiereulen beobachten den unerwünschten Eindringling. Die Augen sind nur in einem schmalen Spalt sichtbar. Hier verbringen die beiden den Tag, bis mit der Abenddämmerung wieder die Nachtjagd beginnt.

Ich habe das Stativ Zuhause gelassen, versuche deshalb freihändig ein paar Aufnahmen zu machen. Blitzen kommt nicht in Frage. Mit Offenblende 2.8 und einer Verschlussgeschwindigkeit von 1/60 Sekunde bringe ich die ISO auf 800 - 1250 runter. Wackelig abgestützt auf einem Heuwender drücke ich auf Serie, in der Hoffnung, dass mindestens eine Aufnahme brauchbar sein wird. Die Quali ist nicht berauschend, aber ganz passabel.. :-)

> Link Schleiereule Vogelwarte

> Link Schleiereule

23. Juli 2020 > Flugshow am Schafberg..

In den Monaten Juni / Juli lassen sich im Gebiet Boltigen / Jaun fast auf Nummer Sicher Gänsegeier beobachten. Nicht immer hat man aber das Glück, diese Vögel nah beobachten zu können, gestern hats wieder mal geklappt. Right Time, Right Place..! Einfach grandios! 

Während sich der erhoffte Mönchsgeier einfach nicht präsentieren wollte, machte doch noch ein anderer Geier seine kurze Aufwartung. Mit einem Fussknochen in den Fängen stieg er von der Walop Richtung Schafberg auf und verschwand hinter diesem. Die Distanz ermöglichte nur Belegfotos. Das spannendste an der Beobachtung war aber der Knochen.

> Link Bartgeier

> Link Gänsegeier

22. Juli 2020 > Draufhalten bis die Arme erlahmen..

Flugaufnahmen machen immer wieder Spass und Flussseeschwalben sind besonders attraktive Uebungsobjekte! Kamera und Objektiv stemmen wird schnell mal zu anstrengender Arbeit. :-) 

12. Juli 2020 > Purpur zum zweiten..

Neben der Hauptattraktion Purpurhuhn, war ein anderer Purpur-Träger im Creux de Terre anwesend und ein Einblick in ein Nest mit zwei Jungvögeln dieser aparten Reiherart war ein weiteres Highlight dieses Ausfluges.

11. Juli 2020 > Purpur.. Das tönt verlockend!

Was mich betrifft, es gibt sie noch, die weissen Flecken auf der Landkarte der Schweiz. Eigentlich noch viele, wenn ich mir das so vor Augen halte. Oder waren Sie schon mal in Chavornay? Das Dorf liegt direkt an der Autobahn Bern - Yverdon - Lausanne. Kurz vor Chavornay befindet sich das Naturschutzgebiet Réserve Naturelle Creux de Terre, einer dieser weissen Flecken in meiner Birder-Map. Mein Hauptinteresse galt einem Vogel, den ich vor vielen Jahren in Andalusien zum ersten Mal gesehen hatte und dem ich letzten Herbst in Namibia begegnet bin.

Die Meldung, dass seit Ende Juni im Creux de Terre ein Purpurhuhn zu beobachten sei, hat mich nicht ganz gleichgültig gelassen. Soll ich (auch) oder soll ich nicht? Die Tage gingen vorbei, die Meldungen über Swiss Bird Alert klingelten aber weiter auf dem iPhone.. Also, entscheide dich mal! 

Nicht dass ich ein Fotoshooting mit Portrait erwartete, sicher nicht. Ich hoffte nur darauf, den attraktiven Vogel zu sehen, vielleicht ein paar Belegaufnahmen machen zu können und ein unbekanntes Gebiet kennen zu lernen.

Es hat sich in allen Teilen gelohnt, das Huhn hat mir und etlichen Mitbeobachter*innen die Aufwartung gemacht, zwar auf weite Distanz, aber doch gut sichtbar, um sich dann schnell wieder in die Binsen davonzuschleichen. Uebrigens, das kleine helle Pünktchen in der Header-Aufnahme ist ein Purpurreiher und dort hinten hat sich das Purpurhuhn gezeigt. Ich staune immer wieder, was die heutige Fototechnik möglich macht.. :-)

> Link Purpurhuhn Vogelwarte

Purpurhuhn Namibia Herbst 2019
Purpurhuhn Namibia Herbst 2019

06. Juli 2020 > Familie Mandarin..

In den letzten Wochen habe ich meine Zeit intensiv dem Neuntöter gewidmet. Wie so oft, kann man trotz grossem Aufwand nicht alle erhofften Pics nach Hause tragen. Ein schöner Abschluss wären z.B. flügge Junge die von den Altvögeln gefütttert werden. Bis jetzt haben sich meine diesbezüglichen Wunschbilder noch nicht umsetzen lassen und nun bin ich vermutlich zu spät. Werde bei Gelegenheit trotzdem nochmals hinradeln.

Was solls, es gab ja noch anderes in diesem vor Jahren renaturierten Bachgraben zu entdecken. Libellen, Schmetterlinge, Feldsperlinge die sich tschilpend in den Sträuchern versteckten. Ich schlenderte dem Bach entlang, wollte mal die ganze Länge abschreiten, erkunden was sich auf der letzten Wegstrecke finden lässt. Das Bächlein hat zwischen dicht verkrauteter Vegetation immer wieder kleine offene Wasserstellen, mal schmal, mal etwas breiter.

Da bewegt sich was! Ich blieb stehen und wartete.  Mitten in blühender Brunnenkresse liess sich etwas Braunes erkennen, nur wenig ragte aus dem dichten Kresseteppich. Weiter hinten krabbelte ebenfalls etwas Unbestimmtes in der Böschung rum. Ich nahm das Fernglas zur Hand und genau in diesem Moment befreite sich ein kleiner Entenkopf aus dem Kressegewirr und aus einer Seggengruppe kamen weitere Jungenten samt Altvogel zum Vorschein. Ich staunte nicht schlecht, eine echte Ueberraschung! Ein Mandarinentenweibchen führte fünf Junge!

Während für Frau Mandarin das Brutgeschäft noch nicht zu Ende ist, sie sich noch ihrer Jungmannschaft widmen muss, waren zu gleicher Zeit die beiden Herren Mandarin - die vom unteren Seebecken beim Kleistinseli - mit ihrer verblasssenden Schönheit beschäftigt. War die Pracht des Brutkleides vor ein paar Monaten kaum von andern Federkleidern zu überbieten, zeigte sich einer der beiden Erpel noch deutlich als Männchen erkennbar, während der zweite Erpel schon fast ganz ins Schlichtkleid gewechselt hatte. Nur einzelne farbige Federchen an Stirn, Wange und Brust zeugten noch von vergangener Pracht.

01. Juli 2020 > Die Spyren an der alten Stadtmauer in Thun..

Ich sehe sie jeden Tag über der Stadt, bewundere ihre Flugkünste, die Mauersegler, diese fliegenden Symbole des Sommers. Anfangs Mai sind sie gekommen und jetzt dauert es noch einen kurzen Monat und die Segler sind schon wieder weg, machen sich auf den Weg in ihr Winterquartier im südlichen Afrika.

In der alten Stadtmauer, die sich vom Grabengut bis zum Schloss hochzieht, wurden bei verschiedenen Mauersanierungen explizit Nistmöglichkeiten für Mauersegler erhalten, resp. neu geschaffen. Den Initianten gehört der Dank aller, die sich Sommer für Sommer an den Spyren erfreuen.

Nun sind diese pfeilschnellen Segler wahrlich nicht ganz einfach zu fotografieren! Warum sollte ich mich nicht wieder mal dieser Herausforderung stellen. Gedacht, getan. Ich begnügte mich erst mal mit Versuchen an den Einfluglöchern zu ihren Nistplätzen..

> Link Mauersegler

> Link Mauersegler Wikipedia

> Link Mauersegler Vogelwarte

> Link Stadtmauer Grabengut

19. Juni 2020 > Da geht die Post ab..

Diese halbwüchsigen Gänsesäger im Uferbereich vor dem Bonstettenpark sind schon fast selbständig. Ein immer wieder schönes Fotosujet, wenn sie im Schwarm, den Kopf halb unter Wasser, auf Tauchjagd gehen. Mutter Gänsesäger ist zwar auch Teil der Jagdgesellschaft, ihre Aufgaben scheinen aber mehr darin zu liegen, ihre Jungen zu guten Jagdgründen zu führen und dabei stets mögliche Gefahren, z.B. nicht angeleinte Hunde im Auge zu behalten.

18. Juni 2020 > Projekt Neuntöter..

Der Neuntöter ist ein Vogel der in seinem Bestand nicht als direkt gefährdet eingestuft wird, aber nur in einem ihm zusagenden Lebensraum zu finden ist.

Er bevorzugt Hecken und Buschgruppen mit Dornengewächsen in deren Umgebung sich Grossinsekten, Kleinsäuger und Reptilien finden lassen. Diesem Vogel wollte ich einen Pirschgang widmen. Einerseits war ich neugierig ob er überhaupt wieder im Gebiet anwesend war und anderseits hoffte ich auf ein paar Aufnahmen dieses interessanten Vogels. Der erste Teil der Wegstrecke war negativ, kein Würger, keine Sichtbeobachtung, kein Warnton. Ab und zu stieg ich vom Fahrrad, um mich noch genauer umzusehen.

Der Feldweg begleitet einen Niedrigwasser führenden V-förmigen Kanal mit beidseitigen Böschungen. Der Pflanzenbewuchs im Wasser- und Böschungsbereich ist abwechslungsreich und vielfältig. Einzelbüsche, Buschgruppen und höhere Einzelbäume runden das Bild ab. Mit Sicherheit ein wertvoller Lebensraum auch wenn es sich nur noch um ein kleines Ueberbleibsel eines ehemaligen Moores handelt. 

Der zweite Wegteil brachte dann die erhoffte Begegnung mit dem Neuntöter! Auf einer Strecke von ca. 1.5 km konnte ich drei Brutpaare notieren. Bei allen drei Standorten waren sowohl Weibchen wie Männchen futtertragend zu beobachten. Dazu gesellte sich ein Paar Schwarzkehlchen und zwei singende Sumpfrohrsänger. Ein ergiebiger Nachmittag!

> Link Neuntöter Vogelwarte

> Link Neuntöter

17. Juni 2020 > Quizfrage: Wer singt da wen an..?

Die beiden Rohrsänger auf der Collage - soviel sei verraten - sind allein auf Grund ihres Aussehens im Feld schwierig zu unterscheiden. Nach ein, zwei Gesangsstrophen ist der Fall aber relativ schnell gelöst. Der eine der beiden ist ein begnadeter Stimmenimitator, der andere ist mehr der ausdauernde Sänger mit kratzender Stimme auf zwei. drei differierenden Tonlagen. Auch ihr Lebensraum unterscheidet sich eindeutig, wobei die beiden Habitate oft fliessend ineinander übergehen können. Wer ist nun wer? 

> Link Auflösung Vogel links

> Link Auflösung Vogel rechts

06. Juni 2020 > Ende gut, alles gut..!

Die letzten Bilder stammen vom 1. Juni , vielleicht ein oder zwei Tage bevor die Jungen ausgeflogen sind. Ich war mehrere Male vor Ort und habe das Brutgeschehen mit Interesse verfolgt. Dabei ist mir aufgefallen, dass mit Beginn der Fütterungen keine Rufe und kein Trommeln mehr zu vernehmen waren. Die Fütterungsintervalle erfolgten nicht gleichmässig, mal kurze, mal längere Abwesenheiten, mal beide Geschlechter gleichzeitig am Höhlenbaum, oder ein  Vogel zweimal in kurzer Folge.

In den ersten Fütterungstagen schlüpfte der futtertragende Vogel jeweils immer ganz in die Höhle und blieb dort, bis der Partner oder Partnerin an der Höhle erschien. Der ankommende Vogel wartete dann bis der andere aus der Höhle abflog. Männchen wie Weibchen waren in etwa  gleich aktiv an den Fütterungen beteiligt, wobei das Weibchen vorsichtiger an die Höhle heranging. Spannende Wochen, lehrreich und nicht alltäglich eine Kleinspechtbrut beobachten zu können. Für gute Fotos war die Bruthöhle aber leider nicht ideal gelegen. Aber was solls, wichtig war ja letztlich der erfreuliche Brutverlauf!

05. Juni 2020 > Once upon a time..

Once upon a time.. Es war einmal.. Mit diesen Worten beginnen nicht nur Märchen, auch viele Erzählungen aus früheren Zeiten beginnen mit dieser Einleitung. Also warum nicht mal zurückblicken? Zurück auf die 50-iger Jahre des letzten Jahrhunderts.

Es war einmal ein Gossvater mit seinem kleinen Grossbub. Der Grossvater hatte sich aus einer ausgebeuteten Kiesgrube ein Paradies erschaffen und gab ihm auch den Namen "Paradiesli.“ Etliche  Jahre war das auch die „weite Welt“ des Grossbubs, war für mich Prärie, Rocky Mountains, Sambesi und Serengeti zugleich.

Mit Hilfe internierter Polnischer Soldaten hatte er den Kiesboden der Grube mit Humus bedeckt und mit Remise, Wagenschopf, Hühner- und Schafstall mit Heubühne eine kleine Farm gebaut. Zwei Dutzend Schwarznasenschafe, eine Schar Leghorn und Sussex Hühner, ein paar Gänse und verwilderte Hauskatzen teilten mit Grossvater und mir das Paradies. Prächtige Apfel- und Kirschbäume, Basler Chlöpfer, rundeten die Idylle ab. Auf der einen Seite bildete eine steile Kieswand, auf der andern Seite ein Bach, die Langete, die Grenzen dieses Paradieses. Das war mein Reich, es roch nach Heu, nach Schafstall, nach Fuchs, Marder und Illtis. Im Bach hatte es Forellen und gleichzeitig Ratten, die sich an den Schlachtabfällen einer oberhalb gelegenen Metzgerei gütlich taten. Im selber gebauten Teich quakten Frösche, auf der Oberfläche schwammen Wasserlinsen und in Asthaufen sonnten sich Ringelnattern. Hier wurde mein Interesse an der Natur geweckt. Die Vögel hatten es mir besonders angetan, der Gartenrotschwanz war einer meiner Lieblinge.

Ein Paar dieser zierlich schönen Vogelart brütete über Jahre im Paradiesli, immer am selben Ort, unter dem dreieckigen Firstblech des Junghennenhauses. Jeden Frühling wartete ich auf die Rotschwänze, schaute ihnen beim Nestbau zu und kontrollierte in kindlich unbekümmerter Art die Anzahl Eier, das Alter und Gedeihen der Jungen, liess sich das Nest doch wie eine Schublade hervorziehen und wieder hineinschieben. Once upon a time..

 

Der Gartenrotschwanz ist in den letzten Jahrzehnten immer seltener geworden. Verlust des Lebensraumes ist die lapidare Erklärung für viele Vogelarten die das gleiche Schicksal erleiden. Umso erfreulicher, dieses Jahr im Uebergang Rebberg - Privatgärten - Obstbäumen der Schlosshofstatt Spiez, zwei fütternde Paare Gartenrotschwänze, ein weiteres singendes Männchen und evtl. noch ein weiteres Paar, also 3-4 Paare auf einer Wegstrecke von einem Kilometer beobachten zu können. Im ganzen Gebiet wurden -zig Holzbeton-Nistkästen der Marke Schwegler aufgehängt. Noch fehlt der erhoffte Wendehals, aber die Ersatzmieter sind ebenso willkommen!

> Link Gartenrotschwanz Vogelwarte

> Link Gartenrotschwanz

02. Juni 2020 > Wie ruft denn eigentlich ein Gleitaar..?

Ja, wie ruft denn dieser wunderschöne Greifvogel eigentlich? Jedenfalls nicht wie Sie vielleicht erwarten würden. Noch unschlüssig, ob ich doch noch ins Seeland fahren soll, um in den Feldern von Kerzers nach der Ausnahmeerscheinung zu suchen, habe ich ganz spontan mal auf dem iPhone den Ruf des Gleitaars angeklickt und war dann doch etwas überrascht. Eine Ruffolge von huit, huit, huit.. tönte so gar nicht nach Greifvogel. 

Okay, los gehts. Der Vogel war am Mittag noch gemeldet worden und im Gebiet angekommen musste ich nicht lange suchen, der Greif mit seinen hellweissen Körperpartien war mit dem Fernglas schnell gefunden.

Nun war die Frage, wie und von wo ich zu Aufnahmen kommen könnte? Der Greif war zu weit weg, zudem flimmerte die Luft über der hochstehenden Heuwiese, also keine Chance für mehr als ein verschwommenes Belegbild. Was nun? Ich machte trotzdem mal die Fotoausrüstung bereit und entschied mich, im Schatten eines Busches am Feldwegrand abzuwarten, ob der Greif doch mal seine Warte verlassen würde.

Warten hiess also die Devise. Eine halbe Stunde verging, ausser gelegentlicher Gefiederpflege machte der Vogel keine Anstalten, seinen Platz etwas näher zu mir zu verschieben. Mich durch das hohe Heugras anzuschleichen kam nicht in Frage, der Bauer hätte daran sicher keine Freude. Also blieb spasseshalber nur der Griff in die Trickkiste. Ich montierte mein Fernrohr auf dem Stativ um allfällige Reaktionen des Vogels besser sehen zu können und versuchte dann so gut als möglich, die huit, huit, huit - Pfiffe nachzupfeifen. Und was ich nicht erwarten durfte, der Vogel schien darauf zu reagieren, wechselte die Sitzstellung im Busch, schaute in meine Richtung und antwortete mir mit eigenem Pfeifen. Das Wechselspiel ging 3-4 mal hin und her und dann flog der Greif tatsächlich in meine Richtung, umkreiste meinen Standort und baumte dann, ca. 50m weit entfernt, auf einem Weissdornbusch auf. Die Ueberraschung war perfekt! Nachdem er trotz seines Suchfluges keinen Artgenossen entdecken konnte, flog er nach einigen Minuten wieder zu seinem alten Standort zurück und ich hatte ein paar Bilder im Kasten. Eine unglaubliche Geschichte! 

29. Mai 2020 > Ein farbenprächtiger Tag..!

Die Bienenfresserkolonie im Leukerfeld stand schon lange auf der Ausflugsliste. Dachte immer, die Bienenfresser seien eh zu weit weg für eine ansprechende Aufnahme und die Hide-Fotografie ist ja auch nicht so wirklich mein Ding. Den entscheidenden Input kam dann von meinem Freund Hoschi, der mich mit seinen feinen iPhone-Fernrohrvideos richtig gluschtig gemacht hat. Und erstens kommt es anders und zweitens als man denkt! Dieser Kalauer passt hier bestens. Ein Besuch dieser Bienefresserkolonie lohnt sich für jeden interessierten Besucher, jede Besucherin und insbesondere auch für Kinder. Mit dem Licht im Rücken ist auch der Fotograf gut bedient und die offene Sichtschutzwand, mit mehreren Schiebeöffnungen versehen, hat nicht die Enge eines geschlossenen Hides. Kurz und bündig, ein Highlight für jeden Birder!

27. Mai 2020 > Nachlese Häppchenjäger..

Aus der Nähe betrachtet ist so eine Eintagsfliege ein durchsichtiges "Nichts", bei Baumfalken als Nahrung aber offenbar beliebt. Um davon satt zu werden braucht es aber sicher eine Hundertschaft von diesen Insekten. Diese scheinen bei ihrem Hochzeitsflug den jagenden Baumfalken kaum entgehen zu können. Die Falken fliegen die aufsteigenden Eintagsfliegen meistens mit ausgestreckten Füssen von unten an, packen das Insekt beidfüssig und halten es auch mit beiden Füssen fest, um die Beute während eines nur wenige Sekunden dauernden Bremsfluges zu verspeisen. 

> Link Baumfalke Vogelwarte

> Link Baumfalke

27. Mai 2020 > Ein spezieller Sommergast..

Im Mai 2008 hat Marco Hammel am oberen Ende des Thunersees einen Rothalstaucher fotografiert. Seitdem wird dieser Vogel, man kann annehmen dass es immer derselbe ist, fast jedes Jahr auf dem oberen Thunersee oder auf dem Brienzersee beobachtet. Ich bin dem Lappentaucher, den man normalerweise in der Schweiz eher als spärlichen Wintergast kennt, bisher nur einmal im Mai 2017 in der Weissenau begegnet. Die Beobachtung vom vergangenen Montag war dann noch etwas spezieller. Laut quäkende Schreie vom See her weckten meine Aufmerksamkeit. Das tönte anders als ein Haubentaucher und ein suchender Blick durch eine Gebüschlücke auf den Uferbereich bestätigte meine Vermutung, es war der altbekannte Rothalstaucher, offenbar voll in frühlingshafter Balzstimmung. Wen er mit seiner Balz bezirzen wollte war mir nicht klar, war doch kein Haubentaucher in der Nähe und das Blässhuhn, das ihn agressiv vertreiben wollte, war wohl auch nicht seine Wahl. So blieb ihm nur die volle Aufmerksamkeit des Fotografen, der sich mit der Gegenlichtsituation schwer tat.

> Link Rothalstaucher Vogelwarte

19. Mai 2020 > Die Flugshow der Häppchenjäger..

Jedes Jahr wiederholt sich im Mai die Flugshow der Baumfalken, die im Gebiet Bonstettenpark - Gwattlischenmoos Jagd auf die aufsteigenden Imagos der Eintagsfliegen machen. Die Falken bei dieser Jagd zu fotografieren ist jedesmal eine echte Challenge. Meine Motivation das Gebiet mehrere Male aufzusuchen, wurde aber zusätzlich von der Gewissheit genährt, dass auch Rotfussfalken, auf ihrem Zug ins östliche Brutgebiet, im Gwatt einen Halt einlegen können. Meine Freude war natürlich gross, als mein Wunsch tatsächlich Gestalt annahm. Zwei männliche Rotfussfalken, ein Vogel ausgewachsen, einer im Kleid des ersten Sommers liessen sich den Eintagsfliegenschmaus nicht entgehen. Diese Gelegenheit wollte ich packen! Ich wusste, da musste ich Zeit und Geduld investieren, wie meistens eine Grundvoraussetzung zum Erfolg. Dem Glück lässt sich oft aber auch mit Taktik etwas nachhelfen. 

Tag 1

Equipment bereitstellen, Stativ auf Gepäckträger festzurren, Fotorucksack umschnallen und los gings mit dem Fahrrad Richtung Gwatt. Zuerst holte ich an der Reception des Delta Parks den Schlüssel zum Beobachtungsturm im Gwattlischenmoos. Wollte mich erst mal schlau machen, ob die Falken noch da sind und wenn ja, deren Aktivitäten studieren. Wo ruhen sie, wie lange sind die Pausen, wo fliegen sie vorwiegend, kommen sie in die Nähe des Turms…? usw. 

Erleichtert stellte ich erstmal fest, ja sie waren noch da! :-) Ein hohe Birke, ungefähr in der Mitte zwischen Turm und Südrand des Schutzgebiets stehend, war offenbar der bevorzugte Ruheplatz der beiden. Gefiederpflege war dabei ihre Hauptbeschäftigung und gleichzeitig auch die meinige, ihnen dabei mit dem Fernglas zuzuschauen. Dies war letztlich auf diese Distanz aber nicht sonderlich spannend. Stark flimmernde Luft machte die Aufgabe nicht einfacher, aber ich wollte den nächsten Abflug nicht verpassen. Der Tag war im Rahmen von Belegfotos relativ ernüchternd ausgefallen. Am nächsten Tag wollte ich mich beim Hide am Südrand installieren, vermutlich hätte ich dort am Morgen erst noch bessere Lichtverhältnisse.

Tag 2

Ausrüstung bereit, Velo bereit, derselbe Weg, die Fahrradbremsen quitschen fürchterlich, ein Clean and Check wäre angezeigt.

Ich beziehe wie geplant Stellung beim Hide am Südrand. Die beiden Rotfussfalken sind immer noch da, sitzen für die nächste halbe Stunde auf der Birke und machen keine Anstalten, sich mir mal im Flug zu zeigen. Warten, beobachten, warten. Zwischendurch suche ich zur Abwechslung nach dem dauerknarrenden Drosselrohrsänger im nahen Schilfgebiet. Konzentration sieht anders aus.

Aber was soll denn das jetzt? Die beiden Falken hatten die Birke verlassen und ich konnte es fast nicht fassen, flogen ihre Jagdrunden im Gebiet zwischen Birke und Bonstettenpark, den Beobachtungsturm umkreisend!? Soll ich sofort auf den Turm dislozieren? Erstmal Ruhe und kühlen Kopf bewahren dachte ich, schliesslich bewegen sich die Vögel im Sekundenbereich um das Schutzgebiet zu überfliegen und ich brauche mindestens eine halbe Stunde um mich zum Turm zu verschieben.

Okay, das Bild änderte sich auch in den nächsten zehn Minuten nicht. Alos packte ich meine Sachen zusammen, holte wiederum den Schlüssel im Delta Park und auf dem Turm angelangt, nahm ich zu Kenntnis, die beiden Rotfussfalken hatten es sich wieder auf der Birke gemütlich gemacht.

Die bettelnden jungen Blaumeisen im Nistkasten an der Dachstütze hinter mir und die eifrig Futter heranschleppenden Altvögel erinnerten mich an das im Rucksack wartende Sandwich. Fazit des zweiten Tages: Die beiden Falken hatten bezüglich Jagdgebiet keine Präferenzen, bezüglich Ruheplatz hingegen schon. 

Tag 3

Nach zwei Tagen mit lauter Belegfotos, davon 98 % Papierkorbkandidaten, reifte der Entschluss, mich auf den Beobachtungsturm zu konzentrieren. Entweder haut es hin, oder dann eben nicht. Das tolle Erlebnis, Rotfussfalken ausgiebig bei ihrer Flugjagd beobachten zu können hatte ich ja bereits im Sack, mehr erachtete ich als glückliche Zugabe!

Mein Entschluss, mich auf dem Turm zu installieren war denn auch die richtige Entscheidung. Geduld brauchte es auch an diesem Tag. Aber in der Zeit zwischen zwei und drei Uhr gab es offenbar im näheren Gebiet rund um den Turm kurze Zeitphasen, wo Eintagsfliegen in Schwärmen hochgestiegen sind. Dies lockte umgehend sowohl Baumfalken wie auch die beiden Rotfussfalken an. Zu meiner grossen Ueberraschung war nun auch noch ein Rotfussfalkenweibchen 2. Kalenderjahr mit dabei. Jetzt ging die Post ab! Die jagenden Falken hielten mich auf Trab, trieben mich von einer Turmseite auf die andere, einfach so gut es geht draufhalten, versuchen die anfliegenden Vögel mit dem Fokus zu erfassen, scharf zu stellen, nicht zu verlieren, einfach auf gut Glück den Auslöser rattern lassen! Wow! Das waren spezielle Momente, Adrenalin pur! "Ohne Anstrengung keine Glücksgefühle!"

12. Mai 2020 > News von LeafLove Safari..   Als wärs gestern gewesen..!

Was ist ein Sengi fragt Albert  Voigts auf seinem Newsletter. Bei dem niedlichen Mäuschen mit dem Rüsselchen handelt es sich um eine Trockenland-Elefantenspitzmaus Elefantulus intufi. Fotografiert hat sie mein Freund Albert Voigts auf seiner Farm in Namibia. Für Albert eine beglückende Begegnung, konnte er doch nach all den Jahren anhaltender Dürre nicht unbedingt damit rechnen, dass er dieses Tierchen auf seiner Farm noch antreffen würde. Für mich, als wäre ich fast dabei gewesen.

Als würden die gravierenden Folgen der Dürrejahre nicht der Sorgen genug bereiten, ist nun noch zusätzlich die globale Corona-Krise dazugekommen und hat den Tourismus in Namibia zum Erliegen gebracht. Davon ist auch Albert und Familie mit seinem Unternehmen LeafLove Safari arg betroffen. Ich leide mit ihm und träume gleichzeitig von Namibia. Mögen die grossen feinadrigen Öhrchen und das zierliche Rüsselchen sinnbildlich für die Gabe stehen, selbst die feinsten Töne  der Hoffnung und die seltensten Düfte der Zuversicht aus der Natur Namibias einfangen zu können.

Wer mehr erfahren will, dem kann ich den Newsletter wärmstens als Lektüre empfehlen!

> Link Newsletter LeafLove Safari

11. Mai 2020 > Grünspecht, Ueberraschung des Tages..

Das Wetter lädt nicht unbedingt zu einer Fotopirsch ein. Zudem sollte ich ja ab und zu auch die "vergessenen" Dateien mal durchforsten und aussortieren. Den halben Morgen habe ich mich aber zuerst mit Kleinspechtaufnahmen richtiggehend abgemüht. Die Aufnahmen waren unter ganz schwierigen Lichtverhältnissen im Brutrevier entstanden. Ihre Bruthöhle haben sich die Bauherren hoch oben in einem rindenlosen, sonnengebleichtem Totholzteil eines grossen Laubbaumes gezimmert. Lücken durch das Blätterdach niedriger Sträucher und umgebender Bäume mit Blick zur Höhle sind zum Fotografieren rar. Der Höhleneingang hat eine Nord-Ostausrichtung, wird so nur von frühem Morgenlicht beschienen, während der Rest des Höhlenastes grelles Sonnenlicht reflektiert wie ein Parabolspiegel. Fazit: Die anfliegenden Vögel stehen mal im grellen Licht, dann im Vollschatten, dann partiell beleuchtet, eine sehr schwierige Aufnahmesituation. Resultat: Unter den vielen Aufnahmen hat es eine Handvoll die als Belegfotos problemlos durchgehen, aber bezüglich Quali durchfallen. Okay, habe mich bei der Fotobearbeitung der Kleinspechtaufnahmen geschlagen gegeben, werde es im frühen Morgenlicht nochmals versuchen..:-)

Also zurück zur ursprünglichen Absicht, Fotodateien zu durchforsten. Und siehe da! Kleinspecht im Minus, Grünspecht im Plus! 

 

Kleinspecht Thun 9. Mai 2020
Kleinspecht Thun 9. Mai 2020

04. Mai 2020 > Der Wendehals, ein Vogel mit Tarnkleid..

Ein Fotoausflug in die Rebberge des Jura-Südfusses stand schon lange auf meiner Wunschliste. Am vergangenen Montag war es soweit. 

Im Gebiet Twann - Ligerz hat im 2005, nach jahrelanger Absenz, wieder ein Paar Wendehälse erfolgreich gebrütet. Zwei Jahre später wurde der Wendehals als Vogel des Jahres gewählt; Grund und Motivation für Hans Rudolf Pauli ein privates Artenförderungsprogramm Wendehals zu starten. Dutzende von Nistkästen wurden von ihm und seinen Helfern in den Rebgebieten des Bielersees aufghängt und der Erfolg ist letztlich nicht ausgeblieben. Im Jahre 2016 zählte Hans Ruedi Pauli 13 Brutpaare, wahrlich eine Erfolgsgeschichte! 

> Link Birdlife / Ornis Wendehals

21. April 2020 > Warum ist die Banane krumm..?

Was soll denn dieser Blog-Titel? Der Fokus liegt auf dem "Warum?" Ein altbekannter Spruch, den man Kindern als letzten Ausweg anbieten kann, wenn sie Erwachsene mit nicht nachlassenden Warum-Fragen Löcher in das Nervenkostüm bohren. Dieser Spruch ist mir in den Sinn gekommen, als ich dieses Schwanzmeisenpaar fotografieren wollte.

Warum hatte eine der Meisen einen so stark verformten Schwanz? Warum? Was war die Ursache? Da ich den (falschen) Eindruck hatte, die Vögel seien noch mit dem Nestbau beschäftigt, konnte ich mir nicht vorstellen, dass das Rein- und Rausschlüpfen in das entstehende Kunstnest aus Moos und Flechten, diese Krümmung der Schwanzfedern verursacht haben könnte.

Die Lösung des Rätsels war dann aber schnell gefunden. Die beiden Meisen waren offensichtlich am Füttern von Jungen. Der Vogel mit den verformten Schwanzfedern, es musste das Weibchen sein, hatte also ca. 14 Tage im Nest die Eier bebrütet und wurde während dieser Zeit vom Männchen mit Futter versorgt. Warum ist die Banane krumm..? :-)

> Link Schwanzmeise Wikipedia

09. April 2020 > Sumpfhuhn zum Zweiten..

Das Kleine Sumpfhuhn im Gwattlischenmoos hat mich, nach dem Fotoglück vom 30. März, in den vergangenen Wochen noch mehrmals beschäftigt. Dabei bestand der Hauptteil der Beschäftigung primär aus Warten und Hoffen, aber gleichzeitig auch aus Geniessen und Abschalten. An 5 Tagen bin ich zwischen 2 - 6 Stunden angesessen. Resultat: 1 x habe ich die amselgrosse Kleinralle bei meiner Ankunft für einen flüchtigen Moment im Schilf hinter dem Beobachtungsturm verschwinden sehen. Nach ca. 3/4 Stunden zeigte sie sich nochmals ganz kurz im lockeren Röhricht vor dem Turm, verschwand unter der Holzplattform mit dem Boot und liess sich den ganzen Tag nicht mehr blicken. Die spannende Herausforderung übertraf die fotografische Ausbeute um Längen. Ich gab mich zufrieden, legte das Thema Sumpfhuhn ad acta. Gut möglich, resp. sehr wahrscheinlich ist der Vogel inzwischen ostwärts, Richtung Russland weiter gezogen. 

> Link Kleines Sumpfhuhn

Womit ich aber nicht gerechnet hatte, das Thema Sumpfhuhn war noch nicht vom Tisch. Ein Telefonanruf von Urs Buri* brachte erneut Spannung auf. Kleines Hühnchen, scheu, flink, kurzflüglig, kein Rot am kurzen Schnabel sichtbar, leider immer nur kurz gesehen..usw. Die Diskussion um das dafür und dagegen war eröffnet. Kein Rot an der Schnabelwurzel? Allenfalls sogar Zwergsumpfhuhn? Wow, das wäre eine Hammerbeobachtung! 

Wir bleiben in Kontakt. Urs Buri sieht den Vogel praktisch bei jedem seiner Kontrollbesuche, ich versuche es ebenfalls mehrmals, leider immer ohne Erfolg! Inzwischen hat Urs seinen Eindruck von fehlendem Rot an der Schnabelwurzel revidieren müssen, das Zwergsumpfhuhn fällt damit ausser Betracht. Somit bleiben noch das Kleine Sumpfhuhn und das Tüpfelsumpfhuhn als mögliche Geheimnisträger. Die Idee von Urs bringt letztlich die Gewissheit. Sein Bruder, Jürg Buri montiert eine Wildtierkamera und siehe da, noch am gleichen Tag wird das Hühnchen innerhalb einer Viertelstunde mehrmals fotografiert. Die Belegfotos zeigen ein Tüpfelsumpfhuhn. 

* Urs Buri habe ich im vergangenen Jahr erstmals im Kanderdelta getroffen. Mein Dank geht an Urs und Jürg Buri für das Engagement, die Info und die Aufnahmen! Für alle Beteiligten ein spannendes Erlebnis. :-)

> Link Vogelwarte Tüpfelsumpfhuhn

Tüpfelsumpfhuhn, Gwatt, 9. April 2020 Foto Jürg Buri
Tüpfelsumpfhuhn, Gwatt, 9. April 2020 Foto Jürg Buri
Tüpfelsumpfhuhn, Gwatt, 9. April 2020 Foto Jürg Buri
Tüpfelsumpfhuhn, Gwatt, 9. April 2020 Foto Jürg Buri

05. April 2020 > Im Revier einer Heckenbraunelle..

Am Rande eines Hochmoors finden wir die gesuchte Ruhe und Einsamkeit. Eine sonnenbeschienene Holzbank vor einer Alphütte lädt zum Verweilen ein. Es ist Sonntag, wir sind zu dritt, resp. zu viert wenn man unseren Hund Skip einbezieht. Und ob man ihn mitzählen muss! Nora hat die Schleppleine mitgenommen, balgt und rennt mit dem Vierbeiner um die Wette. Susanne hat es sich mit einem Buch gemütlich gemacht und ich habe mich, samt Fotoausrüstung, an den Rand des Hochmoores verschoben. Eine weiche, trockene Seggenbülte als Sitzgelegenheit und ein Birkenstamm als Rückenlehne wird für die nächste Stunde meine Warte sein. Mal beobachten und horchen was sich in der Umgebung tut. Den Gesang einer Heckenbraunelle hatte ich schon bei unserer Ankunft vernommen. Ich entschliesse mich, die Zeit und Aufmerksamkeit diesem mausfarbenen Vögelchen zu widmen. Unsere ersten Kontakte sind noch verhalten vorsichtig. Aus dem Unterholz, im Halbschatten versteckt, beobachtet sie mich, flieht anfänglich sofort ins Fichtendickicht, wenn ich die Kamera hebe, taucht aber nach kurzer Zeit immer wieder auf. Erstaunlich, wie schnell sie sich an meine Anwesenheit gewöhnt. Gesang, Nahrungssuche, Beobachtung, Gefiederpflege, sie führt vor, ich halte fest.

> Link Vogelwarte Heckenbraunelle 

> Link Heckenbraunelle

31. März 2020 > Der Zwergtaucher, unser kleinster Lappentaucher..

Der kleine Federball zeigt sich eher als scheuer Geselle, sucht meistens die Nähe des schützenden Schilfsaums. Während der Brutsaison meidet er an sich die offene Wasserfläche, ist aber sofort bereit, einen Artgenossen mit lautem Triller zu vertreiben. Die Aufnahme von heute entstand beim Warten auf das Sumpfhühnchen am schmalen Altwasserkanal vor dem Turm des Gwattlischenmooses.

> Link Zwergtaucher Vogelwarte

> Link Zwergtaucher

30. März 2020 > Isola - Insel - Isola-tion..

Im frühmorgendlichen Halbschlaf melden sich die ersten Gedanken. Zum Tag, zu Corona, zur Situation; Konkretes, Verschwommenes. 

Durch das geöffnete Fenster sind die Vogelstimmen immer deutlicher zu vernehmen. Eine Amsel übernimmt die Stimmführung, lässt ihren flötend-krächzenden Morgengesang im Quartier ertönen. Noch nie hatte sie den Konzertsaal so für sich allein. Die Siedlung ist mucksmäuschenstill. 

Ein erster Blick durchs Fenster hinauf in den Wald, ein zweiter auf der andern Seite auf die Stadt, auf die Stockhornkette, in den Garten. Unser Haus, eine Insel im Corona-Modus. 

Insel - Isola - Isola-tion? Zeit zum Aufstehen, Fotorucksack und Fahrrad sind bereit. Die Stadt schläft noch, die Strassen sind fast menschenleer. Distancing ist kein Problem. Mein Ziel ist das Gwattlischenmoos und meine Zielart ein Kleines Sumpfhuhn, das im Gebiet beobachtet wurde. Ein paar Stunden allein auf Pirsch. Ich geniesse die Abwechslung, ein Stück Normalität!

Das Hühnchen ist nur Amselgross, im Schilfbereich fast nicht sichtbar und flink unterwegs. Auf meinem Ausflug an die Ergolzmündung musste ich 5 Stunden warten, bis sich das Hühnchen doch noch zeigte. Ich wusste also, was mich erwartete. Die Aufnahmen im Slider zeigen, dass mir das Glück beistand.

> Link Kleines Sumpfhuhn Vogelwarte

> Link Kleines Sumpfhuhn

22. März 2020 > März, der Spechtmonat..

Bald ist Ende März, dem Spechtmonat schlechthin. Beste Zeit um den Trommlern nachzuspionieren. Zwei Grünspechte am Waldrand locken mich am frühen Morgen ans Fenster. Sie haben mich im vergangenen Jahr zum Narren gehalten. Trommeln, rufen und wegfliegen war ihr Spiel. Und das nicht in einfachem Gelände. Steile Hanglage prägt das Bild oberhalb unserer Siedlung und fordert den Suchenden. Ich schwanke in der Entscheidungsfindung, Corona ist allgegenwärtig, drückt auf Moral und Motivation.

Ich sammle in Gedanken Argumente um doch auf Pirsch zu gehen. Mal ein paar Stunden ohne News aus Tageszeitung, Tablet, Radio und Smartphone, das wäre doch eine gute Sache! Ich überwinde mich und mache den Fotorucksack doch mal vorsorglich bereit. Zuerst wartet aber der Liebling der Familie, unser Parson Russel Terrier auf seinen Hunde Trail. Nur mit Fernglas um den Hals, gehts auf eine erste Erkundungsrunde. Die Grünspechte sind wie vom Boden verschluckt. Die Lust ist trotzdem geweckt, also nichts wie los, Tapetenwechsel!

Ich wähle den kürzesten Weg, will möglichst keinem Menschen begegnen, schnell im Wald "untertauchen". Ich steige hoch, lasse die Goldiwilstrasse möglichst schnell unter mir und definiere beim Laufen das neue Tagesziel, Schwarzspecht. Vom Schwarzspecht bearbeitete Baumstrünke treffe ich mehrere an, keiner weist ganz neuen Bearbeitungsspuren auf.

Je höher ich steige, je vielfältiger wird die Struktur des Waldes. Ich liebe den Duft von frisch geschlagenem Holz, auch wenn mich die Holzgewinnung in diesem Wald in ihrer Grobheit wenig begeistert.

Ich verlasse den Holzerweg, steige weiter hoch, halte zwischendurch an um zu Lauschen. Zilpzalp und Mönchsgrasmücke lassen sich vernehmen, eine Heckenbraunelle schleicht sich durch die wegbegleitende Strauchschicht. Ich versuche ein paar Fotos zu schiessen. Eine Gruppe lärmende Eichelhäher weckt dann mein spezielles Interesse. Eichelhäher haben ein grosses Repetoir an Stimmimitationen anderer Vögel, vom Mäusebussard, über Graureiher bis zum Habicht. Sie haben mich entdeckt und lassen dies mit ihrem bekannten Warnruf die ganze Waldgemeinschaft wissen. Also setze ich mich erst mal ruhig hin und tatsächlich wechselt die laute Gesellschaft vom Warnruf überraschend schnell wieder in den Gesangsmodus. Aber was war denn das? Ein laut klagender Ruf lässt mich aufhorchen. Das tönt nach Greifvogel. Falke? Ich checke die Möglichkeiten. Wanderfalke war das Naheliegendste. Die Eichelhäher hatten sich inzwischen in eine dichte Fichtengruppe verzogen. Aus dieser Richtung ertönten die auffälligen Klagerufe. Vorsichtig verschiebe ich mich weiter nach rechts, halte immer wieder an, um mit dem Fernglas eine mögliche Lücke durch die Fichtengruppe zu finden. Und tatsächlich liess sich, noch teilweise von Fichtenästen verdeckt, der Rufer ausmachen. Ich hatte recht, es war ein Wanderfalkemännchen! Ich zog mich ganz langsam zurück um mit einem weiten Bogen eine Stelle mit freigestellter Sicht auf Baum und Falke zu erreichen. Die abgestorbene Lärche überragt alle umliegenden Bäume, für den Falken ein perfekter Anflug- und Aussichtspunkt, um das ganze Revier zu überblicken. Für mich ein toller Anblick und eine erfreuliche Entdeckung. Ich bin sicher, das Wanderfalkenmännchen ist nicht allein.

22. März 2020 > "Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste.."

Die aktuelle Coronoa-Situation engt unsere Bewegungsfreiheit in unbekannter Art ein. Die Restriktionen sind hart und ungewohnt einschneidend. An Tipps und Ratschlägen, wie die gewonnene Zeit genützt werden könnte, mangelt es nicht. Auf Leseratten warten zig-tausend ungelesene Bücher. Eines davon könnte das nachfolgende sein. 

Das Buch mit dem Titel gebenden Namen zu diesem Blog-Eintrag, wurde von einem deutschen Geologen Namens Henno Martin geschrieben. Es ist die Geschichte von zwei deutschen Geologen, die 1935 nach Afrika, in das Gebiet der ehemaligen deutschen Kolonie Deutsch-Südwestafrika, dem heutigen Namibia reisten. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges mussten Henno Martin und sein Freund Hermann Korn befürchten, als feindliche Ausländer verhaftet zu werden. Sie beschlossen deshalb, sich im Kuiseb-Canyon zu verstecken. Zweieinhalb Jahre dauerte das strapaziöse Abenteuer. Auf unserer ersten Namibia Reise haben wir auf der Fahrt vom Rostock Gebirge nach Swakopmund das Gebiet des Kuiseb-Canyons passiert. Eine grandios unwirtliche Landschaft! 

20. März 2020 > Corona > Krone > Krone der Schöpfung..?

Das Wort Corona, insbesondere dessen Bedeutung und Folgen in Zusammenhang mit dem Corona Virus für uns Menschen, haben Europa in eine Art Schockstarre versetzt. Die Dimension ist gigantisch und löst bei vielen Menschen Betroffenheit und Angst aus. An der heutigen Pressekonferenz hat der Bundesrat Klartext gesprochen. Die Art und Weise wie er das tat, hat mich tief beeindruckt!

 

Nein, ich habe nicht die Absicht, hier einen Exkurs zum Thema Corona zu starten. Aber die gedankliche Auseinandersetzung mit der Krise lassen bei mir auch ungeordnete Gedankensprünge aufkommen. Z.B. Bedeutet Corona nicht Krone? Was ist eine Krone?  Was hat eine Krone für eine Bedeutung? Was ist mit "Krone der Schöpfung" gemeint? Viele Fragen..

An letzterem bin ich hängen geblieben. Wie ist das denn genau? Der Mensch sei die Krone der Schöpfung? Wie wird das in Wikipedia beschrieben? Solche Recherchen laufen bei mir jeweils unter dem Stichwort Altersneugier. 

 

Das Bild links zeigt einen Stammbaum der Wirbeltiere aus dem Jahre 1905. Ganz oben in der Krone dieses Stammbaums sind die Herrentiere (Primates) aufgeführt. Innerhalb dieser Herrentiere ist der Mensch zuoberst in der Baumkrone aufgeführt. Durchaus interessant sich in solche Themen zu vertiefen.

> Link Wikipedia "Krone der Schöpfung"

> Link Wikipedia "Evolutionstheorie"

16. März 2020 > Die Welt steht Kopf..

Der Maler Georg Baselitz ist ein Maler, "der seine Bilder auf den Kopf stellt.." International schaffte er mit dieser ungewöhnlichen Darstellung von Menschen den Durchbruch. Wer sich näher mit Baselitz beschäftigt, wird feststellen, dass seine Malerei mehr ist als ein Gag. > Link Wikipedia

Auch unsere Welt steht aktuell Kopf. Nicht nur unsere kleine "heile Welt", nein global, rundum! Nicht nur irgendwo in Afrika, im nahen Osten, oder in Asien, alles weit weg von uns. Nein, auch wir sind diesmal betroffen. Die Situation beschäftigt, beunruhigt, verunsichert uns. Eine Art gespenstige Ruhe hat fast "über Nacht" das Zepter übernommen. Solche Sorgen sind wir uns nicht gewöhnt. Zeit zum Nachdenken! Zeit zum Malen?

 

Zeichnen und Malen waren in meiner Schulzeit nebst Naturkunde mein Lieblingsfach. Dabei stand damals primär die Fähigkeit, möglichst genau "abzuzeichnen" im Vordergrund. Mit meinem wachsenden Interesse für die Vogelwelt, waren viele Vogelskizzen die logische Folge. Auf die Frage nach meinem Traumberuf hätte ich damals mit wissenschaftlichem Zeichner geantwortet. Meine grosse Bewunderung galt den Zeichnungen und Illusatrationen von Walter Linsenmeier. 

Die Wege verlaufen dann ja bei den meisten Menschen anders, aber mein Interesse für Kunst im Allgemeinen und Malerei sind geblieben. Die eigene Malerei ruht zwar seit geraumer Zeit, ist aber ein Reserve-Hobby, das sich jederzeit wieder aktivieren lässt. 

 

Die iPhone Aufnahme vom Sonntag zeigt die Schönheit der Natur im Kleinen. Leuchtend gelbes Moos (oder Flechte?) auf verwittertem Fichtenholz auf der Schattseite eines Heustadels. Die Kombination mit dem verrostenden Blech zeigt die Kraft der Natur, die jedes menschliche Werk überleben wird. 

Die Malerei schöpft immer aus der Natur, auch wenn das dem Maler, der Malerin nicht bewusst sein sollte. Es gibt keine Form und keine Farbe, die nicht in der Natur zu finden ist. Aus dem Heustadelbild könnte ein solch abstraktes Bild entstehen. Wer ein Auge und einen Bezug zur Natur gefunden hat, wird z.B. auch in ein Bild von Mark Rothko eintauchen können. 

09. März 2020 > Warum beobachte ich Vögel..?

Letzte Woche bin ich auf eine Studienumfrage der Universität Tübingen gestossen. Ziel der Studie: Einstellung und Motivation der Vogelbeobachter*innen bezüglich ihrem breitgefächerten Hobby zu ergründen. Die Antworten waren als Mehrfachauswahl konzipiert. Durchaus spannend, sich gedanklich mit den gestellten Fragen auseinanderzusetzen.

Insbesondere die Fragen zum Stellenwert des Vogelbeobachtens innerhalb der eigenen Lebensgestaltung waren nicht ganz einfach zu beantworten. Kommt das Vogelbeobachten immer an erster Stelle, wenn ja in welcher Form und Ausprägung? Wenn ich rückwärts blicke, stelle ich fest, dass mich das Interesse für die Vogelwelt durch alle Lebensphasen begleitet hat, wellenförmig, in ganz unterschiedlicher Intensität, nie versiegend, aber in vieler Hinsicht beglückend und bereichernd! Der vielleicht wichtigste Aspekt ist für mich das Gefühl von Freiheit. "Frei sein wie ein Vogel!" 

07. März 2020 > "Wo sind die Vögel?" Ein mittelalterliches Wimmelbuch..

Wer kennt sie nicht, die Wimmelbücher; z.B. "Wo ist Walter?" Hieronimus Bosch hat das Triptychon "Garten der Lüste" natürlich nicht als Wimmelbuch gemalt. Die Themen Paradies und Sünde ziehen sich ja durch die ganze Menschheitsgeschichte und Hieronymus Bosch hat sich mit diesem dreiteiligen Gemälde ebenfalls damit beschäftigt. Die Kulturredaktion der NZZ hat sich in der Ausgabe vom vergangenen Samstag diesen Themen - mit Bezug zum Bild von Hieronymus Bosch - angenommen. Ebenfalls lesenswert!

 

Die mittelalterlichen Malerei interessiert mich vor allem aus einem Blickwinkel. Damals entstandene  Bilder zeigen nicht nur religiöse Motive, sondern auch Szenen aus dem Leben der Menschen in dieser Zeitepoche. Malerei als Vorläufer der Fotografie.

Beim "Garten der Lüste" sind es die vielen Vögel die in diesem Bild zu finden sind. Eisvogel, Rotkehlchen, Wiedehopf, Distelfink und Eichelhäher sind leicht zu finden, es hat aber noch viele andere, die als Art zu erkennen sind. "Wo sind die Vögel?" Viel Spass beim Suchen!

Mittelbild des Triptychons "Der Garten der Lüste" von Hieronymus Bosch
Mittelbild des Triptychons "Der Garten der Lüste" von Hieronymus Bosch

05. März 2020 > Ein spärlicher Wintergast..

Unsere Wiesenpieper überwintern vorwiegend im südlichen Europa. In spärlicher Zahl sind sie im Winter auch bei uns anzutreffen. Wenn die Schneedecke aber die sumpfigsten Stellen überdeckt, weichen sie an die Ufer von Fliessgewässern aus. Die Aufnahme entstand im Januar des letzten Jahres an der Aare bei Belp. 

> Link Wiesenpieper Vogelwarte

04. März 2020 > Was haben Ringeltaube und Mittelmeermöwe gemeinsam?

An sich verbindet die beiden Vogelarten nicht viel, wenn man vom Fliegen absieht. Wobei die Grossmöwen sicher die besseren Flieger sind. Während Ringeltauben sich auf dem Zug über jeden Hügel hochkämpfen müssen, können die meererprobten Mittelmeermöwen mit Leichtigkeit Höhe gewinnen, segelnd ihre Kreise ziehen, oder starken Winden trotzen. Gemeinsam haben die beiden Arten in der Eroberung von Siedlungsgebieten.

Die Ringeltaube, ursprünglich ein Waldvogel, ist in den letzten Jahrzehnten immer mehr auch in Siedluungsräume vorgestossen. Vom Wald zuerst in öffentliche Grünanlagen mit Baumbestand und nun auch immer mehr in dichter bewohnte Siedlungsräume. 

Desgleichen hat sich auch die Mittelmeermöwe in Städten neue Lebensräume erschlossen und brütet dort primär auf Flachdächern. Während viele Arten die ungebremste Überbauung weiterer Landflächen als Verlierer erfahren, zählen Ringeltaube und Mittelmeermöwe zu den wenigen Gewinnern dieser Veränderungen.

> Link Vogelwarte "Neuankömmlinge in Siedlungsgebieten"

27. Februar 2020 > Hanta Virus.. schon mal davon gehört?

Der Coronavirus erschreckt die Welt, füllt die Medien, ist aktuell Gesprächsthema Nummer 1..

An Grippeviren haben wir uns an sich gewöhnt, da läuft die Diskussion meistens auf der Ebene "Impfen ja? Impfen nein?" Eine andere Grippe die in die Schlagzeilen kam, war die Vogelgrippe H5N1. Diese erlebte vor mehr als zehn Jahren eine weltweite Ausbreitung und beschäftigte auch uns Ornithologen und kann grundsätzlich immer wieder ausbrechen.

> Link Vogelgrippe H5N1 Wikipedia

Warum ich aber das Thema Viren hier aufbringe? Es hat etwas mit dem niedlichen Mäuschen mit den kleinen Kugelaugen und runden Öhrchen unten zu tun. Ich gehe davon aus, dass es sich um eine Rötelmaus handelt, fotografiert im vergangenen Jahr im Kanderdelta. Die Maus hielt sich im lichtarmen Auenwald, noch zusätzlich in einem vorwiegend dunklen Bereich einer Böschung auf. Nicht ideal zum Fotografieren. Ich versuchte es trotzdem, wenn auch nur uebungshalber. Etliche Male abgedrückt, eine einzige Aufnahme gelang, als die Maus für einen kurzen Moment von Tageslicht beschienen wurde. 

Nun zum Ausgangsthema Viren. Rötelmäuse gelten als Ueberträger des Hantavirus, einer Krankheit die für den Menschen ernste Folgen haben kann und sich im letzten Jahr in Deutschland rasend schnell ausgebreitet hat. Moral der Geschichte: Wir leben nicht in einer Keim- und Virenfreien Welt!

> Link zu Rötelmaus und Hanta Virus

27. Februar 2020 > Weiss ist nicht gleich weiss..

Ein Winter der keiner war. Und nun überzieht doch noch etwas weisse Zuckerwatte die Felder des Mittellandes. Seit etlichen Jahren ist der Silberreiher im Winter in der Schweiz immer in grösseren Zahlen anzutreffen. So auch im Gürbetal, wo diese Aufnahmen im Januar 2017 entstanden sind. Mit den steigenden Zahlen wurde die Wahrscheinlichkeit einer Brut immer konkreter. Im Jahr 2013 war es dann soweit. 

> Link Vogelwarte > erste Brut des Silberreihers in der Schweiz

13. Februar 2020 > Ohne Weibchen nützt die schönste Pracht nichts..

Die beiden Mandarinenten-Erpel vom 6. Februar sind nicht allein. Heute zeigte sich kurz ein scheues Weibchen im unteren Seebecken. Kurz.. weil ich nur ein paar Belegfotos schiessen konnte, bevor es Richtung See abflog.

06. Februar 2020 > Mandarin.. hört sich Chinesisch an..

Die Mandarinente hat ihr angestammtes Brutgebiet in Ostchina und Japan. Bei uns ist sie vor allem als Zierente in Parks und Zoos bekannt. Seit etlichen Jahren kann sie auch im unteren Thunerseebecken, von der Schadau bis zur oberen Schleuse beobachtet werden. Die freifliegende, unberingte Population in Thun ist sehr klein und fragil, ein Bruterfolg vermutlich eher die Ausnahme. Junge führende Weibchen habe ich bis dato nur zweimal angetroffen, wobei es sich beide Male um noch kleine Pulli handelte. Ob diese überlebt haben, ist ungewiss.

Die nächsten Vorkommen befinden sich im Aaretal, im Raum Bern mit Elfenau und Dälhölzli bis Wohlensee. Das Brutkleid der Erpel ist an Pracht kaum zu übertreffen und hat für mich in Farbe und Form einen Bezug zur Japanischen Kultur.

Zwei Erpel standen mir im inneren Kanal der Kleistinsel Modell.

> Link Mandarinente Vogelwarte

> Link Avibase Mandarinente

> Link Mandarinente

24. Januar 2020 > Schwarzhalstaucher im winterlichen Morgenlicht..

Schwarzhalstaucher sind regelmässige, aber zahlenmässig spärliche Wintergäste oder Durchzügler auf dem Thunersee. Ein Quartett dieser Art war letzte Woche auf der Aare auf der Höhe des Thunerhofes zu beobachten. Der tiefe Wasserstand begünstigte vermutlich die Nahrungssuche. Immer wieder tauchten sie ab und suchten den steinigen Boden nach Fressbarem ab. In dem von der Morgensonne beleuchteten Wasserbereich konnten sie mit blossem Auge bei ihren Tauchgängen verfolgt werden. Ein ungewöhnlicher Aufenthaltsort, so nah am Qaui und im Bereich der Innenstadt.

> Link Schwarzhalstaucher Vogelwarte

> Link Schwarzhalstaucher

 

21. Januar 2020 > Waldohreulen..

Waldohreulen haben ihren Wintereinstand nicht selten mitten in einem Wohnquartier. Sie schliessen sich in Gruppen zusammen, verbringen den Tag ruhend in einer Baumkrone. Traditionelle Wintereinstandsplätze in Wohnquartieren sind natürlich im betroffenen Quartier bekannt. Die einen sind stolz auf ihre Eulen, andere ärgern sich über Kot und Gewölle, über ortsfremde Beobachter und Fotografen.

Im 2013 war ich ein letztes Mal an diesem Ort. Zeit für einen Besuch! Die ruhenden, oder schlafenden Eulen, so genau ist das nicht erkennbar, ermöglichen dem Fotgrafen meistens nur gleiche oder ähnliche Aufnahmen. Aufgeplustert sitzen sie da, die Augen geschlossen, oder nur zu einem schmale Spalt geöffnet. Wie schon so oft zitiert, es braucht immer eine Portion Glück und dann ist alles anders. Eine der Eulen, genau die, die auch freigestellt sichtbar war, widmete sich immer wieder der Gefiederpflege und liess das Herz des Fotografen höher schlagen.

> Link Waldohreule Vogelwarte

> Link Waldohreule

 

16. Januar 2020 > LeafLove Safari an der FESPO in Zürich..

Meine Website ist aus Ueberzeugung werbefrei; diese Unabhängigkeit ist mir sehr wichtig! Aber, da gibt es ja bei Bedarf das Hintertürchen "Keine Regel ohne Ausnahme!" LeafLove Safari kommt nach Zürich an die FESPO! Für alle die von Namibia träumen, neugierig sind, bereits konkret planen, oder noch unschlüssig sind, Fragen haben, usw. ist das die Gelegenheit, sich am Stand von LeafLove Safari inspirieren und beraten zu lassen. 

22. September - 12. Oktober 2019 > Mit LeafLove Safari in Namibia..

Albert und Lisa Voigts von Schütz, Eigner und Betreiber, Herz und Seele von LeafLove Safari..
Albert und Lisa Voigts von Schütz, Eigner und Betreiber, Herz und Seele von LeafLove Safari..

27. Oktober 2019 > Das fleissige Bienchen..

Am 29. August erstellte ich den letzten Blog-Eintrag. Noch nie ergab sich eine so grosse zeitliche Lücke. Das ist zwar schnell erklärt. Unsere zweite Reise nach Namibia hat viel Zeit an Vorbereitung beansprucht. Dann die Reise selber! Und nun die Nachbearbeitung. Tausende an Fotos wollen gesichtet und sortiert werden. Es brennt mir unter den Nägeln; ich muss mich aber gedulden. Ein Karminspint im Header - im warmen Abendlicht leuchtet er noch farbiger - soll Lust auf mehr erzeugen.. :-)

 

Da ist Paul Hürlimann doch schon viel weiter. Seine Botanik-Perlen 2019 sind bereit zum Hochladen. Ich freue mich, diese beeindruckende Sammlung an Raritäten wieder veröffentlichen zu dürfen! 

> Link Gastbeiträge Paul Hürlimann; Botanik Perlen 2019