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Alle Fotos sind für die Betrachtung auf iPad-Grösse

bis max. 16 Zoll Display optimiert!

23. Januar 2023 > Winter am Uebeschisee..

Auch in der Höhe war keine Sonne zu erwarten. Eine Winterwanderung rund um den Uebischisee war deshalb die ideale Alternative, dem wärmenden Ofenfeuer für zwei, drei Stunden den Rücken zu kehren. Nicht zu weit weg, nicht zu kurz und nicht zu lang und mit den beiden Seen landschaftlich abwechslungsreich. 

Der Rotmilan ist in diesem Gebiet fast so sicher anzutreffen, wie die romanische Kirche von Amsoldingen. Diesem prächtigen Greifvogel kann ich fotografisch einfach nicht widerstehen, auch wenn Zuhause schon hunderte Aufnahmen auf dem Compi lagern.

 

Mal ein paar technische Zeilen zu den Aufnahmen.

Die Aufnahme unten zeigt das originale Grössenverhältnis Baum / Vogel wie sich das Bild bei der Aufnahme im Sucher präsentiert hat, aufgenommen mit einer 45 MP Kamera Canon r5C und einem Canon-Zoomobjektiv RF 100 - 500mm. 500mm Brennweite entsprechen einer 10-fachen Vergrösserung, also einem Blick durch ein Fernglas mit 10-facher Vergrösserung.

Die weiteren Aufnahmen sind Ausschnittvergrösserungen aus der Nachbearbeitung auf dem Computer.

18. Januar 2023 > Erlenzeisig-Shooting im Schneetreiben..

Die Finger wurden immer klammer, das Schneetreiben immer stärker; richtig Winter! Aber noch ein paar Shots von diesem oder jenem Zeisig. Ein weiterer lässt sich in attraktiv hängender Position ablichten, ein Grüppchen auf der Rückseite der Birke muss zwingend noch auf den Chip..! Ich hab zu tun! 😆 Die Speicherkarte füllte sich jdenfalls sehr rasch, die Folgen daraus waren absehbar. Bis ich diese Fotoserie wieder gesichtet, sortiert und ein Grossteil dem digitalen Papierkorb zugeführt habe..😅

> Link Erlenzeisig Wikipedia

15. Dezember 2022 > Feinschmecker..

Ein Baum ohne Blätter, mit feingliedrigen Aesten, vollbehangen mit orange-rot leuchtenden Früchten? Belagert von Dutzenden Alpendohlen die sich, flatternd und balancierend, um die besten Plätze stritten. Was zum Kuckuck fressen die denn da? Der Hunde-Trail mit unserem Parson Russel Terrier fand ein abruptes Ende, das musste ich unbedingt bildlich festhalten. Mir war klar, Äpfel waren das keine, schon eher eine Frucht die ich zwar noch nie gekostet habe, die mir aber trotzdem bekannt vorkam. Eigentlich war ich mir schnell sicher, das konnten nur Kaki sein. Kakibäume hatte ich aber in der Deutschschweiz noch nie gesehen. Also holte ich meine Kamera, schoss ein paar Bilder und konsultierte anschliessend das Internet. Ich hatte recht, es waren reife Kakis.

Am Abend des gleichen Tages hatten die Alpndohlen den Baum vollständig geplündert.

Link > Kaki Wickipedia

21. November 2022 > Technik quo vadis..?

Von Flugaufnahmen in der Vogelfotografie habe ich im letzten Blog-Beitrag gesprochen. Davon was es braucht, dass solche Aufnahmen überhaupt möglich sind. Noch ist es ein Zusammenspiel von Mensch und Technik, aber wie lange noch? Altenpflege mit sprechenden Robotern? Mir graut!

 

Der Wechsel von der analogen zur digitalen Fotografie wurde erst mit der unglaublich schnellen Entwicklung im Computerbereich möglich. Eine gigantische Flut an Fotos, dies täglich und weltweit, ist die Folge davon. Als ich anfangs der 90-er Jahre meinen ersten Computer, einen Macintosh LC anschaffte, war ich begeistert was dieses Gerät alles kann, resp. was ich damit machen konnte.

Ich bin und war nie ein Technikfreak, aber das war für mich doch ein faszinierender Meilenstein. Gleichzeitig hatte ich damals noch das Gefühl, ich könnte die Funktionen des Mac noch irgendwie verstehen und erklären. Heute würde ich als Infoquelle die Kinderseite von Klexikon empfehlen. 😆


 

Dreissig Jahre später, in der Zeit von KI, Künstlicher Intelligenz, von Algorithmen und dergleichen mehr, bin ich nur noch neugieriger Anwender. Ich muss nicht verstehen, muss nicht erklären, muss nur wissen - und das ist definitv genug anspruchsvoll - wie ich alle beteiligten Komponenten optimal kombiniere und nutze. Ich muss nicht mehr wissen wie und warum etwas passiert, der Fokus liegt auf dem Wissen, was ich machen muss, wenn ich das und das erreichen oder vermeiden will. 

Okay, nun bin ich dort angelangt wo man vielleicht auch mit 3 Sätzen Vorspann hinkommen könnte.:-)


Ich habe nach den Sommerferien die kostenlose Testversion einer neuen Software im Bereich Fotobearbeitung von RAW Dateien runtergeladen und war vom Resultat so begeistert, dass ich sie dann auch gekauft habe. 

17. November 2022 > Jäger der Lüfte..

Eine ädaquate Fotoausrüstung ist eine Grundvoraussetzung um Vögel im Flug zu fotografieren. Für viele Fotografen ist das DIE Herausforderung in der Vogelfotografie. Eine Challenge die auch mir Spass macht, die aber je nach Vogelart und den herrschenden Aufnahmebedingungen jeweils mehr oder weniger erfolgreich ausfällt. Nun ist es verständlicherweise ein grosser Unterschied, ob man einen langsam kreisenden Mäusebussard oder einen schnell fliegenden Eleonorenfalken im Fokus hat..:-)

Eleonorenfalken sind ausgesprochene Flugjäger die, - oft im Suchflug über dem Meer - meistens zu weit weg für eine brauchbare Aufnahme - Jagd auf ermüdete Zugvögel machen. Sie können aber auch ganz unvermittelt vor den Klippen auftauchen, schnell an Höhe gewinnen, um sich gleich darauf mit rasantem Sturzflug dem Blick des Fotografen wieder zu entziehen. Da scheint mir Tontaubenschiessen manchmal fast einfacher zu sein..

Natürlich kommt es darauf an, was für Gestaltungs-Ideen man verwirklichen will. Sei es eine fliegende Möwe, die als lebendes Element die Dramatik der Aufnahme ergänzt, während der Schwerpunkt des Bildes beim Lebensraum des Vogels und dem athmosphärischen Eindruck des aufgewühlten Meeres, mit den an die Felsen brandenden Wellen, kontrastierend mit den üppigen Wolkengebilden am Himmel und den wechselnden Farben der Klippen, die Gestaltungsmöglichkeiten sind fast unbegrenzt.


Eine andere Absicht wäre eine Aufnahme aus kürzerer Distanz, bei der ein Falke explizit als eleganten Jäger der Lüfte gezeigt werden soll. Hier liegt der Schwerpunkt allein beim fliegenden Vogel, dessen Haltung und Eleganz in der Luft seine Schnelligkeit vermitteln soll, verstärkt von suchenden Augen und spitzem Hakenschnabel. Diese Aufnahmesituation beansprucht nebst Technik und Erfahrung auch eine Portion Zufall und Glück! Viele Fotos landen deshalb im digitalen Papierkorb.

Die Aufnahme unten ist erst jetzt aufgetaucht, die Sichtung der Bilderflut ist immer noch nicht abgeschlossen. Vielleicht kommt ja noch eine Trouvaille zum Vorschein..

> Link zu Aufnahmen von Rauchschwalben, die über und auf dem Wasser vor der Kandermündung auf Mückenjagd sind.

Eleonorenfalke Sardinien Herbst 2022
Eleonorenfalke Sardinien Herbst 2022

15. November 2022 > Mein Freund der Sperli..

Wir sind freundschaftlich verbunden, mindestens von meiner Seite ist diese Freundschaft ungetrübt, immer wieder eine beglückende Begegnung! Es ist natürlich nicht immer das gleiche Käuzchen das, oft recht zutraulich, den Fotografen mit seinen bernsteingelben Augen mustert, während ringsum Haubenmeise und Co. laut warnend Alarm schlagen.

> Link Sperlingskauz

> Link Sperlingskauz Vogelwarte

08. November 2022 > Catch me if you can..!

Erstens kam mir ein Break gerade gelegen, zweitens habe ich ein SBB GA, drittens war unser Vierbeiner in guter Obhut und viertens reizte mich der Versuch, dieses quirlige Vögelchen auf die Speicherkarte zu bekommen. 

Am 29. Oktober 2022 tauchte die erste Meldung dieses Irrgastes auf Swiss bird alert auf und versetzte die Twitcher-Community in helle Aufregung..:-) Neugierig habe ich mal den Steckbrief recherchiert. Ordnung Sperlingsvögel - Unterordnung Singvögel - Familie Waldsänger - Gattung Gelbkehlchen - Art Weiden-Gelbkehlchen. 

Nahrung: überwiegend Insekten. Lebensraum Sümpfe, generell nasse Lebensräume. Verbreitung: Von Alaska über Kanada bis Zentralmexiko. Ueberwinterung in Mittelamerika. Voila!

 

Also bin ich gestern um 06:34 Uhr in Thun auf den Zug Thun - Bern - Luzern - Bellinzona - Cadeanazzo - Magadino Farmacia und dann noch 100 Schritte bis zum Tatort. Die Meldung des Vögelchens auf der Meldeplattform, eine halbe Stunde vor meinem Eintreffen, stimmte mich positiv, es war noch da! Wenn schon so weit reisen, sehen möchte ich es schon.:-)

Die Wetter-App hatte für den Ticino strahlende Sonne versprochen, bezieht für Magadino aber offensichtlich die Bergkette Monte Tamaro - Monte Lima nicht in die Prognose ein. Das hiess, bis  ca. 13 Uhr Schatten mit winterlichem Touch.

Von nun an bestand die Haupttätigkeit für mich und die anwesenden Birderkolleginnen und Kollegen aus Warten.. - Beobachten.. - Absuchen.. - Warten.. - Beobachten.. - kurzen Schwatz.. - Absuchen.. - Sandwich essen.. - Warten.! Hoffentlich ist das nicht eine Endlosschlaufe bis ich wieder die Bushaltestelle Magadino Farmacia ansteuern muss!?

Nun gut, die Bilder verraten es ja, das Weidengelbkehlchen hatte Erbarmen mit uns, plötzlich war es einfach da. "Da" heisst in diesem Fall, kaum sichtbar und wenn dann nur ganz kurz, mehrheitlich Sekundenbruchteile, ein quirlig aktives Vögelchen, praktisch nur anhand seiner Rufe zu orten, eine Herausforderung für die Beobachter*innen und eine echte Challenge für die Fotograf*innen. 

Resultat: Ganz wenige brauchbare Fotos, eine einzige ganz freigestellt. 

> Link Weidengelbkehlchen Wikipedia

Weidengelbkehlchen (Geothlypsis trichas) Bolle di Magadino 7. November 2022
Weidengelbkehlchen (Geothlypsis trichas) Bolle di Magadino 7. November 2022

06. November 2022 > Krähenscharben auf Sardinien..

Zur Familie der Kormorane gehört auch die Krähenscharbe. Auf allen Kontinenten vertreten, gelten Scharben bei uns als Irrgäste. Seit Monaten hält sich am Klingnauerstausee eine Zwergscharbe auf, eine Art die bei uns ebenso selten anzutreffen ist wie die Krähenscharbe. Vielleicht reichts mir doch noch mal für einen Ausflug nach Klingnau. 

Die Aufnahmen unten zeigen Krähenscharben im 2. Kalenderjahr der Unterart Gulosus a. desmarestii die den Mittelmeerraum besiedelt.

> Link Kormorane Wikipedia

31. Oktober 2022 > Sturnus Vulgaris im Schlichtkleid..

Bei vielen Vogelarten ist das Schlichtkleid wie der Name es verrät, schlicht, unauffällig und bescheiden. Die ganze Pracht des Prachtkleides muss im Herbst einem schlichten, unauffälligen Federkleid weichen, um dann im Frühling mit erneuertem Kleid wieder in vollem Glanz auf Brautschau gehen zu können. Ein Vogel den wir fast alle kennen tanzt da etwas aus der Reihe, ist doch sein Schlichtkleid mit den weissen Tupfen - eigentlich sind es weisse Federspitzen - ebenso attraktiv wie sein metallisch schillerndes Prachtkleid. Mir gefällt er jedenfalls in beiden Kleidern. Die Aufnahme ist im Herbst auf Sardinien entstanden. Die roten Beeren des Mastixstrauches Pistacia lentiscus hatten es den Starenschwärmen angetan.

Wer mehr zum spannenden Thema Mauser wissen will, kann sich mit nachfolgendem Link etwas schlauer machen.

> Link Wikipedia; Mauser / Gefiederwechsel bei Vögeln

Star im Schlichtkleid, Sardinien Herbst 2022
Star im Schlichtkleid, Sardinien Herbst 2022

27. Oktober 2022 > Nachlese Sardinien, Falco Regina dunkle Morphe..

Die dunkle Morphe ist am Capo Sandolo in der Minderheit. Schon speziell, wenn eine Vogelart solch divergierende Kleider zeigt. Während die helle Morphe mit weisser Wange und Bartstreifen einem Baumfalken sehr ähnlich sieht, kann die dunkle Morphe mit dem etwas kleineren Schieferfalken verechselt werden. Beide Arten haben ihr Überwinterungsgebiet auf Madagaskar.

> Link Schieferfalke Wikipedia

26. Oktober 2022 > Paul Hürlimann, Botanikperlen 2022..

Paul war durchs Jahr hindurch wieder unterwegs, mit ÖV, zu Fuss, fleissig wie eh und je! Beeindruckend was er da wieder zusammengetragen hat. Einzig der Hitzesommer bremste seine botanischen Streifzüge quer durch die Schweiz. Ich freue mich, auch dieses Jahr seine Perlensammlung auf meiner Website zeigen zu dürfen! Viel Vergnügen den Botanikinteressierten beim Durchblättern.

> Link Botanikperlen 2022

Erbsen-Wicke / Vicia pisiformis / Fully 29.5.2022

21. Oktober 2022 > Rosaflamingos auf Sardinien..

Praktisch in jedem Stagno (Teich) auf Sardinien sind einzelne Individuen, kleine oder auch grössere Gruppen Flamingos der Gattung Phoenicopterus roseus zu beobachten. Die Sarden nennen sie "sa genti arrubia" was so viel wie "rote Menschen" bedeutet. Im Parco naturale Molentargius - Saline bei Cagliari, 1999 als Gebiet von internationalem Interesse unter Schutz gestellt, hat sich die Flamingopopulation seither stetig vergrössert. Die ehemaligen Salinen sind zu einem der wichtigsten Brutplätze für Rosflamingos in Europa geworden. Im Jahr 2017 nisteten dort mehr als 26'000 Flamingopaare. 

> Link Rosaflamingo Wikipedia

Rosaflamingo Sardinien Herbst 2022
Rosaflamingo Sardinien Herbst 2022

18. Oktober 2022 > Papageien zum Zweiten..

Möchssittiche auf Sardinien, zwei Wochen später eine Blaustirnamazone im Bonstettenpark. Ueberraschende Begegnungen!

Aufmerksam auf den Vogel wurde ich durch ein lautes unbekanntes Krächzen, bis hin zu "lachenden" Schreien aus der Krone einer grossen Platane. Mir war sofort klar, das tönt nach Papagei! Mit dem Fernglas suchte ich die Baumkrone ab und siehe da, ein grosser, vorwiegend grüner Papagei zeigte sich in seiner ganzen Pracht. Den musste ich unbedingt fotografieren! Bei der Durchsicht der Fotos stand natürlich die Frage im Raum, um was für eine Papageienart es sich bei diesem Vogel handelt. Meine erste vage Bestimmung vor Ort ging von einer Gelbkopfamazone aus, nach einer genaueren Recherche Zuhause im Web bin ich zum Schluss gekommen, dass es sich um eine Blaustirnamazone Amazona aestiva xanthopteryx handelt. Die Nominatform Amazona aestiva aestiva hat einen roten Flügelbug, bei der Unterart A. ae. xanthoptreyx ist dieser gelb, wie bei meinem Vogel zu erkennen ist. Die einzige freilebende Population von Blaustirnamazonen, hybridisiert mit Gelbkopfamazonen gibt es in Stuttgart.

> Link Blaustrinamazone Wikipedia

18. Oktober 2022 > Nachlese Sardinien; Mönchssittiche..

Kleinere oder grössere Populationen freifliegender Papageien sind in Europäischen Städten keine Seltenheit mehr. Die Nachkommen ausgebüxter oder bewusst ausgesetzter Papageien haben sich teilweise so stark vermehrt, dass sie, wie die Halsbandsittiche in den Niederlnden, zur Plage geworden sind. Das Füttern der Sittiche wird in Amsterdam mit 70 Euro Busse geahndet. Die Kritiker dieser ungehinderten Ausbreitung befürchten die Verdrängung von einheimischen Vogelarten, die ebenfalls auf Baumhöhlen als Nistplätze angewiesen sind. 

Von der Gruppe Möchssittiche, die sich an den reifen Feigen gütlich taten, musste ich zwingend ein paar Fotos schiessen. Papageien, ob in Afrika, Asien, Südamerika oder Australien haben eines gemeinsam; sie sind fast alle hervorragende Flieger und damit für mich ein No Go einen Papagei in einen Käfig zu sperren!

16. Oktober 2022 > Falco Regina, ein lieblicher Name.. Thanks to Luciano!

Eleonorenfalke.. Falco Eleonorae.. Was für ein edler Name! Falco Regina, wie die Italiener ihn nennen, tönt nicht minder elegant! Die Eleonorenfalken von Sardinien waren vermutlich die ersten Vögel, die von einer regierenden Instanz, der Sardischen Regentin Eleonara von Arborea (1350 - 1404)  unter Schutz gestellt wurden. Eleonora setzte sich für den Schutz der Greifvögel auf Sardinien ein und hat dies mit einem umfassenden Gesetz auch durchgesetzt.

> Link WDR Film zur Migration des Eleonorenfalken nach Madagaskar 

Eine Reise im Herbst nach Sardinien, für uns eine noch unbereiste Insel, war keine Verlegenheitslösung. Vor dem nahenden Winter noch etwas Sonne tanken, mit unserem Californa die Insel erkunden waren die lose formulierten Wünsche. Alle sind in Erfüllung gegangen. Nach vielen Jahren Zeltferien im Sommer auf Korsika haben wir nun auch ihre Nachbarinsel kennen und lieben gelernt.

Ornithologisch rangierten die Eleonorenfalken auf der Isola di San Pietro zuoberst auf meiner Wunschliste. Meine erste Begegnung mit dieser lieblich attraktiven Falkenart, am Cap Formentor auf Mallorca, lag Jahrzehnte zurück. Meine Vorfreude auf die Brutkolonie am Capo Sandalo war entsprechend gross :-) Fazit: Es hat sich gelohnt! Ein Erlebnis das nach Wiederholung ruft! 

> Link Eleonorenfalke Wikipedia

> Link Birdwatching Isola die San Pietro

Steil ins Meer abfallende Felswände mit Nischen und Höhlen dienen den Eleonorenfalken als Nistplätze. Hier sind meine nachfolgenden Aufnahmen entstanden.
Steil ins Meer abfallende Felswände mit Nischen und Höhlen dienen den Eleonorenfalken als Nistplätze. Hier sind meine nachfolgenden Aufnahmen entstanden.

19. September 2022 > War das 2022 ein gutes oder ein schlechtes Mäusejahr..?

Für den Bauern bedeutet ein gutes Mäusejahr logischerweise ein Jahr mit wenig Mäusen. Anders sieht das für alle Beutegreifer aus. Ein schlechtes Mäusejahr hat zum Beispiel direkten Einfluss auf die Reproduktionsrate von Eulen. Schleiereulen sind praktisch reine Mäusejäger und reagieren extrem auf ein schlechtes Mäusejahr. Viele Mäuse gleich hohe, wenig Mäuse gleich tiefe Nachwuchsrate.

Mäusebussarde fressen auch primär Kleinsäuger, können sich aber auch mit Reptilien, Amphibien, Insekten und Regenwürmer begnügen.

> Link Mäusebussard Wikipedia

> Link Mäusebussard Vogelwarte

1. September 2022 > Vorboten des Herbstes..

In Europa und auf der gesamten Nordhalbkugel der Erde beginnt der Herbst im 2022 am 23. September 03:03 Uhr. Noch zeigen sich keine morgendliche Nebelschwaden über den Feldern, Regen wird seit Monaten als vermisst gemeldet, im Gürbetal lassen verdorrte Maisfelder erahnen, mit was für Problemen die Landwirtschaft vermehrt wird zu kämpfen haben. Der Klima-Hitzesommer hat ganze Arbeit gleistet! Die Agrarlandschaft im Gürbetal zeigt sich noch lebensfeindlicher als sonst. Keine Hecken, keine Brachen, begradigte Bäche. 

Für mich beginnt der Herbst gefühlsmässig nicht am 23. September, Sommersonne hin oder her. Die Mauersegler, die Sommervögel schlechthin, sind bereits weg, sie fehlen über den Dächern der Stadt.


Ein regelmässiger Vorbote des Herbstes ist der Trauerschnäpper. Bereits im August ist er in den Naturhecken unserer Wohnsiedlung zu beobachten. Dem kleinen bräunlichen Singvogel mit den weissen Flügelbinden haben es die schwarzen Früchte des Roten Hartriegels Cornus sanguinea besonders angetan. Seine ..psit.. ..psit.. Rufe verraten seine Anwesenheit. Die Gelegenheit ihn auf den Chip zu bannen. 

> Link Trauerschnäpper Vogelwarte

> Link Roter Hartriegel Cornus Sanguinea Wikipedia

24. August 2022 > Knacknuss Fahlsegler..

Bisher markierte die von Roberto Lardelli 1987 entdeckte Fahlseglerkolonie an der Kirche San Pietro Abate in Locarno die nördliche Verbreitungsgrenze dieser südlichen Vogelart. Locarno war gleichzeitig der einzige bekannte Brutplatz in der Schweiz. Nun scheint die Art weiter nach Norden vorzustossen. In den Hohlräumen unter den Dachvorsprüngen am Schlosskeller des Stockalperplastes und einem Nachbargebäude scheint die Art ihr zusagende Bedingungen gefunden zu haben. Desgleichen scheint sich auch in Genf eine kleine Kolonie etabliert zu haben. Südliche Arten erweitern ihre Verbreitungsareale Richtung Norden. Die Klimaerwärmung ist vermutlich der Hauptgrund dieser Verschiebung.

> Link Vogelwarte Südliche Arten verschieben sich nach Norden 

Der Fahlsegler stand schon seit Jahren auf meinem Radar, aber die Gelegenheit in Locarno mal einen Tag diesem eleganten Vogel zu widmen, hat sich nicht ergeben, oder die lange Zugfahrt hat mich bisher davon abgehalten. Brig ist von Thun mit dem ÖV natürlich easy zu erreichen, also dann mal hin, der Stockalperplast ist ja schon als sehenswertes Bauwerk einen Besuch wert.

Fazit des Ausfluges: Ein spannender Tag bei schönstem Wetter, tolle Fahlseglerbeobachtungen, Fortbildung bezüglich Artbestimmung und sehr bescheidene Fotoausbeute und gleichzeitig Motivation, die lange Zugfahrt Thun-Locarno und zurück nun endlich mal auf mich zu nehmen. Bei meinen vorgängigen Recherchen bin ich im Web auf den interessanten Artikel von Ruedi Weiss gestossen.

> Link Ruedi Weiss Pfeilschneller Bote des Südens

Die mehr als acht Stunden Zugfahrt für die Hin- und Rückreise Thun - Bern - Zürich - Bellinzona - Locarno  waren rückblickend eigentlich gut zu bewältigen. Viertel nach Neun traf ich in Locarno ein, ein kurzer Marsch durch die Altstadt und dann stand ich vor der Nordfassade der Chiesa San Pietro Abato. Ich installierte mich im Schatten der Kirche auf der andern Strassenseite, Kamera und Objektiv waren schussbereit auf dem Stativ montiert.

Nun galt es zuerst einfach mal zu beobachten, welche Löcher werden angeflogen, aus welchen Löchern fliegen Altvögel weg. In der ersten Viertelstunde war gar nichts los, auch über der Kirche zeigten sich keine Segler am Himmel. Das hatte ich mir anders vorgestellt. Dann die Erlösung; kurz nacheinander fliegen zwei Segler aus zwei verschiedenen Löchern in hoher Geschwindigkeit ab und weg waren sie. Desgleichen in umgekehrter Reihenfolge, der Anflug erfolgte in gleich hoher Geschwindigkeit und pfeilschnell waren sie im Loch verschwunden. Mir war schnell klar, aus der Hand wird unter diesen Bedingungen keine Aufnahme möglich sein. Was für eine Taktik könnte denn die erfolgsversprechendste sein? Eigentlich blieb nur die Variante, die Kamera auf ein Loch zu richten, das offensichtlich beflogen wurde. Okay, gedacht getan. Kamera auf Serie gestellt, mechanischer Verschluss, 15 Bilder pro Sekunde. Nun stand ich da, den Finger auf dem Auslöser und wartete darauf, dass der Vogel wieder aus der Höhle abfliegen würde. Vielleicht muss er sich mit seinen langen Flügeln zuerst durch den engen Höhleneingang drücken, das wäre genau der Zeitpunkt um den Auslöser zu betätigen und sicher ein paar Sekunden nicht mehr loszulassen. Ich wartete, wartete fünf Minuten, oder waren es schon zehn Minuten? Hatte ich den Abflug verpasst? Ist der gar nicht am Füttern, sitzt er gar auf Eier einer möglichen Zweitbrut? Nicht nachlassen dachte ich, Konzentration ist die halbe Aufnahme, resp. in dieser Situation wohl die ganze. Das wird harte Arbeit! Die Fütterungsflüge liessen sich in der ersten Stunde an einer Hand ablesen. Mir wurde klar, es machte keinen Sinn, die Löcher zu wechseln. Ebenso zeigte sich, dass die fütternden Altvögel durchaus längere Zeit, fünf bis zehn Minuten, in der Höhle blieben, bevor sie diese wieder verliessen. Noch hatte ich keine Aufnahme auf der Speicherkarte, auf der mehr als Granit und Mörtel vor einem dunklen Loch zu sehen war. 

In der rechten Schulter meldeten sich leichte Schmerzen, im Magen leichte Hungergefühle, Zeit für eine Pause. Sandwich in der linken, Fernglas in der rechten Hand suchte ich die Löcher ab, ob in einem allenfalls ein Seglerkopf zu sehen wäre. Zufall oder Intuition, in einem der Löcher schien sich etwas zu bewegen. Da war doch etwas das nach Federkielen und Flaum aussah. Sandwich ablegen, Kamera neu richten und abdrücken. Ein Jungvogel hatte sich bis zum Höhleneingang vorgewagt. Nun wusste ich, mindestens für diese Höhle, wie alt die Jungen in etwa waren. Mein Entscheid war logisch, von nun an werde ich mich nur noch auf dieses Loch konzentrieren. Es sollte ein Geduldsspiel werden... Die Turmglocken zeigten lautstark Zwölf Uhr an, kein Altvogel an meinem Loch. Ab und zu zeigte sich der Jungvogel. Mir wurde klar, die Fütterungsintervalle lagen sehr weit auseinander. Irgendwann wurde die Höhle angeflogen, der Altvogel verschwand darin. Ich aktivierte auf meinem iPhone die Stoppuhr um mal zu messen, wie lange der Altvogel im Nest verblieb. Bei dieser Fütterung waren es ca. 10 Minuten. Zwischenzeitlich hatte ich auf den elektronischen Verschluss mit 30 Bildern pro Sekunde umgestellt, wollte alle Möglichkeiten ausschöpfen. Die Stoppuhr sollte dann auch messen, wie lange der Altvogel, (waren es eigentlich zwei?) bis zur nächsten Fütterung wegblieb. Lange, sehr lange! Mehr als 45 Minuten wurde ich, in ständiger Bereitschaft den Auslöser zu betätigen, bezüglich Geduld und Ausdauer hart geprüft. Einzige Abwechslung bot der Jungvogel, der sich mit seinem Kotauswurf für die  nächste Fütterung bereit machte. 

> Fahlsegler Vogelwarte

Fahlsegler Brig 16. August 2022
Fahlsegler Brig 16. August 2022

18. August 2022 > Sommerflaute..

Sommerflaute? Was bedetutet eigentlich flau? Muss gefühlsmässig eher eine negative Bedeutung haben. Nicht verzagen, den Compi fragen. Und siehe da, das Woxikon führt 875 Synonyme zu flau in 30 Gruppen auf, alle mehr oder weniger negativ behaftet. 

Nein, flau waren unsere Sommerferien am Französischen Atlantik nicht. Einfaches, aber entschleunigendes Camperleben, Sonne, Strand, Meer und Wellen. Ein Leben im Einklang mit den Gezeiten. Mehr wollten und suchten wir nicht.

07. Juli 2022 > Fotoshooting am Vogelbad..

Markus Mosimann hat mich mit seinen Fotos inspiriert und animiert, wieder mal den Bremgartenfriedhof in Bern aufzusuchen. Ein kleiner rechteckiger Brunnen aus Naturstein, gedacht als Vogelbad, war das Ziel. Ein Fotoshooting der bequemen Art war geplant, Stühle und Bänke hat es ja genug in dieser Stadtoase. Ich hatte allerdings keine Ahnung in welcher Ecke des Friedhofs ich den Brunnen suchen musste. Nicht ganz einfach bei der Grösse dieser Anlage. Zuerst mal gerade aus, dann schon die zweite Entscheidung, links oder rechts abbiegen, oder mal hinter dieser Hecke schauen? Ich durchstreifte das Friedhofgelände mehrmals in alle Richtungen; der Friedhof verwandelte sich langsam in einen Irrgarten. Nach einer halben Stunde entscheid ich mich, nicht mehr den Brunnen zu suchen, sondern schaute mich nach einem Friedhofangestellten um. Ein guter Entscheid, ein glückliches Ende. Ein sehr hilfsbereiter Friedhofgärtner führte mich zielgenau hinter die nächstliegende Hecke und da lag er vor mir, der verwunschene Vogelbadbrunnen.  

26. Juni 2022 > Der Fel (s) herr..

Die Warnrufe sind trotz dem gurgelnden Rauschen des Bergbachs gut hörbar. Ich schaue mich um, suche mit dem Ferngals die umliegenden Felsblöcke ab und da sitzt er, der hübsche Steinschmätzer in seinem gräulichen Prachtkleid. Seine aufgeregtes Warnen gilt einerseits mir als Störefried und vermutlich auch dem brütenden Weibchen in seinem gut versteckten Nest. Ich gehe auf dem Wanderweg weiter, die Aufregung wird aber nicht kleiner, vermutlich bin ich nah am Neststandort. Ein paar Fotos muss mir das Vögelchen doch noch zugestehen, dann gehe ich weiter. 

> Link Steinschmätzer

> Link Steinschmätzer Vogelwarte

> Link Steinschmätzer Wikipedia

26. Juni 2022 > Verletzlich..

Auf der Roten Liste wird das Braunkehlchen als verletzlich geführt, die Gründe sind bekannt. Auf meiner Wanderung in einem Seitental des Wallis konnte ich 5 Sänger auf einer Strecke von ca. 2 Kilometern beobachten. Eine äusserst erfreuliche Begegnung.

> Link Braunkehlchen

> Link Braunkehlchen Vogelwarte 

> Link Artenförderungsprogramm Braunkehlchen Birdlife Schweiz

15. Juni 2022 > Flügel, Schwingen, Feder..

Fliegen können, fliegen wie ein Vogel, ein Wunsch der tief in die Geschichte der Menschheit zurückreicht.

Die jahrhundertalte Faszination des Menschen für Vögel, hat vermutlich einen emotionalen Bezug zum Vogelflug. Fliegen wohin der Vogel will, über Grenzen, über Berge, über Meere, scheinbar ohne jegliches Hindernis. 

Mit dem Urvogel Archaeopteryx begann vor ca. 150 Mio Jahren die Geschichte des Vogelfluges, die Geschichte von "Flügel, Schwingen, Feder".

Erst Ende des 19. Jahrhunderts, gelangen Otto von Lilienthal, als erstem Menschen, mit Hilfe von nachgebauten "Vogelflügeln" vogelähnliche Gleitflüge. Die Zeichnung mit dem Beschrieb des Vogelflugs stammt aus den Studien von Lilienthal. 

Nachfolgend zwei Links die Spannung, Wissen und Unterhaltung versprechen..:-) 

Link Archaeopteryx Wikipedia

Link Otto von Lilienthal Wikipedia

Link Silberreiher

Der Silberreiher flog so tief, dass etwas unkonventionelle Nahaufnahmen entstanden, die aber sehr schön die grazile Architektur und feine Struktur des Vogelflügels zeigen. 

10. Juni 2022 > Sie glänzen mit Farbe und sind am blauen Himmel trotzdem schlecht zu orten..

Mittagszeit, die Sonne steht hoch und wirft gleissendes Licht auf alle reflektierenden Flächen. Da wird selbst ein dunkler Schnabel eines Bienenfressers zum Reflektor. Nicht ideal, aber was solls, ein Versuch ist es allemal wert und schliesslich bin ich ja auch wegen diesen fliegenden Farbtupfer ins Wallis gefahren. Es sind weniger Vögel als in früheren Jahren und die Brutwand scheint mir nicht optimal unterhalten zu werden.

Die Suche nach den richtigen Kameraeinstelleungen im Feld, finden ihre Fortsetzung bei der Fotobearbeitung. Da kratzt man sich ab und zu am Kopf. Der Bienenfresser auf der Aufnahme unten macht es vor. :-)

> Link Bienenfresser

Bienenfresser Leukerfeld 10. Juni 2022
Bienenfresser Leukerfeld 10. Juni 2022

10. Juni 2022 > Mit einer "Kanone" auf "Spatzen" schiessen..

In einem Artikel eines amerikanischen Fotografen, mit Tipps zur Naturfotografie, empfahl dieser, immer nur mit einer Kamera und einem Objektiv auf Fotopirsch zu gehen!? Dabei gehe er immer davon aus, dass er etwas Bestimmtes fotografieren wolle; z.B. Kakteen in der Wüste Arizonas. Warum denn nur mit einem Objektiv? Seine Meinung: Erstens würden viele Fotografen unnötig Gewicht mit sich rumschleppen, zweitens würde die Wahl des Objektives und der Objektivwechsel vom Wesentlichen, dem Fotografieren ablenken und drittens verhindere das kreative Experimente, z.B. mit einem Makroobjektiv Vögel im Flug zu fotografieren.

Mich haben seine Argumente überzeugt. Die drei Aufnahmen der beiden Schwärmer, dem Taubenschwänzchen und dem Linienschwärmer, sind mit einer Canon r5C und dem Canon EF 400 mm 2.8 IS USM III Objektiv mit montiertem 2-fach Konverter entstanden, also mit einer Brennweite von 800 mm oder einer 16-fachen Vergrösserung. Eigentlich schon bereit um allfällig auftauchende Bienenfresser im Flug zu fotografieren. Sollte mich jemand in Turtmann dabei beobachtet haben, wie ich mit meiner getarnten Tüte auf einen Blumentopf zielte, hat sich der/die Beobachtende sicher gefragt, was denn mit dem Typen da los wäre.. :-)

> Link Taubenschwänzchen

08. Juni 2022 > Fliegende Edelsteine..

Fliegen können sie noch nicht perfekt, die drei flügge gewordenen Eisvögel, Tauchen gehört aber schon zum Repertoire. Eine ganze Weile habe ich ihnen Gesellschaft geleistet. Ab und zu liessen mich die wippenden Bewegungen und die "Zick"-Rufe der Jungvögel darauf hoffen, dass ein Altvogel mit einem Fischchen auftauchen würde. Das war dann auch mehrmals der Fall, aber die Fütterung fand in sicherer Distanz statt und für mich nicht einsehbar. Alles andere als bequem, halb auf dem Rücken liegend, mit einem spitzen Stein im Rücken, mit ISO, Verschlusszeit, Schärfentiefe und zitternden Armen kämpfend, musste ich die Fotosession dann doch mal beenden. War aber ganz grosses Kino!

Uebrigens sieht man auf den Fotos zwei Bestimmungsmerkmale, helle Schnabelspitzen und dunkle Füsse, die nur junge Eisvögel haben.

> Link Eisvogel

> Link Eisvogel Wikipedia

> Link Eisvogel Vogelwarte

Eisvogel Jungvogel, Thunersee 08. Juni 2022
Eisvogel Jungvogel, Thunersee 08. Juni 2022

05. Juni 2022 > Erstens ist es anders und zweitens als man denkt..

Der bekannte Spruch in etwas abgeänderter Form.:-)

Es scheint, dass ich in den vergangenen zwei Jahren in den falschen Viertelstunden den Schlossberg aufgesucht habe, um nach Alpenseglern Ausschau zu halten. Mein Blog-Eintrag vom 28. April hat sich schon am nächsten Tag als Fake News erwiesen, Sechs Alpensegler kurvten um den Kirchturm und zwei Vögel flogen Einfluglöcher zu den Nistkasten an. Das sieht ja gut aus, endlich scheint es zu klappen. Was doch etliche Jahre Geduld erforderte, wird hoffentlich zum Erfolg. Meine Nachfrage beim Kirchensigristen brachte die Bestätigung. Offenbar haben Alpensegler schon im 2021 und vermutlich auch im 2020 gebrütet. Nun wird auch die Stadt der Alpen mit dem passenden Vogel beehrt.

21. Mai 2022 > Ein Vögelchen mit göttlichem Namen..

Das Thorshühnchen trägt, wie sein Verwandter das Odinshühnchen, eine nordische Gottheit in seinem Namen. Das zierliche Vögelchen brütet in den hocharktischen Tundrenzonen und überwintert im südlichen Afrika, ist also ein Langstreckenzieher. Dass ein Thorshühnchen einen Halt im unteren Thunerseebecken macht(e), ist ein seltenes Ereignis. Logisch, dass sich eine solche Beobachtung unter Ornis schnell herumspricht. Das sich bei der Jagd nach Insekten quirrlig im Wasser drehende Vögelchen zeigte sich wenig scheu und liess sich bei der Nahrungssuche        kaum stören. So bequem lässt sich selten ein Wildvogel fotografieren.

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Thorshühnchen Männchen Gwatt 21. Mai 2022
Thorshühnchen Männchen Gwatt 21. Mai 2022

11. Mai 2022 > Singt oft zuoberst in der Baumkrone..

Der kleine Singvogel mit dem zitronengelben Outfit ist in unserem Quartier nicht wegzudenken. Die nahe Esche in Nachbars Garten dient im als Singplatz. Von dort startet er seine schmetterlingsartigen Singflüge. 

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09. Mai 2022 > Alle Jahre wieder..

Ende April kehren die Baumfalken aus ihrem afrikanischen Winterquartier zurück nach Europa. Die aus dem Wasser aufsgteigenden Subimagos der Eintagsfliegen scheinen für die Falken eine wichtige Nahrungsquelle zu sein. In den letzten Tagen konnte ich im Gebiet Gwattlischenmoos - Bonstettenpark bis zu 14 jagende Baumfalken beobachten. Die Baumgruppe auf der vorgelagerten kleinen Insel dient ihnen als Ruheplatz, bis sie zur nächsten Jagdrunde starten.

Und sollten sich dann auch noch durchziehende Rotfussfalken unter die Gruppe mischen, ist das Erlebnis nicht mehr zu toppen. :-)

Baumfalken auf ihrer Jagd nach den aus dem Wasser aufsteigenden Imagos der Eintagsfliegen zu fotografieren ist eine Challenge die Spass macht. Viel Ausschuss gehört dazu, aber auch  Aufnahmen wie diese. :-)
Baumfalken auf ihrer Jagd nach den aus dem Wasser aufsteigenden Imagos der Eintagsfliegen zu fotografieren ist eine Challenge die Spass macht. Viel Ausschuss gehört dazu, aber auch Aufnahmen wie diese. :-)

01. Mai 2022 > Am Tag der Arbeit wird gearbeitet..

Was im vergangenen Jahr begann, wird nun fertiggestellt. Ein Elsterpaar hat sich doch für den Nistplatz mit schönster Aussicht auf die Stadt Thun entschieden. Die Blätterkrone eines Mehlbeerbaumes dient den beiden als Bauplatz für ihr Baumhaus. Mit Fleiss und Geschick fädeln sie dünne Äste zu einem Geflecht, das den typischen Elster Kobel ausmacht. Das Astgerüst der Nestmulde scheint offenbar bereits soweit erstellt, dass die Vögel dieses mit nasser lehmiger Erde auskleistern können. Einen bequemeren Hide kann es für mich kaum geben, die Aktivitäten lassen sich vom Wohnzimmersessel beobachten und die Fotodistanz ist ideal. Bin gespannt wie die Geschichte weiter geht.


Nachtrag 11. Juni 2022 Die Elstern haben aus mir unbekannten Gründen die Brut aufgegeben. Ich gehe davon aus, dass die Eier oder noch kleinen Jungvögel Marder oder Rabenkrähen zum Opfer gefallen sind. Schade, hätte das Familienleben der Elstern noch gerne begleitet.

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28. April 2022 > Was haben Bern, Fribourg, Solothurn, Burgdorf, Langenthal etc. was Thun nicht hat?

Im Frühling ist Segler-Fotosession angesagt! In den nächsten Tagen werden die Mauersegler bei uns eintreffen, über die Dächer der Altstadt sausen, um dann nach kurzer Brutzeit, eine neue Generation Segler auf dem Weg nach Afrika zu begleiten.

Der grössere Segler, der Alpensegler ist schon da. Für mich jedesmal eine Herausforderung, zu versuchen, die pfeilschnellen Vögel auf den Chip zu bannen. Während in vielen Städten der Schweiz der Alpensegler zum Stadtbild gehört, haben sich die majestätischen Vögel, trotz perfekten Nistgelegenheiten am Kirchturm der Stadtkirche, in der „Stadt der Alpen“ leider noch nicht definitiv angesiedelt. 

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24. April 2022 > Weit verbreitet und doch nicht allgemein bekannt..

Der Gartenbaumläufer ist in jeder Parkanlage mit entsprechendem Baumbestand anzutreffen. Bäume mit borkiger Rinde liebt er besonders, sucht in deren Ritzen und Spalten nach Insekten, Käfern, Spinnen und Larven. Er ist nicht ganz einfach zu fotografieren, ist er doch ständig in Bewegung und dies meistens auf der vom Fotografen abgewandten Seite des Stammes. Habe dem Krummschnäbler wieder mal Zeit gewidmet um eine neue Kamera zu testen.

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21. April 2022 > Spezielle Untermieter der SBB..

Die typischen giag, giag oder kjack Rufe der Dohlen im Areal des Bahnhofs Thun weckten schon letztes Jahr meine Neugier. Ich habe es dann aber unterlassen, der Sache näher auf den Grund zu gehen. Als ich vor zwei Wochen Dohlen beim Abbrechen von kleinen Zweigen im Baumbestand entlang der Seestrasse beobachtete, war mit etwas Geduld des Rätsels Lösung schnell erbracht. Die Dohlen flogen zwei massive Stahlträger über den Bahngeleisen an und verschwanden mit dem Nistmaterial im beidseitig offenen Ende des Trägers. Zwei Stahlträger mit zwei Enden gleich vier Nistplätze. Ob alle vier Höhlen besetzt sind, konnte ich bei meiner Fotosession nicht sicher bestätigen. Mindestens  zwei Paaren dieser hübschen Rabenvogelart scheint der Nistplatz aber zu gefallen. Mal schauen wie sich das Brutgeschäft weiter entwickelt.

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28. März 2022 > Er kündet den Frühling an..

Der Kleiber ist nicht nur ein hübscher Geselle, er ist  auch ein Vogel mit speziellen Eigenarten, klettert er doch kopfvoran den Baumstamm hinunter und kleistert die Bruthöhle mit Lehm zu, wenn das Höhlenloch zu gross ist. Er ist für mich der Frühlingsbote schlechthin, aktiv und ruffreudig meldet er seinen Anspruch an sein Revier. 

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28. März 2022 > Keiner trommelt so schnell wie er..

Wenn unser kleinster Specht sich nicht nicht durch Rufe oder durch Trommeln bemerkbar macht, wird er oft übersehen. Meistens sucht der Kleinspecht hoch oben in den Kronen von Laubbäumen nach Fressbarem. Für den suchenden Beobachter sind Nackenschmerzen fast vorprogrammiert. Der Auenwald im Kanderdelta weist einen hohen Anteil an Laubbäumen mit Totholz auf, ein Habitat das dem Anspruch des Kleinspechts entspricht. Bin gespannt, ob auch dieses Jahr ein Paar zusammenfindet.

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17. März 2022 > Von wo hat die Tafelente ihren Namen..?

Die Tafelente Aythya ferina muss offenbar in früheren Zeiten, ihres schmackhaften Fleisches wegen, als Speiseente (Tafel..) geschätzt worden sein. 

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Da sehe ich die schöne Ente doch lieber als Wintergast schwimmend auf dem Thunersee. 

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11. März 2021 > So schön präsentieren sie sich nur im März..

Die Frühlingssonne lässt die Farben leuchten. Kolbenenten sind im unteren Thunerseebecken aktuell vermehrt anzutreffen. Die Männchen der Kolben- und Reiherenten zeigen sich im März von ihrer schönsten Seite. Die eine Art in schwarz - gold - rot, die andere in schwarz - weiss und schillernd violett. Ein Hingucker!

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10. März 2022 > Wahrlich ein Prachtskleid..

Noch vor kurzem zeigten sich die Haubentaucher im untereen Seebecken im winterlichen Schlichtkleid, unscheinbar und eher etwas bieder. Mit der Märzensonne scheint bei den ersten Haubentaucherpaaren der Bruttrieb "über Nacht" erwacht zu sein. Was für eine Verwandlung! Ob der Spruch "Kleider machen Leute" auch bei den Haubentauchern gilt? Okay, nobody is perfect, bei der Vergabe der Stimme ist er in den hinteren Reihen angestanden.

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