22. März 2020 > März, der Spechtmonat..

Bald Ende März, der Spechtmonat schlechthin. Beste Zeit um den Trommlern nachzuspionieren. Zwei Grünspechte am Waldrand locken mich am frühen Morgen ans Fenster. Sie haben mich im vergangenen Jahr zum Narren gehalten. Trommeln, rufen und wegfliegen war ihr Spiel. Und das nicht in einfachem Gelände. Steile Hanglage prägt das Bild oberhalb unserer Siedlung und fordert den Suchenden. Ich schwanke in der Entscheidungsfindung, Corona ist allgegenwärtig, drückt auf Moral und Motivation.

Ich sammle in Gedanken Argumente um doch auf Pirsch zu gehen. Mal ein paar Stunden ohne News aus Tageszeitung, Tablet, Radio und Smartphone, das wäre doch eine gute Sache! Ich überwinde mich und mache den Fotorucksack doch mal vorsorglich bereit. Zuerst wartet aber der Liebling der Familie, unser Parson Russel Terrier auf seinen Hunde Trail. Nur mit Fernglas um den Hals, gehts auf eine erste Erkundungsrunde. Die Grünspechte sind wie vom Boden verschluckt. Die Lust ist trotzdem geweckt, also nichts wie los, Tapetenwechsel!

Ich wähle den kürzesten Weg, will möglichst keinem Menschen begegnen, schnell im Wald "untertauchen". Ich steige hoch, lasse die Goldiwilstrasse möglichst schnell unter mir und definiere beim Laufen das neue Tagesziel, Schwarzspecht. Vom Schwarzspecht bearbeitete Baumstrünke treffe ich mehrere an, keiner weist ganz neuen Bearbeitungsspuren auf.

Je höher ich steige, je vielfältiger wird die Struktur des Waldes. Ich liebe den Duft von frisch geschlagenem Holz, auch wenn mich die Holzgewinnung in diesem Wald in ihrer Grobheit wenig begeistert.

Ich verlasse den Holzerweg, steige weiter hoch, halte zwischendurch an um zu Lauschen. Zilpzalp und Mönchsgrasmücke lassen sich vernehmen, eine Heckenbraunelle schleicht sich durch die wegbegleitende Strauchschicht. Ich versuche ein paar Fotos zu schiessen. Eine Gruppe lärmende Eichelhäher weckt dann mein spezielles Interesse. Eichelhäher haben ein grosses Repetoir an Stimmimitationen anderer Vögel, vom Mäusebussard, über Graureiher bis zum Habicht. Sie haben mich entdeckt und lassen dies mit ihrem bekannten Warnruf die ganze Waldgemeinschaft wissen. Also setze ich mich erst mal ruhig hin und tatsächlich wechselt die laute Gesellschaft vom Warnruf überraschend schnell wieder in den Gesangsmodus. Aber was war denn das? Ein laut klagender Ruf lässt mich aufhorchen. Das tönt nach Greifvogel. Falke? Ich checke die Möglichkeiten. Wanderfalke war das Naheliegendste. Die Eichelhäher hatten sich inzwischen in eine dichte Fichtengruppe verzogen. Aus dieser Richtung ertönten die auffälligen Klagerufe. Vorsichtig verschiebe ich mich weiter nach rechts, halte immer wieder an, um mit dem Fernglas eine mögliche Lücke durch die Fichtengruppe zu finden. Und tatsächlich liess sich, noch teilweise von Fichtenästen verdeckt, der Rufer ausmachen. Ich hatte recht, es war ein Wanderfalkemännchen! Ich zog mich ganz langsam zurück um mit einem weiten Bogen eine Stelle mit freigestellter Sicht auf Baum und Falke zu erreichen. Die abgestorbene Lärche überragt alle umliegenden Bäume, für den Falken ein perfekter Anflug- und Aussichtspunkt, um das ganze Revier zu überblicken. Für mich ein toller Anblick und eine erfreuliche Entdeckung. Ich bin sicher, das Wanderfalkenmännchen ist nicht allein.

22. März 2020 > "Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste.."

Die aktuelle Coronoa-Situation engt unsere Bewegungsfreiheit in unbekannter Art ein. Die Restriktionen sind hart und ungewohnt einschneidend. An Tipps und Ratschlägen, wie die gewonnene Zeit genützt werden könnte, mangelt es nicht. Auf Leseratten warten zig-tausend ungelesene Bücher. Eines davon könnte das nachfolgende sein. 

Das Buch mit dem Titel gebenden Namen zu diesem Blog-Eintrag, wurde von einem deutschen Geologen Namens Henno Martin geschrieben. Es ist die Geschichte von zwei deutschen Geologen, die 1935 nach Afrika, in das Gebiet der ehemaligen deutschen Kolonie Deutsch-Südwestafrika, dem heutigen Namibia reisten. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges mussten Henno Martin und sein Freund Hermann Korn befürchten, als feindliche Ausländer verhaftet zu werden. Sie beschlossen deshalb, sich im Kuiseb-Canyon zu verstecken. Zweieinhalb Jahre dauerte das strapaziöse Abenteuer. Auf unserer ersten Namibia Reise haben wir auf der Fahrt vom Rostock Gebirge nach Swakopmund das Gebiet des Kuiseb-Canyons passiert. Eine grandios unwirtliche Landschaft! 

20. März 2020 > Corona > Krone > Krone der Schöpfung..?

Das Wort Corona, insbesondere dessen Bedeutung und Folgen in Zusammenhang mit dem Corona Virus für uns Menschen, haben Europa in eine Art Schockstarre versetzt. Die Dimension ist gigantisch und löst bei vielen Menschen Betroffenheit und Angst aus. An der heutigen Pressekonferenz hat der Bundesrat Klartext gesprochen. Die Art und Weise wie er das tat, hat mich tief beeindruckt!

 

Nein, ich habe nicht die Absicht, hier einen Exkurs zum Thema Corona zu starten. Aber die gedankliche Auseinandersetzung mit der Krise lassen bei mir auch ungeordnete Gedankensprünge aufkommen. Z.B. Bedeutet Corona nicht Krone? Was ist eine Krone?  Was hat eine Krone für eine Bedeutung? Was ist mit "Krone der Schöpfung" gemeint? Viele Fragen..

An letzterem bin ich hängen geblieben. Wie ist das denn genau? Der Mensch sei die Krone der Schöpfung? Wie wird das in Wikipedia beschrieben? Solche Recherchen laufen bei mir jeweils unter dem Stichwort Altersneugier. 

 

Das Bild links zeigt einen Stammbaum der Wirbeltiere aus dem Jahre 1905. Ganz oben in der Krone dieses Stammbaums sind die Herrentiere (Primates) aufgeführt. Innerhalb dieser Herrentiere ist der Mensch zuoberst in der Baumkrone aufgeführt. Durchaus interessant sich in solche Themen zu vertiefen.

> Link Wikipedia "Krone der Schöpfung"

> Link Wikipedia "Evolutionstheorie"

16. März 2020 > Die Welt steht Kopf..

Der Maler Georg Baselitz ist ein Maler, "der seine Bilder auf den Kopf stellt.." International schaffte er mit dieser ungewöhnlichen Darstellung von Menschen den Durchbruch. Wer sich näher mit Baselitz beschäftigt, wird feststellen, dass seine Malerei mehr ist als ein Gag. > Link Wikipedia

Auch unsere Welt steht aktuell Kopf. Nicht nur unsere kleine "heile Welt", nein global, rundum! Nicht nur irgendwo in Afrika, im nahen Osten, oder in Asien, alles weit weg von uns. Nein, auch wir sind diesmal betroffen. Die Situation beschäftigt, beunruhigt, verunsichert uns. Eine Art gespenstige Ruhe hat fast "über Nacht" das Zepter übernommen. Solche Sorgen sind wir uns nicht gewöhnt. Zeit zum Nachdenken! Zeit zum Malen?

 

Zeichnen und Malen waren in meiner Schulzeit nebst Naturkunde mein Lieblingsfach. Dabei stand damals primär die Fähigkeit, möglichst genau "abzuzeichnen" im Vordergrund. Mit meinem wachsenden Interesse für die Vogelwelt, waren viele Vogelskizzen die logische Folge. Auf die Frage nach meinem Traumberuf hätte ich damals mit wissenschaftlichem Zeichner geantwortet. Meine grosse Bewunderung galt den Zeichnungen und Illusatrationen von Walter Linsenmeier. 

Die Wege verlaufen dann ja bei den meisten Menschen anders, aber mein Interesse für Kunst im Allgemeinen und Malerei sind geblieben. Die eigene Malerei ruht zwar seit geraumer Zeit, ist aber ein Reserve-Hobby, das sich jederzeit wieder aktivieren lässt. 

 

Die iPhone Aufnahme vom Sonntag zeigt die Schönheit der Natur im Kleinen. Leuchtend gelbes Moos (oder Flechte?) auf verwittertem Fichtenholz auf der Schattseite eines Heutstadels. Die Kombination mit dem verrostenden Blech zeigt die Kraft der Natur, die jedes menschliche Werk überleben wird. 

Die Malerei schöpft immer aus der Natur, auch wenn das dem Maler, der Malerin nicht bewusst sein sollte. Es gibt keine Form und keine Farbe, die nicht in der Natur zu finden ist. Aus dem Heustadelbild könnte ein solch abstraktes Bild entstehen. Wer ein Auge und einen Bezug zur Natur gefunden hat, wird z.B. auch in ein Bild von Mark Rothko eintauchen können. 

09. März 2020 > Warum beobachte ich Vögel..?

Letzte Woche bin ich auf eine Studienumfrage der Universität Tübingen gestossen. Ziel der Studie: Einstellung und Motivation der Vogelbeobachter*innen bezüglich ihrem breitgefächerten Hobby zu ergründen. Die Antworten waren als Mehrfachauswahl konzipiert. Durchaus spannend, sich gedanklich mit den gestellten Fragen auseinanderzusetzen.

Insbesondere die Fragen zum Stellenwert des Vogelbeobachtens innerhalb der eigenen Lebensgestaltung waren nicht ganz einfach zu beantworten. Kommt das Vogelbeobachten immer an erster Stelle, wenn ja in welcher Form und Ausprägung? Wenn ich rückwärts blicke, stelle ich fest, dass mich das Interesse für die Vogelwelt durch alle Lebensphasen begleitet hat, wellenförmig, in ganz unterschiedlicher Intensität, nie versiegend, aber in vieler Hinsicht beglückend und bereichernd! Der vielleicht wichtigste Aspekt ist für mich das Gefühl von Freiheit. "Frei sein wie ein Vogel!" 

07. März 2020 > "Wo sind die Vögel?" Ein mittelalterliches Wimmelbuch..

Wer kennt sie nicht, die Wimmelbücher; z.B. "Wo ist Walter?" Hieronimus Bosch hat das Triptychon "Garten der Lüste" natürlich nicht als Wimmelbuch gemalt. Die Themen Paradies und Sünde ziehen sich ja durch die ganze Menschheitsgeschichte und Hieronymus Bosch hat sich mit diesem dreiteiligen Gemälde ebenfalls damit beschäftigt. Die Kulturredaktion der NZZ hat sich in der Ausgabe vom vergangenen Samstag diesen Themen - mit Bezug zum Bild von Hieronymus Bosch - angenommen. Ebenfalls lesenswert!

 

Die mittelalterlichen Malerei interessiert mich vor allem aus einem Blickwinkel. Die damals entstandenen  Monumentalbilder zeigen das Leben der Menschen  in dieser Zeitepoche. Malerei als Vorläufer der Fotografie.

Beim "Garten der Lüste" sind es die vielen Vögel die in diesem Bild zu finden sind. Eisvogel, Rotkehlchen, Wiedehopf, Distelfink und Eichelhäher sind leicht zu finden, es hat aber noch viele andere, die als Art zu erkennen sind. "Wo sind die Vögel?" Viel Spass beim Suchen!

Mittelbild des Triptychons "Der Garten der Lüste" von Hieronymus Bosch
Mittelbild des Triptychons "Der Garten der Lüste" von Hieronymus Bosch

05. März 2020 > Ein spärlicher Wintergast..

Unsere Wiesenpieper überwintern vorwiegend im südlichen Europa. In spärlicher Zahl sind sie im Winter auch bei uns anzutreffen. Wenn die Schneedecke aber die sumpfigsten Stellen überdeckt, weichen sie an die Ufer von Fliessgewässern aus. Die Aufnahme entstand im Januar des letzten Jahres an der Aare bei Belp. 

> Link Wiesenpieper Vogelwarte

04. März 2020 > Was haben Ringeltaube und Mittelmeermöwe gemeinsam?

An sich verbindet die beiden Vogelarten nicht viel, wenn man vom Fliegen absieht. Wobei die Grossmöwen sicher die besseren Flieger sind. Während Ringeltauben sich auf dem Zug über jeden Hügel hochkämpfen müssen, können die meererprobten Mittelmeermöwen mit Leichtigkeit Höhe gewinnen, segelnd ihre Kreise ziehen, oder starken Winden trotzen. Gemeinsam haben die beiden Arten in der Eroberung von Siedlungsgebieten.

Die Ringeltaube, ursprünglich ein Waldvogel, ist in den letzten Jahrzehnten immer mehr auch in Siedluungsräume vorgestossen. Vom Wald zuerst in öffentliche Grünanlagen mit Baumbestand und nun auch immer mehr in dichter bewohnte Siedlungsräume. 

Desgleichen hat sich auch die Mittelmeermöwe in Städten neue Lebensräume erschlossen und brütet dort primär auf Flachdächern. Während viele Arten die ungebremste Überbauung weiterer Landflächen als Verlierer erfahren, zählen Ringeltaube und Mittelmeermöwe zu den wenigen Gewinnern dieser Veränderungen.

> Link Vogelwarte "Neuankömmlinge in Siedlungsgebieten"

27. Februar 2020 > Hanta Virus.. schon mal davon gehört?

Der Coronavirus erschreckt die Welt, füllt die Medien, ist aktuell Gesprächsthema Nummer 1..

An Grippeviren haben wir uns an sich gewöhnt, da läuft die Diskussion meistens auf der Ebene "Impfen ja? Impfen nein?" Eine andere Grippe die in die Schlagzeilen kam, war die Vogelgrippe H5N1. Diese erlebte vor mehr als zehn Jahren eine weltweite Ausbreitung und beschäftigte auch uns Ornithologen und kann grundsätzlich immer wieder ausbrechen.

> Link Vogelgrippe H5N1 Wikipedia

Warum ich aber das Thema Viren hier aufbringe? Es hat etwas mit dem niedlichen Mäuschen mit den kleinen Kugelaugen und runden Öhrchen unten zu tun. Ich gehe davon aus, dass es sich um eine Rötelmaus handelt, fotografiert im vergangenen Jahr im Kanderdelta. Die Maus hielt sich im lichtarmen Auenwald, noch zusätzlich in einem vorwiegend dunklen Bereich einer Böschung auf. Nicht ideal zum Fotografieren. Ich versuchte es trotzdem, wenn auch nur uebungshalber. Etliche Male abgedrückt, eine einzige Aufnahme gelang, als die Maus für einen kurzen Moment von Tageslicht beschienen wurde. 

Nun zum Ausgangsthema Viren. Rötelmäuse gelten als Ueberträger des Hantavirus, einer Krankheit die für den Menschen ernste Folgen haben kann und sich im letzten Jahr in Deutschland rasend schnell ausgebreitet hat. Moral der Geschichte: Wir leben nicht in einer Keim- und Virenfreien Welt!

> Link zu Rötelmaus und Hanta Virus

27. Februar 2020 > Weiss ist nicht gleich weiss..

Ein Winter der keiner war. Und nun überzieht doch noch etwas weisse Zuckerwatte die Felder des Mittellandes. Seit etlichen Jahren ist der Silberreiher im Winter in der Schweiz immer in grösseren Zahlen anzutreffen. So auch im Gürbetal, wo diese Aufnahmen im Januar 2017 entstanden sind. Mit den steigenden Zahlen wurde die Wahrscheinlichkeit einer Brut immer konkreter. Im Jahr 2013 war es dann soweit. 

> Link Vogelwarte > erste Brut des Silberreihers in der Schweiz

13. Februar 2020 > Ohne Weibchen nützt die schönste Pracht nichts..

Die beiden Mandarinenten-Erpel vom 6. Februar sind nicht allein. Heute zeigte sich kurz ein scheues Weibchen im unteren Seebecken. Kurz.. weil ich nur ein paar Belegfotos schiessen konnte, bevor es Richtung See abflog.

06. Februar 2020 > Mandarin.. hört sich Chinesisch an..

Die Mandarinente hat ihr angestammtes Brutgebiet in Ostchina und Japan. Bei uns ist sie vor allem als Zierente in Parks und Zoos bekannt. Seit etlichen Jahren kann sie auch im unteren Thunerseebecken, von der Schadau bis zur oberen Schleuse beobachtet werden. Die freifliegende, unberingte Population in Thun ist sehr klein und fragil, ein Bruterfolg vermutlich eher die Ausnahme. Junge führende Weibchen habe ich bis dato nur zweimal angetroffen, wobei es sich beide Male um noch kleine Pulli handelte. Ob diese überlebt haben, ist ungewiss.

Die nächsten Vorkommen befinden sich im Aaretal, im Raum Bern mit Elfenau und Dälhölzli bis Wohlensee. Das Brutkleid der Erpel ist an Pracht kaum zu übertreffen und hat für mich in Farbe und Form einen Bezug zur Japanischen Kultur.

Zwei Erpel standen mir im inneren Kanal der Kleistinsel Modell.

> Link Mandarinente Vogelwarte

> Link Avibase Mandarinente

> Link Mandarinente

24. Januar 2020 > Schwarzhalstaucher im winterlichen Morgenlicht..

Schwarzhalstaucher sind regelmässige, aber zahlenmässig spärliche Wintergäste oder Durchzügler auf dem Thunersee. Ein Quartett dieser Art war letzte Woche auf der Aare auf der Höhe des Thunerhofes zu beobachten. Der tiefe Wasserstand begünstigte vermutlich die Nahrungssuche. Immer wieder tauchten sie ab und suchten den steinigen Boden nach Fressbarem ab. In dem von der Morgensonne beleuchteten Wasserbereich konnten sie mit blossem Auge bei ihren Tauchgängen verfolgt werden. Ein ungewöhnlicher Aufenthaltsort, so nah am Qaui und im Bereich der Innenstadt.

> Link Schwarzhalstaucher Vogelwarte

> Link Schwarzhalstaucher

 

21. Januar 2020 > Waldohreulen..

Waldohreulen haben ihren Wintereinstand nicht selten mitten in einem Wohnquartier. Sie schliessen sich in Gruppen zusammen, verbringen den Tag ruhend in einer Baumkrone. Traditionelle Wintereinstandsplätze in Wohnquartieren sind natürlich im betroffenen Quartier bekannt. Die einen sind stolz auf ihre Eulen, andere ärgern sich über Kot und Gewölle, über ortsfremde Beobachter und Fotografen.

Im 2013 war ich ein letztes Mal an diesem Ort. Zeit für einen Besuch! Die ruhenden, oder schlafenden Eulen, so genau ist das nicht erkennbar, ermöglichen dem Fotgrafen meistens nur gleiche oder ähnliche Aufnahmen. Aufgeplustert sitzen sie da, die Augen geschlossen, oder nur zu einem schmale Spalt geöffnet. Wie schon so oft zitiert, es braucht immer eine Portion Glück und dann ist alles anders. Eine der Eulen, genau die, die auch freigestellt sichtbar war, widmete sich immer wieder der Gefiederpflege und liess das Herz des Fotografen höher schlagen.

> Link Waldohreule Vogelwarte

> Link Waldohreule

 

16. Januar 2020 > LeafLove Safari an der FESPO in Zürich..

Meine Website ist aus Ueberzeugung werbefrei; diese Unabhängigkeit ist mir sehr wichtig! Aber, da gibt es ja bei Bedarf das Hintertürchen "Keine Regel ohne Ausnahme!" LeafLove Safari kommt nach Zürich an die FESPO! Für alle die von Namibia träumen, neugierig sind, bereits konkret planen, oder noch unschlüssig sind, Fragen haben, usw. ist das die Gelegenheit, sich am Stand von LeafLove Safari inspirieren und beraten zu lassen. 

22. September - 12. Oktober 2019 > Mit LeafLove Safari in Namibia..

Albert und Lisa Voigts von Schütz, Eigner und Betreiber, Herz und Seele von LeafLove Safari..
Albert und Lisa Voigts von Schütz, Eigner und Betreiber, Herz und Seele von LeafLove Safari..

27. Oktober 2019 > Das fleissige Bienchen..

Am 29. August erstellte ich den letzten Blog-Eintrag. Noch nie ergab sich eine so grosse zeitliche Lücke. Das ist zwar schnell erklärt. Unsere zweite Reise nach Namibia hat viel Zeit an Vorbereitung beansprucht. Dann die Reise selber! Und nun die Nachbearbeitung. Tausende an Fotos wollen gesichtet und sortiert werden. Es brennt mir unter den Nägeln; ich muss mich aber gedulden. Ein Karminspint im Header - im warmen Abendlicht leuchtet er noch farbiger - soll Lust auf mehr erzeugen.. :-)

 

Da ist Paul Hürlimann doch schon viel weiter. Seine Botanik-Perlen 2019 sind bereit zum Hochladen. Ich freue mich, diese beeindruckende Sammlung an Raritäten wieder veröffentlichen zu dürfen! 

> Link Gastbeiträge Paul Hürlimann; Botanik Perlen 2019

29. August 2019 > Fischers Fritz fischt frische Fische..

Wer kennt ihn nicht, den Spruch von Fischers Fritz? Ein Zungenbrecher der die meisten Kinder mal sprachlich herausgefordert hat.

Fischers Fritz - sollte tatsächlich ein Fischer gleichen Namens existieren - und seine Kollegen, hätten vermutlich nicht grosse Freude an meinen Aufnahmen dieses Haubentauchers mit Beute. Wenn Luchs und Wolf einen Teil der Jägerschaft in Rage bringt, so schaffen das Kormoran, Graureiher und Haubentaucher bei einem Teil der Fischer. Fischräuber werden die fischfressenden Vögel genannt. Raub ist ja strafbar, also wird schnell mal ein Abschuss gefordert!

 

Die Aufnahmen stammen vom Inkwilersee, beim Warten auf den Zwergdommel-Topshot. Auf der Holzbank neben mir sitzt ein Fischer. Gut möglich, dass er Fritz heisst. Seine Untensilien hat er auf der Bank ausgebreitet, zwei Ruten sind installiert, die Angeln sind ausgeworfen. Das primäre Interesse des Fischers gilt nur den roten Zäpfchen. Da, ein Zäpfchen bewegt sich leicht. Gespannt warte auch ich, ob sich da ein Fang anbahnen würde. "Es süggelet eine" meint der Fischer. Ausser einem kurz erwiderten Gruss bei meiner Ankunft, hat sich noch kein Gespräch ergeben; er beobachtet seine Zäpfchen und ich den Schilfgürtel. So verbringen wir, einvernehmlich schweigend, die nächsten Stunden. Er stumm den Fischen gleich, ich schweigsam, weil das die Zwergdommeln stören könnte. Ein friedliches Nebeneinander, trotz unterschiedlicher Interessen. Koexistenz nennt sich das, ein Fischer und ein Ornithologe sinnbildlich im selben "Boot".

Der Erfolg liess auf sich warten. Im mit Wasser gefüllten Eimer konnte ich noch keinen Fisch feststellen, der Kescher lag aber griffbereit  neben der Bank. Meine Zwergdommeln liessen mich ab und zu auf den Auslöser drücken, aber die erhofften Aufnahmen waren noch nicht auf der Speicherkarte. Fischer 0 Punkte, ich auch nicht viel mehr..:-)

 

In den Teichrosenblättern tauchte ein Haubentaucher nach Beute. Gebannt wartete ich jedesmal auf sein Auftauchen. Wenn sich die Zwergdommeln so rar machten, wäre ein Haubentaucher mit Fisch im Schnabel auch ein attraktives Sujet! Der Fischer beobachtete seine Zäpfchen, ich den Taucher. Fischen mit oder ohne Rute heisst offensichtlich Geduld haben. Nach mehreren Tauchgängen liess mich der Haubentaucher nicht ohne Bild zurück. Ich hatte ein paar schöne Sequenzen eingefangen und im Eimer des Fischers hörte ich Zappelgeräusche. Ende gut, alles gut? Für den Haubentaucher sicher, für den Fotografen auch, für Fischers Fritz? Wohl kaum für den Fisch!

> Link Haubentaucher

> Link Haubentaucher Vogelwarte

19. August 2019 > Punkt 2016 ist besetzt..

Die Landschaft ist wild und urchig, die Aussicht phänomenal! Die Rede ist vom Gebiet oberhalb Boltigen. Auf unserer letzten Exkursion vom 14. August galt unser Interesse nicht primär den Geiern, sondern einer Vogelart die in den letzten Jahren vermehrt auch in diesem Gebiet beobachtet wurde; gemeint ist der Schlangenadler.

Die zahlreichen Meldungen im Umkreis der Alp Walop in diesem Jahr, liess Gedanken an eine mögliche Brut aufkommen. Paul Hürlimann und ich wollten uns deshalb mal die Waldpartien in den steilen Südhängen unterhalb des "Garte" von oben anschauen. Entlang des Weidezaunes stiegen wir vom Rohrboden Richtung Alp Oberi Luchere hoch, suchten an verschiedenen Stellen die unterhalb liegenden, felsdurchmischten Waldpartien ab. Es liess sich aber leider kein Schlangenadler blicken.

 

Unser Ziel war wiederum Punkt 2016, von wo man praktisch einen 360° Rundblick geniessen kann. Noch war ein letztes kurzes Wegstück bis zur Alphütte zu bewältigen. Ein Blick von Paul hinauf zum Ziel brachte schnell etwas Hektik; auf einem Pfahl sass ein Greifvogel. Schnell war klar, die Ueberraschung war perfekt, Punkt 2016 war bereits besetzt!

Als hätte er uns erwartet, sass zuoberst auf dem Hügel auf einem Zaunpfahl tatsächlich ein Schlangenadler. Dreimal wow! Was für ein toller Anblick durch das Fernglas! In Deckung der Alphütte machte ich mal erste Aufnahmen, wohlwissend, dass da kaum brauchbare Fotos zu erwarten waren. Also musste ich unbedingt etwas näher ran. Auf allen Vieren, in Geländemulden und hinter Hügelchen Deckung suchend, robbte ich mich vorwärts. Jeder Meter versprach etwas mehr Abbildungsqualität. Sonne wo bleibst du?

Fotografisch reichte es leider nur für Belegbilder. Die (zu) grosse Distanz, das genau in dieser Situation fehlende Sonnenlicht und der letztlich abfliegende Greif machten dem sich anschleichenden Fotografen einen Strich durch die Rechnung. Aber was solls, das gehört dazu! 

> Link Schlangenadler Vogelwarte

> Link Schlangenadler

Aufstieg von Rohrboden mit Blick auf Punkt 2016..
Aufstieg von Rohrboden mit Blick auf Punkt 2016..

09. August 2019 > Mit den Kiesbrütern gehts bergab..

Link "Mit den Kiesbrütern gehts bergab.." Diese negative Analyse der Vogelwarte gilt leider auch für die Region Thun. Für das Kanderdelta, ein geeigneter Lebensraum für den  Flussregenpfeifer, gilt diese Einschätzung leider auch. Die beiden Hauptgründe sind im Bericht der Vogelwarte aufgeführt; Hochwasser und Störungen durch Freizeitaktivitäten des Menschen.

Während Gelegeverluste durch Hochwasser kaum zu vermeiden sind - Paul Hürlimann hat eine solche Tragödie fotografisch dokumentiert - zeigen die durch den Menschen verursachten Störungen das Dilemma von vielen Naturschutzgebieten auf. Das  legitime Bedürfnis des Städters nach Natur - raus aus der monotonen Siedlungsumgebung, Feuern und Bräteln mit Kind und Kegel inkl. Hund der sich auch mal richtig austoben will - kollidiert mit dem Ziel, dem raren Brutvogel ein Brüten zu ermöglichen. Die grossen Anstrengungen der Naturschutzverantwortlichen, mit besserer Beschilderung, mit Aufklärung und Information die Situation zu verbessern, sind ein Schritt in die richtige Richtung. Die Interessenskonflikte zwischen Natur, Mensch und Kiesabbau in einem flächenmässig kleinen Gebiet sind aber das Resultat des Planungskompromisses und da hat der kleine Flussregenpfeifer halt die schlechtesten Karten.

01. August 2019 > Geierland Schweiz..?

Erkennen sie den schneebedeckten Berg? Richtig geraten, es ist der Mont Blanc. Mit 4'810m ist er der höchste Berg der Alpen. Zwischen dem Aufnahmeort "Garte" Alp Rohrboden oberhalb Jaunpass und dem majestätischen Berg liegen rund 100 km Distanz! Für französische Gänsegeier ist das eine Halbtagesstrecke.

Nun, das Tagesziel von Paul Hürlimann und mir war nicht der Mont Blanc, aber dem prachtvollen Bergpanorama konnten wir uns natürlich nicht verschliessen! Von Ost bis West eine lange Zahnreihe von Bergspitzen.

Bei unserem Aufstieg von Rohrboden über "Garte" bis zum "Rotechaste" suchten wir nach einem Beobachtungsort mit möglichst viel Rundsicht. Dort wollten wir uns einrichten und mal geduldig abwarten ob sich was tut in der Luft. Gänsegeier sollten eigentlich noch anwesend sein, obschon der zahlenmässige Peak überschritten schien. 

Die Bäuerin auf der Alp Rohrboden kann sich noch gut an das Erlebnis im Jahr 2012 erinnern, als sie zum ersten Mal Gänsegeier über ihrer Alp gesehen hat. Seither gehören die Geier zu den wiederkehrenden Sommergästen im Gebiet Boltigen - Jaun - Kaiseregg. Die Zahlen sind eindrücklich! Die  Gänsegeier, mit bis zu 2.70 m Flügelspannweite, sind excellente Flieger, die mühelos und schnell grosse Distanzen zurücklegen können. Es sind Geier aus französischen Populationen die wir jeden Sommer bewundern dürfen. Eine spannende Geschichte!

Für Interessierte, die ihr Geier-Glück mal selber testen möchten ist der Kartenausschnitt gedacht. Ein Fernglas ist natürlich ein Muss! 

Auf einen möglichen Beobachtungserfolg kann dann in der gemütlichen Gaststube auf der Alp Rohrboden angestossen werden. :-)

> Link Keine Feier ohne Geier > Vogelwarte

> Link Gänsegeier

15. Juli 2019 > Zwergdommel, unsere kleinste Reiherart..

Die Zwergdommel ist eine versteckt lebende Art und deshalb auch nicht einfach zu fotografieren. Zeit und Geduld sind die Grundlage eines Erfolgs. Im Schilfgürtel des Inkwilersees, einem kleinen See im Grenzbereich der Kantone Bern und Solothurn brüten wohl jedes Jahr 1-2 Paare dieser attraktiven Vogelart.

> Link Zwergdommel Vogelwarte

> Link Zwergdommel

Junge Zwergdommeln warten geduldig bis ein Altvogel Futter bringt..

Das Männchen auf Fischfang. Durch das Gefieder gut getarnt, nähert es sich in Zeitlupentempo einer Beute, um dann mit Schnelligkeit und Präzision zuzuschlagen.

Das Männchen hat sich für die Futterübergabe einen Baumstrunk ausgesucht. Die Jungvögel sind schnell zur Stelle, aber nur einer wird belohnt.

Kaum ist das Weibchen ins Schgilf eingeflogen, geht die Post ab. Wer zuerst kommt, wird mit Futter belohnt.

Nach der Fütterung ist vor der Fütterung. Die Altvögel sind gefordert, die hungrige Jungschar mit genügend Nahrung zu versorgen. Die Zwergdommeln sind wahre Kletterkünstler. Das Männchen schaut sich nach einem erfolgsversprechenden Jagdgrund um.

03. Juli 2019 > Pieperland..

Im Gebiet Gurnigel / Wasserscheide sind alle drei heimischen Pieperarten während der Brutzeit zu beobachten. Bergpieper, Wiesenpieper und Baumpieper. Wie etliche andere Vogelarten ist auch der Baumpieper aus dem Mittelland verschwunden. Mein Ausflug ins Gantrischgebiet galt explizit dem Baumpieper, hatte ich doch noch keine einzige Aufnahme dieser Art im Archiv. Dass sich die Suche dann so einfach gestalten würde, damit hatte ich nicht gerechnet. Auf einer Tannenspitze, mitten in den frischgrünen Trieben sass der gesuchte Vogel und liess seine Artgenossen mit Gesang wissen, das ist mein Revier. Erfreut konnte ich feststellen, dass ihm zwei Artgenossen, einer unterhalb der Skiliftbeiz und ein zweiter Sänger oberhalb des Parkplatzes die gleiche Botschaft mitteilten. Also Stativ bereit machen, Kamera montieren, im steilen Gelände einen sicheren Standplatz suchen und dann konnte es losgehen mit der Fotosession. 

> Link Baumpieper Vogelwarte

28. Juni 2019 > Steinrötel und Steinhuhn besiedeln den gleichen Lebensraum..

Steinrötel und Steinhuhn besiedeln praktisch den gleichen Lebensraum und trotzdem konnte ich dieses Jahr im besuchten Steinhuhngebiet noch keine Steinrötel feststellen. So muss ich mich mit früheren Aufnahmen begnügen, habe diese aber noch einmal neu bearbeitet und hochgeladen. Was nicht ist, kann ja aber noch werden..

> Link Steinrötel

24. Juni 2019 > Die Ringelnattern des Kanderdeltas..

Das Ringelnatterweibchen mit dem bläulichen Auge steht kurz vor der Häutung. Sie ist eines von insgesamt 5 Exemplaren, die ich letzten Freitag im Kanderdelta gefunden habe. Meine Befürchtung, dass die im Winter vorgenommene Kiesüberschüttung der Blockwurfsteine am Westufer der Kander, sich negativ auf die Ringelnatterpopulation ausgewirkt haben könnte, scheint glücklicherweise unbegründet zu sein.

Wer Schlangen mehr als ein paar Sekunden beobachten will, muss sich sehr behutsam und auf leisen Sohlen anschleichen. Dabei ist Wissen und Erfahrung, wo sich Reptilien aufhalten natürlich von Vorteil. Ein Männchen und ein Weibchen hatten ihren Sonnenplatz auf einem Asthaufen, wo sie bei geringster Gefahr schnell und einfach im Astgewirr verschwinden konnten, während eine Dreiergruppe mit einem Männchen und zwei Weibchen einen Platz am Kanderufer gefunden hatte. Erst als die Nattern, ausgelöst durch eine ungeschickte Bewegung von mir, auf mich aufmerksam wurden und sich in den Hohlraum unter Blockwurfsteinen verzogen, löste sich der Knäuel an Schlangenleibern zu drei Individuen auf.

> Link Barrenringelnatter Karch

Der Schlangenknäuel besteht aus einem einheitlich grauen Weibchen mit blauem Auge, einem Weibchen mit sandfarbenen Schuppen mit schwärzlichen Flecken und einem kleineren Männchen unten rechts.

Dieses dunkle Männchen wurde offensichtlich von blutsaugenden Mücken belästigt. Direkt am Auge ist ein Insekt zu erkennen dessen Hinterleib mit Blut vollgesogen ist. Auf dem Schlangenleib links sind zwei weitere Mücken zu erkennen. Auch Schlangen können von Parasiten wie Zecken und Milben befallen sein; bezüglich Stechmücken habe ich im Web keine Infos gefunden.

21. Juni 2019 > Steinhuhnfieber..

Die erfolgreiche Steinhuhnexkursion von anfangs Juni hat mich gedanklich nicht mehr losgelassen. Ich musste nochmals hinauf, die Chance auf ein zweites Steinhuhn-Shooting kommt vielleicht nicht so schnell wieder! Als dann Wetter und Zeitfenster passten, gab es kein Zögern mehr. 

Bei der Sennhütte angekommen, suchte ich zuerst mit dem Fernglas das Gelände nach einem möglichen Versteck ab. Am idealsten wäre eine Jungtannengruppe in deren Schatten ich mich verstecken könnte. Auf Schleichwegen durch den lockeren Wald stieg ich zur ausgewählten Baumgruppe hoch. Vor Ort angekommen zeigte sich, dass das Versteck, mit gutem Rundblick, meinen Wünschen entsprach, wenn nur nicht das heftige Gezetter einer Ringdrossel die ganze Sache in Frage gestellt hätte. Schnell war mir klar, im Astgewirr über mir hatte ein Ringdrosselpaar ihr Nest mit bettelnden Jungen. Hier konnte ich nicht bleiben, da kommt kein Steinhuhn vorbei. Also schloss ich mit den Ringdrosseln einen gut schweizerischen Kompromiss; ich verschob mich ein paar Meter unter eine nächstgelegene Baumgruppe und die Drosseln hielten dafür ihren Schnabel. Und siehe da, es funktionierte. Nicht lange danach gingen die beiden wieder auf Futtersuche. Was macht ein Fotograf in dieser Situation? Logisch, er fotografiert Ringdrosseln. Durchaus ein attraktives Fotomotiv!

 

Ich wusste es brauchte Glück und Geduld, ob, wann und wo sich die Steinhühner zeigen würden. Ich hoffte natürlich, dass ich meine Glücksportion nicht schon beim ersten Mal vollständig aufgebraucht hatte. Dem war dann offensichtlich nicht so. Die Warterei, mit zunehmend steifen Gliedern, wurde letztlich reich belohnt. Beim wiederkehrenden Absuchen der steinigen Umgebung mit dem Fernglas entdeckte ich zwei Steinhühner, ca. 30m oberhalb meines Standortes. Ich versuchte die beiden mit der Kamera zu erfassen, aber statt Steinhühner zeigten sich nur herabhängende Tannäste auf dem Display. Ich musste mich umdisponieren. Während das eine Huhn, vermutlich das Weibchen aus dem Blickfeld entschwunden war, hatte sich das zweite Huhn hinter einem Felsblock versteckt, nur der Kopf war noch sichtbar. Ich wagte kaum zu atmen. Er, es war der Hahn, verliess dann sein Versteck um ein paar Meter weiter rechts einen andern Felsblock zu besteigen, um von dort sein Revier und mich mit seinem wetzenden Gesang zu beglücken. Adenalinkick pur! 

19. Juni 2019 > Ein Gesang der kaum zu überhören ist..

Vom Bonstettenpark führt der Weg ein kurzes Stück dem Gwattlischenmoos entlang. Der Gesang eines Drosselrohrsängers lässt sich kaum überhören. So tönte es vorgestern laut und knarrend "karre kit, karre kit" aus dem Schilfgürtel vor dem Beobachtungsturm. Für mich ein guter Grund zu einem Besuch des Turms. Der Schlüssel zum Schutzgebiet kann an der Reception des Gwatt Delta Parks ausgeliehen werden. Gesagt, getan und es hat sich gelohnt! Der am Thunersee doch eher rare Sänger suchte mit Unterbrüchen immer wieder einen aus dem Schilf ragenden Busch auf und liess von dort seinen charakteristischen Gesang ertönen. 

15. Juni 2019 > Die hohe Zeit der Erdkröte..

Die Erdkröten des Mittellandes nutzen milde Regennächte der Monate März / April um aus ihren Winterquartieren zu den Laichgewässern zu wandern. Die jedes Jahr von freiwilligen Helfern aufgestellten Amphibienzäune retten dabei viele Tiere vor dem sicheren Strassentod.

An höher gelegenen Bergseen, von wo die geladenen Aufnahmen stammen, verschiebt sich die Hochzeit der Erdkröten in die Monate Mai / Juni. Nicht jedes Weibchen hat das Glück, sich mit einem Männchen auf dem Rücken, ungestört der Laichablage widmen zu können. Die Männchen sind weit in der Ueberzahl und ihr Ringkampf, um ein Weibchen zu ergattern, lässt solche Krötenknäuel entstehen.

Ich habe dem Treiben eine Weile zugeschaut und mich dabei gefragt, ob das betroffene Weibchen diese Situation lebend überstehen wird?

> Link Erdkröte > Karch

06. Juni 2019 > Eine sandige Sache..

Früher in den Steilufern der unbegradigten Flüsse brütend, besiedeln Uferschwalben heute vorwiegend Kiesgruben. Auch die Uferschwalbe gehört zu den Arten des Artenförderprogramms von Birdlife Schweiz. Eine der grössten Kolonien der Schweiz befindet sich im Seeland. Eine Vielzahl an Löchern ziert die eindrückliche Sandwand. Mal ist der Himmel voller Schwalben, dann sind sie plötzlich verschwunden, um kurz darauf wieder die Wand anzufliegen. Einzelne landen auf vorstehenden Sandsimsen, andere sind am Löcher buddeln oder streiten sich mit dem direkten Nachbarn. Eine spannende Sache, dem Treiben durch das Spektiv zuzuschauen. Wir halten Abstand um die Kolonie nicht zu stören. Dank hochwertigem Teleobjektiv plus 2-fach Konverter plus digitaler Nachbearbeitung und Ausschnittvergrösserung mit Photoshop sind auch aus Distanz solche Aufnahmen möglich.

05. Juni 2019 > Eine steinharte Sache..

Die Alpen sind noch nicht mit Vieh bestückt, das Gras noch zu kurz und an vielen Stellen zeugen noch Schneeflecken vom kaum vergangenen Winter. Genau die richtige Zeit, um auf Steinhuhnpirsch zu gehen. Das hört sich einfacher an als es ist. Dem an sich schon schweren Fotorucksack habe ich mit dem Spektiv noch ein Kilogramm mehr angehängt. Steinhühner sind im Gelände sehr schwer zu entdecken, ein Spektiv deshalb fast ein Muss. 

 

Im Schatten einer Sennhütte bezog ich meinen Beobachtungsplatz. An sich wäre mir der wärmende Sonnenplatz um die Hausecke lieber gewesen, aber ich wollte mich ja möglichst "unsichtbar" machen. Fotoausrüstung kontrollieren und bereitlegen, Spektiv auf dem Tripod montieren, die Balance auf dem Mini-Faltstuhl finden und die Suche nach der "Stecknadel im Steinhaufen" konnte beginnen.

 

Und tatsächlich, irgendwo da vorne im felsigen Gelände liess ein Steinhuhn-Hahn seine wetzenden Laute vernehmen. Aber wo suchen? Ist der Rufer eher nah, oder doch etwas weiter weg, oder ruft er vielleicht aus einem Grasband oben in der steil aufsteigenden Felswand?

Wie schon oft erlebt, ist die Ortung eines rufenden Steinhuhns in den Bergen nicht einfach. Also abwarten, gduldig das Gelände weiter beobachten, die Stille geniessen.

 

Irgendwann konnte ich dem mitgebrachten Sandwich nicht mehr widerstehen. Durst löschen, Zeit checken.

Und dann? Dann passierte genau das, worauf ich immer gehofft habe, genau das was mich für all die Steinhuhn-Kraxeleien in den letzten Jahren motiviert hatte. Ein Steinhuhn im Frühling, im Brutkleid, bei gutem Licht, auf Nahdistanz vor die Linse zu kriegen war das Ziel. Wow! Da hatte sich dieser Hahn für mich etwas Besonderes ausgedacht. Was für eine Nummer! Ich drückte auf den Auslöser...

 

 

21. Mai 2019 > Im Revier des Schreiadlers..

Das absolute Highlight unserer diesjährigen Kurzreise, diesmal ins Basse Vallée du Doubs, bescherte uns auf der Rückreise der Halt am Lac de l'Entonnoir in der Region Frasne. Hier hat ein Schreiadlerpaar über Jahre gebrütet. Das Gebiet wollten wir, einfach so und ohne jegliche Erwartung, uns mal anschauen. Und dann diese Ueberraschung!

Seit 2003 ist im Gebiet Frasne ein Männchen des Schreiadlers anwesend. Ein Weibchen folgte und aus dieser Liebschaft gab es über mehrere Jahre Nachwuchs. Nachdem das Weibchen starb, folgten für den Mann zwei Jahre Enthaltsamkeit. Darauf schnappte er sich eine neue Braut und führte diese an den alten Brutplatz. Es wurde ein neues Nest gebaut und es folgten wieder Jahre mit erfolgreichen Bruten. Welch Wunder, das Paar ist auch im 2019 wieder aus Afrika an den Lac de l'Entonnoir zurückgekehrt! >

Was für ein Erlebnis! Während unserer zweistündigen Anwesenheit zeigte sich das Männchen mehrmals sehr schön, aber immer im starken Wind "stehend" leider ohne zu kreisen, nur von der Hinterseite. Resultat: nur viele Belegfotos..

17. Mai 2019 > Eine Oase in der ausgeräumten Landschaft..

In meiner Schulzeit war der Gartenrotschwanz ein verbreiteter Bewohner der kleinstrukturierten bäuerlichen Landschaft mit Hochstammbäumen, privaten Gärten und Pflanzland. Mit dem Umbruch in der Landwirtschaft und der Entwicklung zur heutigen industriellen Agrarwirtschaft, sowie der lebensfeindlichen Umgebung vieler Wohnüberbauungen, verlor der Gartenrotschwanz immer mehr an Lebensraum und ist heute im Mitteland nur noch als wenig häufiger Brutvogel anzutreffen. Die Art gehört zu den Arten die man mit gezielten Massnahmen fördern will. Wenn der Lebensraum stimmt, bestehen durchaus Chancen, dass dies gelingt. Beste Beispiele sind zwei grosse städtische Friedhofareale in der Stadt Bern, die seit Jahrzehnten nach ökologischen Kriterien bewirtschaftet und gepflegt werden. Einer der beiden, der Bremgartenfriedhof ist nicht nur die letzte Ruhestätte prominenter Verstorbener, sie ist auch eine wunderschöne, öffentliche Grünanlage, eine Oase mitten in der Stadt, in der sich ein Verweilen aus verscheidenen Gründen lohnt. Mein Hauptinteresse galt natürlich dem Gartenrotschwanz, der dort in einer Dichte zu finden ist, die ihresgleichen sucht. Und tatsächlich, es gib sie noch die kleinen Wunder! 

Link Gartenrotschwanz Vogelwarte

Link Artenförderung BirdLife Schweiz

06. Mai 2019 > Ein seltener Gast..

Das Kanderdelta hat schon etliche Raritäten hervorgebracht. Meistens handelt es sich aber nur um Kurzbesuche. Oft halten sie sich zudem in einem nicht einsehbaren Teil des Deltas auf und werden deshalb nicht entdeckt. Jedenfalls ist es immer auch eine Glücksache, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Nach dem telefonischen Tipp von Paul Hürlimann habe ich mich Richtung Kanderdelta aufgemacht. Balzende Flussuferläufer begrüssten mich mit ihren Trillern und die von Paul erwähnten zwei Stelzenläufer waren auch schnell gefunden. Für eine Aufnahme waren die beiden allerdings zu weit entfernt. Mein Interesse galt aber primär dem von Paul "versprochenen" :-) Rallenreiher. Ich suchte die ganze Lagune und das ganze Delta ab; kein Reiher zu sehen. Ich blieb eine Weile, setzte mich auf einen Baumstrunk und versuchte Rauchschwalben über dem Wasser im Flug zu fotografieren. Aber auch diesem Unterfangen blieb der Erfolg verwehrt. So ist das halt manchmal. Genau in dem Moment flog ein kleiner weisser Reiher mit karamelfarbener Brust über mich hinweg Richtung Lagune und verschwand schnell aus dem Blickfeld. Mehr als ein paar Beleg-Schnappschüsse hat er mir nicht zugestanden. Aber trotzdem eine schöne Beobachtung. Merci Paul!

02. Mai 2019 > Eine fotografische Herausforderung..

Alle Jahre um diese Jahreszeit können im unteren Thuner Seebecken Baumfalken bei der Jagd nach Subimagos der Eintagsfliegen beobachtet werden. Für mich ist es jedesmal eine Freude, diesen geschickten Flugjägern zuzuschauen und gleichzeitig eine besondere fotografische Herausforderung ein paar gelungene Aufnahmen nach Hause zu bringen.