30. November 2020 > News von LeafLove Safari..

Endlich News aus Namibia! Und es tönt zuversichtlich und voller Tatendrang! News die Freude bereiten! Es lohnt sich reinzuschauen!

Zum Beispiel einmal mit dem Heissluftballon über die grandiose Landschaft Namibias gleiten!? Was für ein Erlebnis das sein muss!

> Link Newsletter vom 20. November 2020

> Link Newsletter vom 28. November 2020

> Link Reisebericht Namibia Herbst 2019

Copyright Leaflove Safari
Copyright Leaflove Safari

20. November 2020 > So weit weg und ( mir ) doch so nah..!

Da sitze ich und warte, allein am Rande einer Lichtung, im Schatten einer kleinwüchsigen dichten Fichte. Ich spitze die Ohren, beobachte die Umgebung, suche den kleinen Kauz im Geäst einer Schermtanne, behalte jeden Tannenspitz im Auge, er kann so schnell und lautlos den Standort wechseln. Glaucidium passerinum ist der lateinische Name des Sperlingskauz. Glaucidium perlatum oder Perlkauz heisst sein afrikanischer Verwandter. 

Ich liebe die Stille und Ruhe des Bergwaldes. Die Gedanken schweifen ab, Sperlingskauz und Perlkauz treffen sich, ich bin wieder mal gedanklich in Namibia. Mehr als 11'000 km, 155 h Fahrzeit mit dem Auto quer durch Afrika, 13 h 15 ' Flugzeit liegen zwischen meinen Aufnahmen der beiden Glaucidium Arten. So weit weg und mir doch so nah! 

> Link Sperlingskäuze Wikipedia

Perlkauz, Auas Gebirge Namibia Oktober 2019
Perlkauz, Auas Gebirge Namibia Oktober 2019

12. November 2020 > Face to face.. :-)

Ein Sonntag, dazu noch mit blauem Himmel, das in Corona Zeiten, das ist sicher nicht der ruhigste Tag in den Bergen. Die Berglandschaft rund um den Thunersee steht unter Corona-Druck. So bin ich gestern Freitag, an einem Wochentag, nochmals hochgestiegen, um nach dem weichen Federball mit dem stechenden Blick zu suchen. Definitiv eine meiner Lieblingsarten! 

> Sperlingskauz

> Link Vogelwarte Sperlingskauz

04. November 2020 > Weiss wie Schnee..

Sie sind bereit für den Winter! Faszinierend dieser Kleiderwechsel vom Sommer in den Winter. Genau diese Szene hatte ich mir insgeheim gewünscht, oder gar erhofft, Schneehühner ganz in Weiss!

Die letzten drei Besuche dieser Schneehuhngruppe waren jeweils ernüchternd ausgefallen. Trotz intensiver Suche konnte ich keine Schneehühner finden. Was war los? Entsprechend fühlte ich eine gewisse Anspannung, nicht etwa der Fotos wegen, die Frage war einfach, hat es noch Schnehühner an diesem Ort? Entsprechend gross war die Freude und Erleichterung als der erste weisse Flecken im Fernglas zum Schneehuhn mutierte. Ich setzte mich erst mal hin, machte die Kamera bereit und deponierte den Fotorucksack in einer Geländemulde, Ballast abwerfen! Inzwischen zeigten sich drei Schneehühner, beäugten mich aus sicherer Distanz, jederzeit bereit abzufliegen um hinter der nächsten Geländekante zu verschwinden. Ich liess den 2-fach Konverter montiert, zog mich vom ersten Beobachtungsort langsam zurück, um in einem weiten Bogen einen bezüglich Licht besseren Standort anzupeilen. Wiederum eine Begegnung der besonderen Art!

> Link Alpenschneehuhn

> Link Alpenschneehuhn Vogelwarte

26. Oktober 2020 > Zilpzalp mit Flügelbinden? Bis jetzt leider noch nicht..

Die Beerentrauben der Mehlbeerbäume und Ebereschen in unserem Garten sind von Amsel & Co schon arg erlesen und noch immer habe ich keine anständige Aufnahme zustande gebracht. Ich sitze vor dem Compi, die Kamera steht neben mir bereit, das Fernglas auch. Man weiss ja nie, ob nicht plötzlich so ein kleiner zwirbliger Unscheinbarer mit auffallend weissgelblichen Flügelbinden und Augenstreif im Apfelbaum rumturnen würde. Noch waren es immer Zilpzalpe die mich zur Kamera greifen liessen. Aufnahmen durch die Glasscheiben mit Gegenlicht der tief stehenden Sonne sind zwar nicht die besten Voraussetzungen für eine gelungene Aufnahme. Aber wenn sich der abgebildete Zilpzalp als Gelbbrauen-Laubsänger erwiesen hätte, ja dann, dann sähe das doch ein bisschen anders aus.

> Link Zilzalp

> Link Zilpzalp Vogelwarte

> Link Gelbbrauen-Laubsänger Vogelwarte

25. Oktober 2020> Vogel des Tages..

Eine Begegnung mit dem faustgrossen Käuzchen ist für mich jedesmal etwas Besonderes. Der kleine putzige Kerl gehört zu den Perlen des Bergwaldes, nicht einfach zu finden, nicht einfach zu entdecken. Jedes Zusammentreffen bringt weitere Erfahrung und Wissen, die Wahl der Mittagsrast war jedenfalls gut geplant. Die Belegaufnahme dient als Memory für eine Exkursion an einem stillen Wochentag! :-)

> Link Sperlingskauz

> Link Sperlingskauz Vogelwarte

21. Oktober 2020 > Herbstzug im Gürbetal, Teil 6..

Die Feldlerche, in meiner Jugendzeit ein typischer Vogel der damals noch reich strukturierten  Kulturlandschaft ist heute aus Teilen des Mittellandes fast verschwunden. Keine andere Art gemahnt mich so direkt an die Verarmung von Fauna und Flora in den vergangenen Jahrzehnten. Der Lerchengesang ist auch im Gürbetal wohl schon lange verstummt. Um so mehr freue ich mich jeweils an den kleineren und grösseren Feldlerchentrupps, die im Herbst auf den Feldern eine kurze Rast einlegen. 

> Link Feldlerche Vogelwarte

20. Oktober 2020 > Herbstzug im Gürbetal, Teil 5..

Ich habe die Felder des Gürbetals nochmals genau unter die Lupe genommen, mehrjährige Buntbrachen habe ich leider keine einzige gefunden. Was auf den ersten Blick ansatzweise nach Brache aussah, waren Gründüngungsflächen, eine Zwischensaat auf einer unbebauten Ackerfläche. Diese Gründüngung dient als eine Art Mulch zur Bodenverbesserung. Wenn sich genug Blattmasse gebildet hat wird die Gründungung gefräst, angetrocknet und in den Boden eingearbeitet. Beliebte Gründüngungspflanzen sind der violettfarbig blühende Bienenfreund Phacelia  und der gelb blühende Ackersenf Sinapis arvensis. Offenbar sind diese Grünflächen für durchziehende Rohrammern attraktive Nahrungsgründe. Die geschätzt im Feld anwesenden 20 - 30 Rohrammern hielten mich photographisch auf Trab.. :-)

> Link Rohrammer

Gründüngung mit Ackersenf und Bienenfreund
Gründüngung mit Ackersenf und Bienenfreund

18. Oktober 2020 > Augen auf..

Einmal im Herbst ins Lötschental ist für uns ein Muss! Mit dem Zug nach Goppenstein, mit dem Bus auf die Fafleralp, easy! Doch der Ausflug endet beinahe bereits im Bahnhof Thun. Der Zug ist mehr als bis auf den letzten Platz besetzt, teilweise stehen die Leute. Das scheint uns definitiv nicht Corona-like, so nicht! In unserem hin und her bezüglich Entscheid und unserem auf und ab vor dem Zug, rettet uns die Zugführerin den Tag, sie schickt uns in die 1. Klasse. Wow! Ein Glücksfall, wir wussten, wir hätten etwas verpasst! 

Augen auf! Eiskristalle! So faszinierend schön kann die Natur sein.. 

Augen auf! Flechten, Moose, Steine. Sieht aus, als würde man aus tausend Meter Höhe auf einen Flecken Afrika hinabschauen..

10. Oktober 2020 > Winter meets Autumn..

In den Höhenlagen oberhalb 2'000m ü. M. hat die Herbstsonne schmale Linien, kleinere und grössere Inseln, Lücken und Fenster in den Schnee gefressen. Die Schattseiten sind weiss geblieben, schmale Bergwege bleiben unberührt. Der Winter hat dem Herbst unmissverständlich auf die Schulter geklopft, bald wird er definitiv das Zepter übernehmen. 

Man ist nicht allein, auf dem Bergweg von der First auf das Faulhorn, auch wenn ein Teil der Wanderer sich mit dem Bachsee zufrieden gibt. Im Sommer herrscht da Gedränge, der Weg lässt selbst Kinderwagen zu, nicht unbedingt das was Susanne und ich in den Bergen suchen. Aber der Blick in die umgebende Bergwelt ist eindrücklich und letztlich allen zu gönnen. Also haben wir uns auch auf den Weg gemacht.

Kein Schwirren und Zirpen ist mehr zu hören, die Insektenwelt ist verstummt. Wo sind all die Käfer, Heuschrecken, Fliegen und Schmetterlinge denn hin? Ja wo und wie überwintern denn eigentlich Insekten? Spannende Frage!

> Link Ruhepause für Sechsbeiner

27. September 2020 > Nein zum missratenen Jagdgesetz..!

 

Am 27. September stimmen wir u.a. über die Änderung des Jagdgesetzes ab. Das Thema Wolf beherrscht die Diskussion. Dabei geht es um viel mehr als um den Wolf. Was mal in den Vorentwürfen auch von den Naturschutzorganisationen als gut befunden wurde, ist in der Vernehmlassung im Parlament von einem Schutzgesetz zum Abschussgesetz mutiert. 

Dass zum Beispiel bedrohte Arten wie Alpenschneehuhn, Birkhuhn und Waldschnepfe in einigen Kantonen weiterhin bejagt werden können kann nur als Schande bezeichnet werden. Deshalb müssen wir Birder am 27. September unbedingt an die Urne! Jede Stimme zählt!

> Link Pro Natura

> Birdlife Schweiz

> Jagdgesetz-nein.ch

14. September 2020 > Herbstzug im Gürbetal, Teil 4..

Sie sind nicht zu überhören, die Kontaktrufe der Schafstelzen. Die zierlich eleganten Vögel gehören zum jährlichen Herbstzug im Gürbetal. Fotogene Vögel, die es dem Fotografen aber nicht immer ganz einfach machen, insbesondere wenn sie im Weidegras versteckt nach Nahrung suchen. Deshalb ist es für mich immer eine Freude, ein paar gelungene Aufnahmen nach Hause zu bringen.

> Link Schafstelze

> Link Schafstelze Vogelwarte

09. September 2020 > Herbstzug im Gürbetal, Teil 3..

Ich wusste aus Erfahrung der letzten Jahre, Buntbrachen sind Wundertüten. Also blieb ich die nächsten zwei Stunden am selben Ort, wartete und beobachtete was sich in der Brache tat. Den Fuchs der dem nahen Maisfeld entlang schlich, ab und zu den "Mäusesprung" zeigte, aber offenbar ohne Erfolg weiter zog, liess ich photographisch unbehelligt, zu weit weg. Normalerweise ist das die übliche Situation, die Fotoobjekte sind meistens eher zu weit weg. Bei dem Vögelchen mit dem verwaschenen blauen Latz, das überraschend, direkt vor mir in der Brache nach Nahrung suchte, war es genau umgekehrt, eigentlich zu nah mit montiertem 2 x Konverter. Ich musste mich entscheiden; Konverter weg gleich Vogel weg? Ich entschied mich für den "Spatz in der Hand" und drückte ein paar Mal ab, bevor das Blaukehlchen etwas weiter weg für einen kurzen Moment eine erhöhte Warte bezog, mich neugierig beäugte und dann die Photosession beendete und Richtung Maisfeld von dannen flog. Wow!

09. September 2020 > Herbstzug im Gürbetal, Teil 2..

Ich muss mich korrigieren, denn oh Wunder, habe ich doch noch eine Brache im Gürbetal gefunden! Da musste ich mich unbedingt, mit dem Morgenlicht im Rücken, in meinem fahrbaren "Hide" einfach mal hinstellen und beobachten. Und es lohnte sich! Vergleichbar mit einer Oase in der Wüste, wo sich die erschöpften Saharaüberflieger Nahrung und Wasser erhoffen, zählte ich schnell mal ein Dutzend Braunkehlchen. Geschätzt waren es sicher gegen zwanzig Individuen dieses zierlichen Bodenbrüters, dessen Brutbestand sich seit Jahren nur noch nach unten bewegt. Noch war die Brache voll behangen mit glitzernden Tautropfen, Fluginsekten rar, also suchten sich die Braunkehlchen Nahrung im Pflanzenbereich, z. B. kleine Raupen zum Frühstück.

> Link Braunkehlchen Vogelwarte

2. September 2020 > Herbstzug im Gürbetal, Teil 1..

Meine erste Pirschfahrt des Spätsommers galt dem Gürbetal. Der Herbstzug bringt oft überraschende Beobachtungen, auch wenn in der öden Agrarlandschaft kaum noch naturnahe Flecken zu finden sind. Und doch, irgendwo müssen die ziehenden Vögel zwischendurch Nahrung aufnehmen, da wird das feuchtschattige Maisfeld fast zum "Naturschutzgebiet.“ Keine einzige, nicht eine einzige Buntbrache ist dieses Jahr im ganzen Gürbetal zu finden. Selbst die Böschungen der kanalisierten Gräben sind säuberlich gemäht, getrimmt auf den Sauberkeitsanspruch unserer Zeit.

Und doch! Ich halte an, warte ab, suche die Uebergänge zwischen Maisfeld und angrenzendem Ackerland ab, Geduld ist gefragt. Da, da sitzt er plötzlich vor mir, der junge Neuntöter, mal auf einem Maiskolben, mal sonst wo auf einer Warte, beobachtet er die nahe Umgebung, fliegt ab und zu hinab auf den Boden; Nahrung ist gefragt! Ich halte an, schaue ihm zu und frage mich, wo er den Winter verbringen wird.

24. August 2020 > Er zippt im hohen C..

Ein Spaziergang, ohne Fernglas und Fotoausrüstung, dafür mit Hund der sich schwanzwedelnd auf den Trail freut, am frühen Sonntagmorgen vor anderthalb Wochen. Wir durchlaufen die schlafende Stadt, vorbei am Schloss Schadau, erster Blick auf den See mit Eiger, Mönch und Jungfrau, umgehen den Lachenkanal, biegen in den Strandweg, durchqueren den Bonstettenpark, unser Ziel ist der Gwatt Deltapark. Der See funkelt unter den ersten Sonnenstrahlen, Fischer auf ihren Booten teilen mit uns die jungfräulichen Morgenstunden. Susanne und ich sind uns einig, wir wohnen an einem wunderbaren Ort! 

Auf dem Rückweg bleibe ich zweimal stehen, ich meine aus dem Gwattlischenmoos ein Zip.. zip.. zip.. eines Zistensängers zu vernehmen. Dem wollte ich unbedingt in der folgenden Woche nachgehen. Martin Wettsteins Meldung am nächsten Tag, wandelte meine Wahrnehmung zur Gewissheit. Die ausgesprochene Rarität wurde dann von Marco Hammel noch gedoppelt. Gestern machte ich mich nun selber auf die Suche und die Bilder lassen drauf schliessen, dass ich den Winzling gefunden habe. :-)

> Link Zistensänger Vogelwarte

> Link Zistensänger

Nachlese Juli - August 2020 > Neuntöter..

Am 6. Juli war ich nochmals bei den Neuntötern und hoffte, leider ohne Erfolg, junge Neuntöter fotografieren zu können. Also hiess das, nochmals hin, neuer Versuch. Und tatsächlich zeigten sich zwei Jungvögel, schon ziemlich mobil, meistens im Innern von Buschgruppen versteckt und deshalb umso schwieriger zu fotografieren. Ein Geduldsspiel mit mehr oder weniger befriedigendem Resultat. 

10. August 2020 > Sie warten auf die Nachtschicht..

Frische Gewöllballen am Boden verraten ihre Anwesenheit. Ich suche das Dachgebälk der Scheune nach den Verursachern ab, dabei müssen sich meine Augen aber zuerst an die Dunkelheit gewöhnen. In der dunkelsten Ecke des Gebäudes, im Winkel zweier Dachbalken, direkt unter den roten Ziegeln leuchtet etwas Helles. Ein Blick durch das Fernglas bestätigt meine Vermutung. Nicht eine, sondern erfreulicherweise zwei Schleiereulen beobachten den unerwünschten Eindringling. Die Augen sind nur in einem schmalen Spalt sichtbar. Hier verbringen die beiden den Tag, bis mit der Abenddämmerung wieder die Nachtjagd beginnt.

Ich habe das Stativ Zuhause gelassen, versuche deshalb freihändig ein paar Aufnahmen zu machen. Blitzen kommt nicht in Frage. Mit Offenblende 2.8 und einer Verschlussgeschwindigkeit von 1/60 Sekunde bringe ich die ISO auf 800 - 1250 runter. Wackelig abgestützt auf einem Heuwender drücke ich auf Serie, in der Hoffnung, dass mindestens eine Aufnahme brauchbar sein wird. Die Quali ist nicht berauschend, aber ganz passabel.. :-)

> Link Schleiereule Vogelwarte

> Link Schleiereule

23. Juli 2020 > Flugshow am Schafberg..

In den Monaten Juni / Juli lassen sich im Gebiet Boltigen / Jaun fast auf Nummer Sicher Gänsegeier beobachten. Nicht immer hat man aber das Glück, diese Vögel nah beobachten zu können, gestern hats wieder mal geklappt. Right Time, Right Place..! Einfach grandios! 

Während sich der erhoffte Mönchsgeier einfach nicht präsentieren wollte, machte doch noch ein anderer Geier seine kurze Aufwartung. Mit einem Knochen eines Hinter- oder Vorderlaufes von einem Schalenwild in den Fängen stieg er von der Walop Richtung Schafberg auf und verschwand hinter diesem. Die Distanz ermöglichte nur Belegfotos. Das spannendste an der Beobachtung war aber der Knochen.

> Link Bartgeier

> Link Gänsegeier

22. Juli 2020 > Draufhalten bis die Arme erlahmen..

Flugaufnahmen machen immer wieder Spass und Flussseeschwalben sind besonders attraktive Uebungsobjekte! Kamera und Objektiv stemmen wird schnell mal zu anstrengender Arbeit. :-) 

12. Juli 2020 > Purpur zum zweiten..

Neben der Hauptattraktion Purpurhuhn, war ein anderer Purpur-Träger im Creux de Terre anwesend und ein Einblick in ein Nest mit zwei Jungvögeln dieser aparten Reiherart war ein weiteres Highlight dieses Ausfluges.

11. Juli 2020 > Purpur.. Das tönt verlockend!

Was mich betrifft, es gibt sie noch, die weissen Flecken auf der Landkarte der Schweiz. Eigentlich noch viele, wenn ich mir das so vor Augen halte. Oder waren Sie schon mal in Chavornay? Das Dorf liegt direkt an der Autobahn Bern - Yverdon - Lausanne. Kurz vor Chavornay befindet sich das Naturschutzgebiet Réserve Naturelle Creux de Terre, einer dieser weissen Flecken in meiner Birder-Map. Mein Hauptinteresse galt einem Vogel, den ich vor vielen Jahren in Andalusien zum ersten Mal gesehen hatte und dem ich letzten Herbst in Namibia begegnet bin.

Die Meldung, dass seit Ende Juni im Creux de Terre ein Purpurhuhn zu beobachten sei, hat mich nicht ganz gleichgültig gelassen. Soll ich (auch) oder soll ich nicht? Die Tage gingen vorbei, die Meldungen über Swiss Bird Alert klingelten aber weiter auf dem iPhone.. Also, entscheide dich mal! 

Nicht dass ich ein Fotoshooting mit Portrait erwartete, sicher nicht. Ich hoffte nur darauf, den attraktiven Vogel zu sehen, vielleicht ein paar Belegaufnahmen machen zu können und ein unbekanntes Gebiet kennen zu lernen.

Es hat sich in allen Teilen gelohnt, das Huhn hat mir und etlichen Mitbeobachter*innen die Aufwartung gemacht, zwar auf weite Distanz, aber doch gut sichtbar, um sich dann schnell wieder in die Binsen davonzuschleichen. Uebrigens, das kleine helle Pünktchen in der Header-Aufnahme ist ein Purpurreiher und dort hinten hat sich das Purpurhuhn gezeigt. Ich staune immer wieder, was die heutige Fototechnik möglich macht.. :-)

> Link Purpurhuhn Vogelwarte

Purpurhuhn Namibia Herbst 2019
Purpurhuhn Namibia Herbst 2019

06. Juli 2020 > Familie Mandarin..

In den letzten Wochen habe ich meine Zeit intensiv dem Neuntöter gewidmet. Wie so oft, kann man trotz grossem Aufwand nicht alle erhofften Pics nach Hause tragen. Ein schöner Abschluss wären z.B. flügge Junge die von den Altvögeln gefütttert werden. Bis jetzt haben sich meine diesbezüglichen Wunschbilder noch nicht umsetzen lassen und nun bin ich vermutlich zu spät. Werde bei Gelegenheit trotzdem nochmals hinradeln.

Was solls, es gab ja noch anderes in diesem vor Jahren renaturierten Bachgraben zu entdecken. Libellen, Schmetterlinge, Feldsperlinge die sich tschilpend in den Sträuchern versteckten. Ich schlenderte dem Bach entlang, wollte mal die ganze Länge abschreiten, erkunden was sich auf der letzten Wegstrecke finden lässt. Das Bächlein hat zwischen dicht verkrauteter Vegetation immer wieder kleine offene Wasserstellen, mal schmal, mal etwas breiter.

Da bewegt sich was! Ich blieb stehen und wartete.  Mitten in blühender Brunnenkresse liess sich etwas Braunes erkennen, nur wenig ragte aus dem dichten Kresseteppich. Weiter hinten krabbelte ebenfalls etwas Unbestimmtes in der Böschung rum. Ich nahm das Fernglas zur Hand und genau in diesem Moment befreite sich ein kleiner Entenkopf aus dem Kressegewirr und aus einer Seggengruppe kamen weitere Jungenten samt Altvogel zum Vorschein. Ich staunte nicht schlecht, eine echte Ueberraschung! Ein Mandarinentenweibchen führte fünf Junge!

Während für Frau Mandarin das Brutgeschäft noch nicht zu Ende ist, sie sich noch ihrer Jungmannschaft widmen muss, waren zu gleicher Zeit die beiden Herren Mandarin - die vom unteren Seebecken beim Kleistinseli - mit ihrer verblasssenden Schönheit beschäftigt. War die Pracht des Brutkleides vor ein paar Monaten kaum von andern Federkleidern zu überbieten, zeigte sich einer der beiden Erpel noch deutlich als Männchen erkennbar, während der zweite Erpel schon fast ganz ins Schlichtkleid gewechselt hatte. Nur einzelne farbige Federchen an Stirn, Wange und Brust zeugten noch von vergangener Pracht.

01. Juli 2020 > Die Spyren an der alten Stadtmauer in Thun..

Ich sehe sie jeden Tag über der Stadt, bewundere ihre Flugkünste, die Mauersegler, diese fliegenden Symbole des Sommers. Anfangs Mai sind sie gekommen und jetzt dauert es noch einen kurzen Monat und die Segler sind schon wieder weg, machen sich auf den Weg in ihr Winterquartier im südlichen Afrika.

In der alten Stadtmauer, die sich vom Grabengut bis zum Schloss hochzieht, wurden bei verschiedenen Mauersanierungen explizit Nistmöglichkeiten für Mauersegler erhalten, resp. neu geschaffen. Den Initianten gehört der Dank aller, die sich Sommer für Sommer an den Spyren erfreuen.

Nun sind diese pfeilschnellen Segler wahrlich nicht ganz einfach zu fotografieren! Warum sollte ich mich nicht wieder mal dieser Herausforderung stellen. Gedacht, getan. Ich begnügte mich erst mal mit Versuchen an den Einfluglöchern zu ihren Nistplätzen..

> Link Mauersegler

> Link Mauersegler Wikipedia

> Link Mauersegler Vogelwarte

> Link Stadtmauer Grabengut

19. Juni 2020 > Da geht die Post ab..

Diese halbwüchsigen Gänsesäger im Uferbereich vor dem Bonstettenpark sind schon fast selbständig. Ein immer wieder schönes Fotosujet, wenn sie im Schwarm, den Kopf halb unter Wasser, auf Tauchjagd gehen. Mutter Gänsesäger ist zwar auch Teil der Jagdgesellschaft, ihre Aufgaben scheinen aber mehr darin zu liegen, ihre Jungen zu guten Jagdgründen zu führen und dabei stets mögliche Gefahren, z.B. nicht angeleinte Hunde im Auge zu behalten.

18. Juni 2020 > Projekt Neuntöter..

Der Neuntöter ist ein Vogel der in seinem Bestand nicht als direkt gefährdet eingestuft wird, aber nur in einem ihm zusagenden Lebensraum zu finden ist.

Er bevorzugt Hecken und Buschgruppen mit Dornengewächsen in deren Umgebung sich Grossinsekten, Kleinsäuger und Reptilien finden lassen. Diesem Vogel wollte ich einen Pirschgang widmen. Einerseits war ich neugierig ob er überhaupt wieder im Gebiet anwesend war und anderseits hoffte ich auf ein paar Aufnahmen dieses interessanten Vogels. Der erste Teil der Wegstrecke war negativ, kein Würger, keine Sichtbeobachtung, kein Warnton. Ab und zu stieg ich vom Fahrrad, um mich noch genauer umzusehen.

Der Feldweg begleitet einen Niedrigwasser führenden V-förmigen Kanal mit beidseitigen Böschungen. Der Pflanzenbewuchs im Wasser- und Böschungsbereich ist abwechslungsreich und vielfältig. Einzelbüsche, Buschgruppen und höhere Einzelbäume runden das Bild ab. Mit Sicherheit ein wertvoller Lebensraum auch wenn es sich nur noch um ein kleines Ueberbleibsel eines ehemaligen Moores handelt. 

Der zweite Wegteil brachte dann die erhoffte Begegnung mit dem Neuntöter! Auf einer Strecke von ca. 1.5 km konnte ich drei Brutpaare notieren. Bei allen drei Standorten waren sowohl Weibchen wie Männchen futtertragend zu beobachten. Dazu gesellte sich ein Paar Schwarzkehlchen und zwei singende Sumpfrohrsänger. Ein ergiebiger Nachmittag!

> Link Neuntöter Vogelwarte

> Link Neuntöter

17. Juni 2020 > Quizfrage: Wer singt da wen an..?

Die beiden Rohrsänger auf der Collage - soviel sei verraten - sind allein auf Grund ihres Aussehens im Feld schwierig zu unterscheiden. Nach ein, zwei Gesangsstrophen ist der Fall aber relativ schnell gelöst. Der eine der beiden ist ein begnadeter Stimmenimitator, der andere ist mehr der ausdauernde Sänger mit kratzender Stimme auf zwei. drei differierenden Tonlagen. Auch ihr Lebensraum unterscheidet sich eindeutig, wobei die beiden Habitate oft fliessend ineinander übergehen können. Wer ist nun wer? 

> Link Auflösung Vogel links

> Link Auflösung Vogel rechts

06. Juni 2020 > Ende gut, alles gut..!

Die letzten Bilder stammen vom 1. Juni , vielleicht ein oder zwei Tage bevor die Jungen ausgeflogen sind. Ich war mehrere Male vor Ort und habe das Brutgeschehen mit Interesse verfolgt. Dabei ist mir aufgefallen, dass mit Beginn der Fütterungen keine Rufe und kein Trommeln mehr zu vernehmen waren. Die Fütterungsintervalle erfolgten nicht gleichmässig, mal kurze, mal längere Abwesenheiten, mal beide Geschlechter gleichzeitig am Höhlenbaum, oder ein  Vogel zweimal in kurzer Folge.

In den ersten Fütterungstagen schlüpfte der futtertragende Vogel jeweils immer ganz in die Höhle und blieb dort, bis der Partner oder Partnerin an der Höhle erschien. Der ankommende Vogel wartete dann bis der andere aus der Höhle abflog. Männchen wie Weibchen waren in etwa  gleich aktiv an den Fütterungen beteiligt, wobei das Weibchen vorsichtiger an die Höhle heranging. Spannende Wochen, lehrreich und nicht alltäglich eine Kleinspechtbrut beobachten zu können. Für gute Fotos war die Bruthöhle aber leider nicht ideal gelegen. Aber was solls, wichtig war ja letztlich der erfreuliche Brutverlauf!

05. Juni 2020 > Once upon a time..

Once upon a time.. Es war einmal.. Mit diesen Worten beginnen nicht nur Märchen, auch viele Erzählungen aus früheren Zeiten beginnen mit dieser Einleitung. Also warum nicht mal zurückblicken? Zurück auf die 50-iger Jahre des letzten Jahrhunderts.

Es war einmal ein Gossvater mit seinem kleinen Grossbub. Der Grossvater hatte sich aus einer ausgebeuteten Kiesgrube ein Paradies erschaffen und gab ihm auch den Namen "Paradiesli.“ Etliche  Jahre war das auch die „weite Welt“ des Grossbubs, war für mich Prärie, Rocky Mountains, Sambesi und Serengeti zugleich.

Mit Hilfe internierter Polnischer Soldaten hatte er den Kiesboden der Grube mit Humus bedeckt und mit Remise, Wagenschopf, Hühner- und Schafstall mit Heubühne eine kleine Farm gebaut. Zwei Dutzend Schwarznasenschafe, eine Schar Leghorn und Sussex Hühner, ein paar Gänse und verwilderte Hauskatzen teilten mit Grossvater und mir das Paradies. Prächtige Apfel- und Kirschbäume, Basler Chlöpfer, rundeten die Idylle ab. Auf der einen Seite bildete eine steile Kieswand, auf der andern Seite ein Bach, die Langete, die Grenzen dieses Paradieses. Das war mein Reich, es roch nach Heu, nach Schafstall, nach Fuchs, Marder und Illtis. Im Bach hatte es Forellen und gleichzeitig Ratten, die sich an den Schlachtabfällen einer oberhalb gelegenen Metzgerei gütlich taten. Im selber gebauten Teich quakten Frösche, auf der Oberfläche schwammen Wasserlinsen und in Asthaufen sonnten sich Ringelnattern. Hier wurde mein Interesse an der Natur geweckt. Die Vögel hatten es mir besonders angetan, der Gartenrotschwanz war einer meiner Lieblinge.

Ein Paar dieser zierlich schönen Vogelart brütete über Jahre im Paradiesli, immer am selben Ort, unter dem dreieckigen Firstblech des Junghennenhauses. Jeden Frühling wartete ich auf die Rotschwänze, schaute ihnen beim Nestbau zu und kontrollierte in kindlich unbekümmerter Art die Anzahl Eier, das Alter und Gedeihen der Jungen, liess sich das Nest doch wie eine Schublade hervorziehen und wieder hineinschieben. Once upon a time..

 

Der Gartenrotschwanz ist in den letzten Jahrzehnten immer seltener geworden. Verlust des Lebensraumes ist die lapidare Erklärung für viele Vogelarten die das gleiche Schicksal erleiden. Umso erfreulicher, dieses Jahr im Uebergang Rebberg - Privatgärten - Obstbäumen der Schlosshofstatt Spiez, zwei fütternde Paare Gartenrotschwänze, ein weiteres singendes Männchen und evtl. noch ein weiteres Paar, also 3-4 Paare auf einer Wegstrecke von einem Kilometer beobachten zu können. Im ganzen Gebiet wurden -zig Holzbeton-Nistkästen der Marke Schwegler aufgehängt. Noch fehlt der erhoffte Wendehals, aber die Ersatzmieter sind ebenso willkommen!

> Link Gartenrotschwanz Vogelwarte

> Link Gartenrotschwanz

02. Juni 2020 > Wie ruft denn eigentlich ein Gleitaar..?

Ja, wie ruft denn dieser wunderschöne Greifvogel eigentlich? Jedenfalls nicht wie Sie vielleicht erwarten würden. Noch unschlüssig, ob ich doch noch ins Seeland fahren soll, um in den Feldern von Kerzers nach der Ausnahmeerscheinung zu suchen, habe ich ganz spontan mal auf dem iPhone den Ruf des Gleitaars angeklickt und war dann doch etwas überrascht. Eine Ruffolge von huit, huit, huit.. tönte so gar nicht nach Greifvogel. 

Okay, los gehts. Der Vogel war am Mittag noch gemeldet worden und im Gebiet angekommen musste ich nicht lange suchen, der Greif mit seinen hellweissen Körperpartien war mit dem Fernglas schnell gefunden.

Nun war die Frage, wie und von wo ich zu Aufnahmen kommen könnte? Der Greif war zu weit weg, zudem flimmerte die Luft über der hochstehenden Heuwiese, also keine Chance für mehr als ein verschwommenes Belegbild. Was nun? Ich machte trotzdem mal die Fotoausrüstung bereit und entschied mich, im Schatten eines Busches am Feldwegrand abzuwarten, ob der Greif doch mal seine Warte verlassen würde.

Warten hiess also die Devise. Eine halbe Stunde verging, ausser gelegentlicher Gefiederpflege machte der Vogel keine Anstalten, seinen Platz etwas näher zu mir zu verschieben. Mich durch das hohe Heugras anzuschleichen kam nicht in Frage, der Bauer hätte daran sicher keine Freude. Also blieb spasseshalber nur der Griff in die Trickkiste. Ich montierte mein Fernrohr auf dem Stativ um allfällige Reaktionen des Vogels besser sehen zu können und versuchte dann so gut als möglich, die huit, huit, huit - Pfiffe nachzupfeifen. Und was ich nicht erwarten durfte, der Vogel schien darauf zu reagieren, wechselte die Sitzstellung im Busch, schaute in meine Richtung und antwortete mir mit eigenem Pfeifen. Das Wechselspiel ging 3-4 mal hin und her und dann flog der Greif tatsächlich in meine Richtung, umkreiste meinen Standort und baumte dann, ca. 50m weit entfernt, auf einem Weissdornbusch auf. Die Ueberraschung war perfekt! Nachdem er trotz seines Suchfluges keinen Artgenossen entdecken konnte, flog er nach einigen Minuten wieder zu seinem alten Standort zurück und ich hatte ein paar Bilder im Kasten. Eine unglaubliche Geschichte! 

29. Mai 2020 > Ein farbenprächtiger Tag..!

Die Bienenfresserkolonie im Leukerfeld stand schon lange auf der Ausflugsliste. Dachte immer, die Bienenfresser seien eh zu weit weg für eine ansprechende Aufnahme und die Hide-Fotografie ist ja auch nicht so wirklich mein Ding. Den entscheidenden Input kam dann von meinem Freund Hoschi, der mich mit seinen feinen iPhone-Fernrohrvideos richtig gluschtig gemacht hat. Und erstens kommt es anders und zweitens als man denkt! Dieser Kalauer passt hier bestens. Ein Besuch dieser Bienefresserkolonie lohnt sich für jeden interessierten Besucher, jede Besucherin und insbesondere auch für Kinder. Mit dem Licht im Rücken ist auch der Fotograf gut bedient und die offene Sichtschutzwand, mit mehreren Schiebeöffnungen versehen, hat nicht die Enge eines geschlossenen Hides. Kurz und bündig, ein Highlight für jeden Birder!

27. Mai 2020 > Nachlese Häppchenjäger..

Aus der Nähe betrachtet ist so eine Eintagsfliege ein durchsichtiges "Nichts", bei Baumfalken als Nahrung aber offenbar beliebt. Um davon satt zu werden braucht es aber sicher eine Hundertschaft von diesen Insekten. Diese scheinen bei ihrem Hochzeitsflug den jagenden Baumfalken kaum entgehen zu können. Die Falken fliegen die aufsteigenden Eintagsfliegen meistens mit ausgestreckten Füssen von unten an, packen das Insekt beidfüssig und halten es auch mit beiden Füssen fest, um die Beute während eines nur wenige Sekunden dauernden Bremsfluges zu verspeisen. 

> Link Baumfalke Vogelwarte

> Link Baumfalke

27. Mai 2020 > Ein spezieller Sommergast..

Im Mai 2008 hat Marco Hammel am oberen Ende des Thunersees einen Rothalstaucher fotografiert. Seitdem wird dieser Vogel, man kann annehmen dass es immer derselbe ist, fast jedes Jahr auf dem oberen Thunersee oder auf dem Brienzersee beobachtet. Ich bin dem Lappentaucher, den man normalerweise in der Schweiz eher als spärlichen Wintergast kennt, bisher nur einmal im Mai 2017 in der Weissenau begegnet. Die Beobachtung vom vergangenen Montag war dann noch etwas spezieller. Laut quäkende Schreie vom See her weckten meine Aufmerksamkeit. Das tönte anders als ein Haubentaucher und ein suchender Blick durch eine Gebüschlücke auf den Uferbereich bestätigte meine Vermutung, es war der altbekannte Rothalstaucher, offenbar voll in frühlingshafter Balzstimmung. Wen er mit seiner Balz bezirzen wollte war mir nicht klar, war doch kein Haubentaucher in der Nähe und das Blässhuhn, das ihn agressiv vertreiben wollte, war wohl auch nicht seine Wahl. So blieb ihm nur die volle Aufmerksamkeit des Fotografen, der sich mit der Gegenlichtsituation schwer tat.

> Link Rothalstaucher Vogelwarte

19. Mai 2020 > Die Flugshow der Häppchenjäger..

Jedes Jahr wiederholt sich im Mai die Flugshow der Baumfalken, die im Gebiet Bonstettenpark - Gwattlischenmoos Jagd auf die aufsteigenden Imagos der Eintagsfliegen machen. Die Falken bei dieser Jagd zu fotografieren ist jedesmal eine echte Challenge. Meine Motivation das Gebiet mehrere Male aufzusuchen, wurde aber zusätzlich von der Gewissheit genährt, dass auch Rotfussfalken, auf ihrem Zug ins östliche Brutgebiet, im Gwatt einen Halt einlegen können. Meine Freude war natürlich gross, als mein Wunsch tatsächlich Gestalt annahm. Zwei männliche Rotfussfalken, ein Vogel ausgewachsen, einer im Kleid des ersten Sommers liessen sich den Eintagsfliegenschmaus nicht entgehen. Diese Gelegenheit wollte ich packen! Ich wusste, da musste ich Zeit und Geduld investieren, wie meistens eine Grundvoraussetzung zum Erfolg. Dem Glück lässt sich oft aber auch mit Taktik etwas nachhelfen. 

Tag 1

Equipment bereitstellen, Stativ auf Gepäckträger festzurren, Fotorucksack umschnallen und los gings mit dem Fahrrad Richtung Gwatt. Zuerst holte ich an der Reception des Delta Parks den Schlüssel zum Beobachtungsturm im Gwattlischenmoos. Wollte mich erst mal schlau machen, ob die Falken noch da sind und wenn ja, deren Aktivitäten studieren. Wo ruhen sie, wie lange sind die Pausen, wo fliegen sie vorwiegend, kommen sie in die Nähe des Turms…? usw. 

Erleichtert stellte ich erstmal fest, ja sie waren noch da! :-) Ein hohe Birke, ungefähr in der Mitte zwischen Turm und Südrand des Schutzgebiets stehend, war offenbar der bevorzugte Ruheplatz der beiden. Gefiederpflege war dabei ihre Hauptbeschäftigung und gleichzeitig auch die meinige, ihnen dabei mit dem Fernglas zuzuschauen. Dies war letztlich auf diese Distanz aber nicht sonderlich spannend. Stark flimmernde Luft machte die Aufgabe nicht einfacher, aber ich wollte den nächsten Abflug nicht verpassen. Der Tag war im Rahmen von Belegfotos relativ ernüchternd ausgefallen. Am nächsten Tag wollte ich mich beim Hide am Südrand installieren, vermutlich hätte ich dort am Morgen erst noch bessere Lichtverhältnisse.

Tag 2

Ausrüstung bereit, Velo bereit, derselbe Weg, die Fahrradbremsen quitschen fürchterlich, ein Clean and Check wäre angezeigt.

Ich beziehe wie geplant Stellung beim Hide am Südrand. Die beiden Rotfussfalken sind immer noch da, sitzen für die nächste halbe Stunde auf der Birke und machen keine Anstalten, sich mir mal im Flug zu zeigen. Warten, beobachten, warten. Zwischendurch suche ich zur Abwechslung nach dem dauerknarrenden Drosselrohrsänger im nahen Schilfgebiet. Konzentration sieht anders aus.

Aber was soll denn das jetzt? Die beiden Falken hatten die Birke verlassen und ich konnte es fast nicht fassen, flogen ihre Jagdrunden im Gebiet zwischen Birke und Bonstettenpark, den Beobachtungsturm umkreisend!? Soll ich sofort auf den Turm dislozieren? Erstmal Ruhe und kühlen Kopf bewahren dachte ich, schliesslich bewegen sich die Vögel im Sekundenbereich um das Schutzgebiet zu überfliegen und ich brauche mindestens eine halbe Stunde um mich zum Turm zu verschieben.

Okay, das Bild änderte sich auch in den nächsten zehn Minuten nicht. Alos packte ich meine Sachen zusammen, holte wiederum den Schlüssel im Delta Park und auf dem Turm angelangt, nahm ich zu Kenntnis, die beiden Rotfussfalken hatten es sich wieder auf der Birke gemütlich gemacht.

Die bettelnden jungen Blaumeisen im Nistkasten an der Dachstütze hinter mir und die eifrig Futter heranschleppenden Altvögel erinnerten mich an das im Rucksack wartende Sandwich. Fazit des zweiten Tages: Die beiden Falken hatten bezüglich Jagdgebiet keine Präferenzen, bezüglich Ruheplatz hingegen schon. 

Tag 3

Nach zwei Tagen mit lauter Belegfotos, davon 98 % Papierkorbkandidaten, reifte der Entschluss, mich auf den Beobachtungsturm zu konzentrieren. Entweder haut es hin, oder dann eben nicht. Das tolle Erlebnis, Rotfussfalken ausgiebig bei ihrer Flugjagd beobachten zu können hatte ich ja bereits im Sack, mehr erachtete ich als glückliche Zugabe!

Mein Entschluss, mich auf dem Turm zu installieren war denn auch die richtige Entscheidung. Geduld brauchte es auch an diesem Tag. Aber in der Zeit zwischen zwei und drei Uhr gab es offenbar im näheren Gebiet rund um den Turm kurze Zeitphasen, wo Eintagsfliegen in Schwärmen hochgestiegen sind. Dies lockte umgehend sowohl Baumfalken wie auch die beiden Rotfussfalken an. Zu meiner grossen Ueberraschung war nun auch noch ein Rotfussfalkenweibchen 2. Kalenderjahr mit dabei. Jetzt ging die Post ab! Die jagenden Falken hielten mich auf Trab, trieben mich von einer Turmseite auf die andere, einfach so gut es geht draufhalten, versuchen die anfliegenden Vögel mit dem Fokus zu erfassen, scharf zu stellen, nicht zu verlieren, einfach auf gut Glück den Auslöser rattern lassen! Wow! Das waren spezielle Momente, Adrenalin pur! "Ohne Anstrengung keine Glücksgefühle!"

12. Mai 2020 > News von LeafLove Safari..   Als wärs gestern gewesen..!

Was ist ein Sengi fragt Albert  Voigts auf seinem Newsletter. Bei dem niedlichen Mäuschen mit dem Rüsselchen handelt es sich um eine Trockenland-Elefantenspitzmaus Elefantulus intufi. Fotografiert hat sie mein Freund Albert Voigts auf seiner Farm in Namibia. Für Albert eine beglückende Begegnung, konnte er doch nach all den Jahren anhaltender Dürre nicht unbedingt damit rechnen, dass er dieses Tierchen auf seiner Farm noch antreffen würde. Für mich, als wäre ich fast dabei gewesen.

Als würden die gravierenden Folgen der Dürrejahre nicht der Sorgen genug bereiten, ist nun noch zusätzlich die globale Corona-Krise dazugekommen und hat den Tourismus in Namibia zum Erliegen gebracht. Davon ist auch Albert und Familie mit seinem Unternehmen LeafLove Safari arg betroffen. Ich leide mit ihm und träume gleichzeitig von Namibia. Mögen die grossen feinadrigen Öhrchen und das zierliche Rüsselchen sinnbildlich für die Gabe stehen, selbst die feinsten Töne  der Hoffnung und die seltensten Düfte der Zuversicht aus der Natur Namibias einfangen zu können.

Wer mehr erfahren will, dem kann ich den Newsletter wärmstens als Lektüre empfehlen!

> Link Newsletter LeafLove Safari

11. Mai 2020 > Grünspecht, Ueberraschung des Tages..

Das Wetter lädt nicht unbedingt zu einer Fotopirsch ein. Zudem sollte ich ja ab und zu auch die "vergessenen" Dateien mal durchforsten und aussortieren. Den halben Morgen habe ich mich aber zuerst mit Kleinspechtaufnahmen richtiggehend abgemüht. Die Aufnahmen waren unter ganz schwierigen Lichtverhältnissen im Brutrevier entstanden. Ihre Bruthöhle haben sich die Bauherren hoch oben in einem rindenlosen, sonnengebleichtem Totholzteil eines grossen Laubbaumes gezimmert. Lücken durch das Blätterdach niedriger Sträucher und umgebender Bäume mit Blick zur Höhle sind zum Fotografieren rar. Der Höhleneingang hat eine Nord-Ostausrichtung, wird so nur von frühem Morgenlicht beschienen, während der Rest des Höhlenastes grelles Sonnenlicht reflektiert wie ein Parabolspiegel. Fazit: Die anfliegenden Vögel stehen mal im grellen Licht, dann im Vollschatten, dann partiell beleuchtet, eine sehr schwierige Aufnahmesituation. Resultat: Unter den vielen Aufnahmen hat es eine Handvoll die als Belegfotos problemlos durchgehen, aber bezüglich Quali durchfallen. Okay, habe mich bei der Fotobearbeitung der Kleinspechtaufnahmen geschlagen gegeben, werde es im frühen Morgenlicht nochmals versuchen..:-)

Also zurück zur ursprünglichen Absicht, Fotodateien zu durchforsten. Und siehe da! Kleinspecht im Minus, Grünspecht im Plus! 

 

Kleinspecht Thun 9. Mai 2020
Kleinspecht Thun 9. Mai 2020

04. Mai 2020 > Der Wendehals, ein Vogel mit Tarnkleid..

Ein Fotoausflug in die Rebberge des Jura-Südfusses stand schon lange auf meiner Wunschliste. Am vergangenen Montag war es soweit. 

Im Gebiet Twann - Ligerz hat im 2005, nach jahrelanger Absenz, wieder ein Paar Wendehälse erfolgreich gebrütet. Zwei Jahre später wurde der Wendehals als Vogel des Jahres gewählt; Grund und Motivation für Hans Rudolf Pauli ein privates Artenförderungsprogramm Wendehals zu starten. Dutzende von Nistkästen wurden von ihm und seinen Helfern in den Rebgebieten des Bielersees aufghängt und der Erfolg ist letztlich nicht ausgeblieben. Im Jahre 2016 zählte Hans Ruedi Pauli 13 Brutpaare, wahrlich eine Erfolgsgeschichte! 

> Link Birdlife / Ornis Wendehals