23. November 2018 > Irrgast des Jahres..

Der Hype war gross, als am 18. November die erste Meldung über Swiss Bird Alert hereinkam. Ein Schachwürger, noch nicht ganz sicher bestätigt, sei bei Grandson am Neuenburgersee entdeckt worden. Für Ranking-Freaks war das vermutlich wie ein Alarm bei der Berufsfeuerwehr. Einzig auf Blaulicht mussten sie verzichten. Eine Stunde später kam die Bestätigung und die ersten Fotos; es handelte sich tatsächlich um einen Schachwürger Lanius s. erythronotus, einem Vogel der in ganz Asien seine Verbreitung findet. 

Ich beteilige mich an keinem Ranking, aber ab und zu interessiert mich ein gemeldeter Vogel aus andern Gründen. Meinen ersten Schachwürger habe ich 2004 in Goa Indien gesehen und damals noch mittels Digiscoping durch das Fernrohr fotografiert. Wenn ein solcher Irrgast in Europa auftaucht, fragt man sich unweigerlich, von wo und auf welchem Weg der Vogel wohl hergekommen sei.

Als am Montag, 19. November auf dem iPhone die Meldung aufleuchtete, dass der Vogel noch immer anwesend sei, prüfte ich mal die ÖV-Verbindung Thun - Grandson / Corcelettes und die Wetter-App. Na ja, hin und zurück 5 Stunden Zug- und Busfahrt. Will ich das? Schachwürger in Indien, Schachwürger in der Schweiz? Fünf Stunden Zug- und Busfahrt? Das an einem nasskalten Tag mit leichtem Schneefall? Mit schlechten Fotobedingungen bezüglich Licht? Ich machte trotzdem mal "unverbindlich" meine Ausrüstung bereit und koppelte meinen Entschluss zum Start mit der nächsten Bestätigung, dass der Vogel noch immer da war. Gut, diese kam dann auch prompt und erlöste mich von meinen Zweifeln. Und überhaupt, ich hatte ja ein SBB GA, ein sachlich "überzeugender" Grund nach Grandson zu fahren.

Thun - Bern - Neuenburg - Yverdon - Corcelettes und zu Fuss die letzten paar 100m bis zum Beobachtungsort. Logisch und voraussehbar; ich war nicht allein. Das hatte den Vorteil, dass ich den Vogel auch nicht lange suchen musste. Fernglas auspacken und einfach mal in die gleiche Richtung wie die Kolleginnen und Kollegen neben mir in den Wald hinein spotten. Und da war er. Mal ruhig sitzend, dann wieder kurz den Standort wechselnd, mal kürzer mal länger am gleichen Ort, hielt er die ganze Orni- und Fotografenschar auf Trab. Eine witzige Situation, die Dutzendschaft von Ornis, zurückgehalten von einer unsichtbaren Grenze und der kleine Vogel als Beobachtungs- und Fotoobjekt. Outdoor-Voliere ohne Glas und Maschenzaun. :-)

Okay, ich wollte ja wenn möglich mit ein paar Fotos nach Hause reisen. Das hiess Stativ bereit machen, Kamera und Objektiv auspacken, Sonnenlichtblende montieren, auch wenn weit und breit keine Sonne zu sehen und zu erwarten war. Jetzt kam der schwierigste Teil. Wo könnte der beste Platz zum Fotografieren sein? Wo gab es Lücken im Geäst, die den Vogel schön freistellen würden? Wo hält sich der Vogel oft auf? Und wo war denn überhaupt ein Standplätzchen frei? Ich wartete auf den Moment, einen Abgang sofort auszufüllen. Jetzt oder nie! Die Stativbeine kreutzten sich zwar wie die Zeltschnüre auf einem Zeltplatz in Rimini in der Hochsaison. Aber man ging pfleglich miteinander um, niemand wollte die Fotosession stören.

Die ersten Probefotos, einfach mal in den Wald hinein, zeigten schnell, dass die Lichtverhältnisse, wie vermutet, schlecht waren. Die Wahl bestand zwischen (zu) hohen ISO-Zahlen mit Rauschen oder (zu) langen Verschlusszeiten mit Verwackeln. Ich entschied mich für längere Verschlusszeiten. Das heisst, ich wählte Verschlusszeiten bis zu 1/25 Sekunde, in der Hoffnung, dass die auf Serie eingestellte Bildrate mit gütiger Hilfe des Stabilisators mir doch ein paar wenige, aber brauchbare Aufnahmen liefern würde. Es waren sehr wenige! 

> Link Schachwürger Wikipedia

Schachwürger Lanius s. erythronotus Grandson/ Corcelettes Schweiz 19. November 2018
Schachwürger Lanius s. erythronotus Grandson/ Corcelettes Schweiz 19. November 2018

21. November 2018 > Steinwild am Niederhorn..

Die Steinböcke im Gebiet Niederhorn - Burgfeldstand - Gemmenalphorn sind sich an Menschen gewohnt. Einmal ist es vielleicht ein alter Bock, der die Wanderer durch seine imposanten Hörner beeindruckt, oder ein andermal ist es ein Kitz, das mit seinen noch winzigen Spiesschen und dem feinwolligen Fell,  das eine oder andere "Jööhh" auslöst. Für viele Kinder und Erwachsene ist es ein besonderes Erlebnis, diesen Tieren so nah begegnen zu können.

Ich freue mich ebenfalls jedesmal an den Tieren, aber durch die verlorene Scheu geht auch deren "Wildheit" etwas verloren. Das hält mich natürlich nicht davon ab, ab und zu ein paar Aufnehmen "mitzunehmen", aber so richtig "klick" machte es bisher nie, was auch an meiner fehlenden Planung liegt. Muss mal ein "Projekt Steinbock" starten, Bilder mit Action und Dynamik wären das Ziel.. :-)

Vorerst trotzdem ein paar Bilder aus diesem Jahr, mit dem äsenden Bock im Frühling und der Geiss mit ihrem Kitz aus dem aktuellen Monat.

13. November 2018 > "Der Flughüpfer.."

"Ein "Katzensprung" von Thun entfernt und schon bin ich in einer anderen Welt. Ein kurzes Stück Weg und man ist allein. Dabei suche ich nicht die Einsamkeit, ich suche die Stille, die die Geräusche und Töne aus der Natur ungestört bis zu meinem Ohr dringen lässt.. Sich hinsetzen und mal einfach beobachten und abwarten, ob sich etwas regt. Ganz allein bin ich nicht; zwanzig Meter entfernt von mir, mal auf, mal halb verdeckt hinter der Krete, äst eine Steinbock-Geiss mit ihrem diesjährigen Kitz. Ab und zu schaut sie zu mir herüber. Offenbar vertraut mit Menschen, scheint sie aber trotzdem immer bereit zu sein, um mit ein paarSchritten in den Steilhang zum Justistal hinab, möglicher Gefahr zu entfliehen.

Ich mache meine Kamera bereit um ein paar Aufnahmen der beiden zu schiessen. Ich suche nach einem attraktiven Aufnahmeort, wenn möglich ohne blauen Himmel, lieber Ton in Ton mit dem Braun der Alpweide. Ich möchte möglichst naturnahe Aufnahmen, es sind ja zwei wilde Steinböcke und nicht  Schafe. Gar nicht so einfach, bin jedenfalls nicht so recht überzeugt von meiner Arbeit. 

 

Vom Justistal her vernehme ich das Kollern eines Birkhahnes. Auf dieser Steilhangseite des Niederhorns habe ich bisher noch keine Birkhühner angetroffen, aber warum nicht ein erstes Mal? Ich suche den Birkhahn mit dem Fernglas, offensichtlich zuerst viel zu weit weg. Ich wechsle meinen Standort und jetzt seh ich ihn, weit unten balzt er am Boden. Zum Fotografieren doch ziemlich weit entfernt. Ich schaue ihm zuerst bei seinen Balzsprüngen zu. Irgendwo muss ein Weibchen in der Nähe sein, er scheint ganz aufgeregt zu sein. Ich entschliesse mich, doch ein paar Aufnahmen zu machen, sei es nur versuchshalber, es kostet ja nichts. Die Bodenbalz bringt doch ein paar brauchbare Bilder, insbesondere die "Flughüpfer" haben eine gewisse Aussagekraft.

Er hat genau wie ich, einen Ort der Stille gesucht, er für eine ungestörte Balz und ich, um als stiller Betrachter ihm dabei zuzuschauen.

> Link Birkhuhn

> Link Birkhuhn Vogelwarte

05. November 2018 > Grünfinken fressen Thuja-Samen..

Thuja-Hecken sind leider nach wie vor beliebt und werden primär als Sichtschutz angepflanzt. Als Naturhecke haben sie aber praktisch keine positive Wirkung, in Form geschnitten schon gar nicht. Etwas anders sieht es offenbar aus, wenn Thuja ohne Schnitt weiter wachsen kann und sich damit auch Zäpfchen bilden können. Zwei Thuja-Bäume, links und rechts als Eingangspforte zum Garten angepflanzt, liess der Nachbar einfach mal wachsen. Vermutlich wollte er vor zwanzig Jahren eigentlich zwei Mittelmeerzypressen pflanzen, hat dann aber fälschlicherweise Thuja gepflanzt. Nun haben sich Zäpfchen gebildet und die darin enthaltenden Samen werden, wie die Fotos beweisen, offensichtlich von Grünfinken gefressen. Gesellschaft leisteten ihnen dabei auch Haussperlinge. Bei meinen Recherchen im Web zum Frass von Thuja-Samen durch Vögel fand ich Beiträge, in denen sich Volierenhalter zur Verfütterung von Thuja-Samen austauschten. Dies primär aus dem Wissen, dass Thuja-Blätter hochgiftig sind und Zäpfchen möglicherweise auch. Einen interessanten Beitrag fand ich zu freilebenden Halsbandsittiche in Wiesbaden, die erwiesenermassen ebenfalls Thuja-Samen frassen.

> Link Morgenländischer Lebensbaum (Thuja) Wikipedia

> Link Halsbandsittich

01. November 2018 > Die Jungfernkraniche von Khichan..

Der Film < Der Kult um heilige Tiere > wurde am 30. Oktober 2018 auf SRF 2 ausgestrahlt. Er war noch ein paar Tage online, kann aber auch auf YouTube angesehen werden. https://youtu.be/b1HLZuO8YQ8

Die Filmaufnahmen von Jungfernkranichen im Dorf Khichan in Rajastan zeigen ein unglaubliches Spektakel. Seit bald fünfzig Jahren füttern Mitglieder der Religionsgemeinschaft der Jain überwinternde Jungfernkraniche. Zu Tausenden kommen sie jeden Tag an diesen Ort um sich an den ausgestreuten Hirsebahnen gütlich zu tun.

Auf unserer Rundreise durch Rajastan im 2012 wollten wir uns dieses Schauspiel nicht entgehen lassen. Auf einer Dachterrasse, eines direkt gegenüber dem Fütterungsplatz gelegen Hauses, konnten wir die im Minutentakt eintreffenden Kranich-Trupps bewundernd willkommen heissen. In dieser Art wohl eines der spektakulärsten Beispiele einer Beziehung zwischen Mensch und Vogel. Wie alles begann ist auf Wikipedia nachzulesen.

> Link Jungfernkranich

> Link Wikipedia zu Khichan

29. Oktober 2018 > Botanikperlen der Schweiz 2018; Paul Hürlimann

Auch dieses Jahr war Paul Hürlimann botanisch erfolgreich unterwegs. Die hochgeladenen Bilder zeigen Pflanzen, die in der Mehrheit nur in bestimmten Gebieten der Schweiz zu finden sind. Es braucht grosses Fachwissen, Ausdauer, Neugier und Motivation um eine solche Liste präsentieren zu können. Bewundernswert!

20. September 2018 > Biber und Fuchs..

Paul Hürlimann hat mir den Tipp gesteckt, doch mal früh am Morgen auf Biberpirsch zu gehen. Der dämmerungs- und nachtaktive Biber ist eine fotografische Herausforderung. Das zu dieser Tageszeit fehlende Licht treibt die ISO Zahlen in die Höhe oder erfordert (zu) lange Verschlusszeiten. Man hat die Wahl zwischen Rauschen und Verwackelung. Die grosse Distanz von der Aufnahmestelle zur Biberburg macht die Sache nicht einfacher. Und trotzdem staune ich immer wieder, was diese Superobjektive zu leisten vermögen. Bei der Aufnahme des Bibers lag, im Gegensatz zur Aufnahme des Fuchses, noch kein Sonnenlicht auf der Biberburg. 

20. September 2018 > Rohrweihe im Gürbetal..

Im Herbst sind Rohrweihen regelmässig im Gürbetal anzutreffen. Meistens suchen sie in typischem Weihenflug mit abwärts gerichtetem Kopf die Felder nach Fressbarem ab. Die Aufnahmen zeigen eine typische Flughaltung, bevor sich die Weihe ins Gras fallen lässt. 

> Link Rohrweihe Vogelwarte

20. September 2018 > Der Tag wird zur Nacht..

Immer wieder ein besonderer Anblick, eine Schleiereule in ihrem Tagesunterstand anzutreffen.. Unbeweglich sitzt sie halb verdeckt auf dem Firstbalken einer Scheune. Im Fernglas sehe ich, dass sie mich für kurze Momente aus schmalen Augenschlitzen beobachtet. Die ruhende Position machte es möglich, dass ich ohne störenden Blitz mit dem Selbstauslöser eine längere Verschlusszeit wählen konnte.  

> Link Schleiereule Vogelwarte

20. September 2018 > Kleinvogelzug im Garten..

September 2018; der heisse Sommer wird fast nahtlos von einer angenehmen Herbstwärme abgelöst. Ideales Wetter für die Insektenfresser, sich auf den Weg Richtung Süden aufzumachen. Wie jedes Jahr raschelt und flattert es auch in der Naturhecke in unserem Garten. Während Arten wie Trauerschnäpper sich durch ständige Ruflaute bemerkbar machen, bewegen sich andere heimlich und still durch die Sträucher. Der Mirabellenbaum scheint aber auf alle eine besondere Anziehungskraft auszuüben. Die Mirabellen sind überreif, saftig und weich. Mal ansitzen, warten und beobachten. Alle drei fotografierten Arten, Trauerschnäpper, Garten- und Mönchsgrasmücke lassen sich den süssen Schmaus nicht entgehen.

13. September 2018 > Face to face..

Gestern galt mein Interesse primär unserer kleinsten Eule, dem Sperlingskauz. Die Begegnung mit dem putzigen Kerl ist jedesmal ein spezielles Erlebnis. Der tagaktive Kauz ist nicht einfach zu entdecken, verrät sich aber während der Herbstbalz durch seinen unverkennbaren Gesang, der zu dieser Jahreszeit einzig der Revierbildung dient. Einmal entdeckt, zeigt sich das Käuzchen meistens wenig scheu und scheint bei dieser Fotosession sogar interessiert zuzuschauen, was sich da am Boden abspielt. 

03. September 2018 > Vergessenes aus dem August..

Heute herrscht trübes Wetter, das Stockhorn ist von Wolkenfetzen umhüllt. Gerade passend, um auf dem Compi die Fotodateien der letzten Wochen durchzugehen. Am 15. August war, wie jedes Jahr, das Hogantgebiet das Ziel des Tages. Paul und ich hofften auf einen frühen Mornellregenpfeifer, oder doch sicher auf Alpenschneehühner. Beides traf nicht ein. Kein Mornell, keine Schneehühner! Trotz intensiver Suche war uns kein Erfolg beschieden. Wir mussten uns mit der grossartigen Landschaft und mit kleineren Tierchen begnügen. Zum Beispiel mit einer Vierfleckkreuzspinne, die gerade damit beschäftigt war, eine Fliege einzuwickeln, um sie dann am Netz hangelnd in ihr Versteck zu transportieren. Oder mit einer gut getarnten Torf-Mosaikjungfer, die nach der regnerischen Nacht auf wärmende Sonnenstrahlen wartete. Selbstverständlich musste auch die Raupe des Kleinen Nachtpfauenauges für eine Aufnahme Modell stehen, bevor wir sie vom steinigen Wanderweg vorsichtig in die Alpweide zügelten. So läuft das halt manchmal. Es lässt sich nichts erzwingen!

Kein Problem, war trotzdem schön! Allein der erste Stop war schon eine Reise wert! Die Bäckerei in Habkern macht die besten Nussgipfel der Welt! Aber keine Angst, meine Website bleibt weiterhin werbefrei! :-)

 

 

30. August 2018 > Die "Brache" ist nicht mehr..

Die Prognose von Freund Paul Hürlimann nach seinem Besuch von vorgestern, das Feld mit den Lupinen, die ich fälschlicherweise als Sojabohnen betrachtet hatte, werde wohl noch vor dem Gewitter gemäht werden, ist leider eingetroffen. Bei meiner gestrigen Kontrolle sah ich schon von weitem einen Traktor mit montierterter Bodenfräse, womit der Bauer offenbar die restlichen 40 cm Lupinen samt Krautschicht in Häksel verwandelte. Sechs Weisstörche nutzten die Gelegenheit und suchten auf der bereits bearbeiteten Fläche nach Fressbarem. 

Ich stieg aus dem Auto und wartete am Feldrand. Nicht um beim Bauer Reklamationen anzubringen, denn dazu gab es auch keinen Grund und keine Berechtigung. Ich wollte einfach ein paar Worte mit ihm wechseln, ihm berichten was ich in dem Lupinen-Feld für Vogelarten gesehen hatte und wollte ihm die Wichtigkeit solcher Oasen näherbringen. Nicht belehrend, nicht fordernd, weil das nie zielführend sein kann. Ich habe ihm aber auch zugehört, wo ihm als Landwirt der Schuh drückt. Gerade als langjähriger Imker ist er vom Verschwinden naturnaher Flächen direkt betroffen, weist aber zu Recht auf die ausufernde Bautätigkeit hin, deren Umgebungsflächen keine produktiven Aufgaben erfüllen müssten, aber trotzdem meistens naturarm und  trostlos monoton angelegt würden. Da hab er halt schon Mühe, wenn dann immer die Landwirtschaft als Sündenbock herhalten müsse. Diese Argumente zeigen das Dilemma auf, von dem wir mal mehr, mal weniger betroffen, ein Teil der Entwicklung sind. Ich wünschte ihm einen guten Tag und verabschiedete mich mit der Überzeugung, dass solche Gespräche das gegenseitige Verständnis fördern. C'est le ton qui fait la musique! 

Ich beobachtete noch eine Weile die Störche und fuhr dann auf dem gegenüberliegenden Feldweg zurück um an der andern Ecke des Maisfeldes anzuhalten. Es nahm mich wunder, ob allenfalls Blaukehlchen am Rand des Maisfeldes zu beobachten wären. Und siehe da, ich musste nicht lange warten bis sich das erste zeigte, sich vorsichtig aus der Deckung des Maisfeldes wagte, um auf dem abgeernteten Feld nach (toten?) Insekten zu suchen. Insgesamt waren es letztlich zwei Blaukehlchen die sich beobachten und fotografieren liessen. Als sich dann auch noch "mein" Feldschwirl kurz zwischen den Maisstauden zeigte, war die Ueberraschung komplett!

> Link Blaukehlchen

> Link Feldschwirl

Als wollte das Vögelchen mir sagen: "Sieh dir das nur an, diese Bescherung!" Blaukehlchen auf der abgeernteten Lupinen-"Brache"; Gürbetal 30. August 2018
Als wollte das Vögelchen mir sagen: "Sieh dir das nur an, diese Bescherung!" Blaukehlchen auf der abgeernteten Lupinen-"Brache"; Gürbetal 30. August 2018

28. August 2018 > Eine einzige einsame Brache als Nahrungsinsel für Nachtzieher..

Was mit Blaukehlchen begann, setzte sich mit Dorngrasmücke, Feldschwirl, Schilfrohrsänger, Braunkehlchen, Zilpzalp und Teichrohrsänger fort!  Eine unglaubliche Dichte an Vogelarten, deren Anwesenheit die Bedeutung von Buntbrachen nicht besser hätte beweisen können. Alles Nachtzieher, die tagsüber in dieser Brache Schutz, Schatten und Nahrung suchen.

Was wäre wenn? Was wäre das für eine Aufwertung des Gürbetales, wenn statt einer Brache, sich in dieser Intensivlandwirtschaft zehn oder mehr solcher Inseln finden liessen? Wenn sich die Gürbe und die Müsche in einem unverbauten Bachbett ihren Weg suchen könnten? Wenn an einer Flutmulde Limikolen einen Rastplatz fänden? Oder sich ein Feuchtbiotop à la Chrümmi erstellen liesse? 

> Link Feldschwirl

> Link Schilfrohrsänger

> Link Dorngrasmücke

> Link Braunkehlchen

> Link Teichrohrsänger

27. August 2018 > Brachland; ein ornithologischer Hotspot!

Der Feldschwirl ist ein heimlich lebender Vogel. Im Frühling ist es meistens der unverkennbare Gesang der seine Anwesenheit verrät. Man hört den Vogel, kann ihn aber im Dickicht von Sträuchern und Unterwuchs kaum mal richtig betrachten. Einen Feldschwirl während der Herbstzugzeit im Feld zu entdecken und fotografieren zu können, ist wahrlich ein Glückstreffer.

Eigentlich wollte ich im Gürbetal nochmals nach Blaukehlchen Ausschau halten. Was lag näher, als mich wiederum bei der Brache zu installieren, wo ich schon erfolgreich war.

Wie zu erwarten war, zeigten sich in der ersten Viertelstunde nur Feldsperlinge aktiv über der Brache. Die Blaukehlchen hatten bei mir aber Lust auf mehr ausgelöst. Ich wusste, Geduld war gefragt. In Gedanken reservierte ich zwei Stunden für diese Versteckspiel-Fotografie. Alles oder nichts war die Devise!

Mit dem Fernglas suchte ich immer wieder die Brache ab, liess aber insbesondere die nahen Randpartien nicht aus den Augen. Ruhig bleiben und warten; warten auf den Moment! Ich wusste, in der Brache hatte es unbestimmte Kleinvögel, die sich durch ihre Bewegungen im dichten Dschungel der Brache verrieten. Und dann kam der Moment! Was für eine unerwartete Ueberraschung! Ein Feldschwirl machte meine Wünsche wahr und posierte für ein paar Sekunden und genau drei Aufnahmen ausserhalb des Unkrautdickichts. Wow! Gespannt kontrollierte ich das Display der Kamera. Was hat die Brache noch weiter zu bieten?

24. August 2018 > Blaukehlchen im Gürbetal..

Blaukehlchen werden während dem Herbstzug am häufigsten am Rande von Gewässern beobachtet. Auf Schlickflächen im Uferbereich, suchen die Nachtzieher tagsüber, vorwiegend verdeckt und gut getarnt, im Gewirr von Schilfhalmen oder anderer Vegetation nach Nahrung. Im Gürbetal ist das Blaukehlchen zu Zugszeiten spärlich, aber regelmässig zu beobachten. Die meisten Feststellungen gelangen mir mit viel Geduld im Randbereich von Maisfeldern oder auch auf dem offenen Feldweg.

Auf meiner Exkursion vom 21. August wollte ich meine Zeit primär zur Suche nach Blaukehlchen einsetzen. Aus "Erfahrung klug.." suchte ich ein Maisfeld auf, das ich schon bei meinem Turmfalken-Trip im Hinterkopf gespeichert hatte. 

Die Nachbarparzelle des Maisfeldes fiel mir durch eine verwilderte Vegetation auf. Die ca. ein Meter hohe Brache, dominiert von Ackermelde und verdorrten Fruchtständen der Sojabohne, hatte mein Interesse geweckt. Im Dickicht dieser Unkrautbrache könnte, ja musste doch was zu finden sein!

Die sengende Mittagshitze reduzierte die Artenzahl massiv. Vermutlich versteckten sich die ersten Herbstzieher im schattigen und feuchten Unterwuchs von Maisfeldern. Einzig die Feldsperlinge liessen sich nicht abhalten, in Schwärmen in die Brache einzufliegen, um beim geringsten Alarmzeichen sofort wieder im nahen Maisfeld Deckung zu suchen. Feldsperlinge scheinen mir so etwas wie eine Warnfunktion für andere Vögel wahrzunehmen. Ihr normales Gezwitscher zeigt den andern Arten, es ist "alles okay!" Die geräuschvolle Flucht der Schwärme vermittelte "Achtung Gefahr!" Auch das sind natürlich subjektive Interpretationen. Aber letztlich kennt man solches z.B. auch von Arten wie Eichelhäher und Tannenhäher. Anwesendes Wild reagiert auf Warnrufe von diesen beiden Vogelarten. 

Feldsperlinge sind aber auch interessante und lustige Kerle und allemal ein paar Aufnahmen wert. Ihre Aktivitäten gemahnen mich an die Webervogelschwärme Afrikas. Also richtete ich meinen Fokus auf die Feldsperlinge, behielt aber die ganze Brache im Auge. Und das Glück war mir letztlich gut gesinnt. Nach einer ersten Sichtung eines kurz auffliegenden Blaukehlchens im hinteren Teil der Brache war klar, hier bleibe ich für die nächsten zwei Stunden. Das Warten hat sich gelohnt!

> Link Blaukehlchen

> Link Vogelwarte Blaukehlchen

22. August 2018 > Den Turmfalken auf die Krallen geschaut..

An den landwirtschaftlichen Gebäuden in der Gürbetalebene fehlt es nicht an Brutkästen für Turmfalken und Schleiereulen. Dabei fallen Bruten der Schleiereule von Jahr zu Jahr unterschiedlich aus. Dass Schleiereulen anwesend sind, lässt sich anhand der Gewölle feststellen. 

Die Turmfalken scheinen dieses Jahr erfolgreich gebrütet zu haben. Jedenfalls sind zahlreiche Falken anwesend, z.T. noch im losen Familienverband. Während die Altvögel Wiesen und Äcker rüttelnd nach Fressbarem absuchen, versuchen sich Jungvögel vorerst zu Fuss in der Heuschreckenjagd.

Auf den Pfählen eines Weidezaunes sitzend, beobachtete dieser Vogel aufmerksam die nahe Umgebung, ob sich da was tut. Während seiner Sitzwarten-Jagd habe ich vorerst aus noch grösserer Distanz seinem Treiben zugeschaut und ein paar Szenen auf den Chip gebannt. Der Vogel blieb längere Zeit immer in der gleichen Ecke der abgezäunten Weide und liess sich von meiner Anwesenheit offenbar nicht stören. Als er dann den Radius seiner Jagdflüge auch in meine Nähe ausdehnte, war die Aufnahmedistanz perfekt.

> Link Turmfalke

18. August 2018 > Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen..

Wer kennt es nicht, das Märchen "Aschenputtel" der Gebrüder Grimm? Jedenfalls kam mir die Geschichte von Aschenputtel in den Sinn, als ich im Gürbetal den Ringeltauben im abgeernteten Getreidefeld zusah, wie sie eifrig nach Gedtreidekörnern suchten. Mit gefülltem Kropf flogen sie dann Richtung Wald, der am Hang Richtung Kirchdorf - Seftigen an die Ebene anschliesst. Die Brutzeit der Ringeltauben dauert bis anfangs September; sie hatten also noch Junge zu füttern. Es schien mir, dass die Tauben paarweise das Gedreidefeld aufsuchten; kurze Balz-Szenen liessen darauf schliessen.

> Link Ringeltaube

> Link Vogelwarte Ringeltaube

17. August 2018 > Adebar auf dem Weg ins Winterquartier..

Auf ihrem Weg ins Winterquartier hat ein grösserer Trupp Weissstörche im Gürbetal eine Rast eingelegt. Bis zu 50 Vögel wurden diese Woche gemeldet; gestern waren rund 20 Ex. anwesend. Einige waren beringt und bei einem ist die Nummer auf der Aufnahme ablesbar. Werde die Daten an die Vogelwarte weiterleiten. Bin gespannt, von wo der Vogel stammt. 

> Link Weissstorch

> Link Vogelwarte Weissstorch

12. August 2018 > Ueberraschung des Tages..

Der Schlangenadler ist in der Schweiz ein extrem seltener Brutvogel. Im Jahr 2012 gelang im Mittelwallis der erste Brutnachweis und im 2015 im gleichen Gebiet der zweite, der aber leider nicht erfolgreich ausging. Der Jungvogel fiel vermutlich einem Fressfeind zum Opfer.

Auch wenn die Art in den letzten Jahren, insbesondere in der Region Leuk, immer häufiger und regelmässiger beobachtet wird, kann  nicht erwartet werden, dass man diesen schönen Greifvogel so ohne weiteres zu Gesicht bekommt.

Umso überraschter war ich auf unserer gestrigen Wanderung von Realp nach Andermatt, hoch über dem Urschnertal, dass uns bereits beim Start ein Schlangenadler über Realp "begrüssen" würde. Schnell den Rucksack abstellen, Kamera auspacken und auf den Auslöser drücken war meine logische Reaktion. Das montierte Makro-Objektiv liess im besten Fall ein Belegbild erwarten. 

> Link Schlangenadler

> Link Vogelwarte Schlangenadler

12. August 2018 > Zufall oder mehr..?

Zufall oder mehr? Auf einer Mai-Exkursion mit HüPa ins Tal von Arolla waren immer wieder fliegende Trupps Alpenbirkenzeisige zu beobachten. Rufend und mit Gesang machten sie sich jeweils bemerkbar. Zwei Monate später zeigten sich auch im Val Roseg Trupps der gleichen Art, darunter nun auch Jungvögel.

Nun ist die Beobachtung dieser Vogelart in beiden Gebieten absolut normal. Etwas überraschend kann man aber die Aufnahmesituation betrachten. Zufall oder mehr? Sowohl in Arolla wie auch im Val Roseg habe ich auf dem iPhone die Stimme einer bestimmten Grasmückenart abgespielt um zu checken, ob die Art möglicherweise anwesend war. Bezüglich der imitierten Grasmücke hat sich an beiden Orten nichts ergeben. Zu meiner Ueberraschung landete aber beide Male ein Männchen des Alpenbirkenzeisig im nächstgelegenen Baum und ermöglichte mir so die untenstehenden Aufnahmen. War das nun nur Zufall, oder hat beide Male der künstliche Grasmückengesang die Vögel zum Anflug animiert? Ich weiss es nicht. Aber selbstverständlich habe ich die Aufnahmegelegenheit sofort wahrgenommen.

9. August 2018 > Hochzeitstanz in weiss..

Der Baumweissling Aporia crataegi ist bei uns zwischen Mai und Juli anzutreffen. Dieses Paar sah ich im vergangenen Juni im Wallis und war sofort fasziniert von dem Paarungsspiel. Wie ein Derwisch tanzte das Männchen über und rund um die Skabiosenblüte auf der sich das Weibchen niedergelassen hatte. Während das offensichtlich paarungswillige Weibchen sich auf der Skabiose festkrallte, versuchte das Männchen sich in Paarungsposition zu bringen. Nicht einfach auf dieser kleinen Blüte..

Die beiden ermöglichten mir auf jeden Fall in aller Ruhe eine lange Serie von Aufnahmen mit unterschiedlichen Kameraeinstellungen. Mit einer nicht zu kurzen Verschlusszeit wollte ich einerseits die Unschärfe der Flügel in der Bewegung nicht einfrieren, anderseits den  Körper oder Teile davon möglichst scharf abbilden. Das tänzelnde Element sollte in den Aufnahmen sichtbar sein. Die Durchsichtigkeit der Flügel und die Verästelung der Adern unterstützen den erwünschten Eindruck. 

6. August 2018 > Sommerferien 2018; Schmetterlinge und mehr..

Unser Sommerferienziel 2018? SBB-GA amortisieren! Wenn immer möglich ab in die Berge! Der Ziele gibt es ja viele. Z.B. eine Höhenwanderung hoch über dem Saasertal, von Kreuzboden nach Saas Almagell, oder eine Rundwanderung mit Übernachtung in der SAC Windgällenhütte im Urner Maderanertal, oder ein dreitägiger Abstecher ins Engadin. Alll diese Gebiete haben enorm viel zu bieten. Wer Berge liebt, erwartet auf solchen Trips eine beeindruckende Bergwelt samt reicher Flora und Fauna. Dazu gehören natürlich auch die fliegenden Farbtupfer, die Schmetterlinge, deren Schönheit ich fotografisch einzufangen versuchte. Schmetterlingsfotografie «by the way» ist spannend, lehrreich  und gleichzeitig wander- und familienkompatibel. In diesem Sinne habe ich die Aufnahmen nicht erarbeitet, sondern ganz spontan auf den Wanderungen als Schnappschuss "mitgenommen.“ 

Noch sind etliche Schmetterlinge in der Galerie noch ohne Artnamen eingestellt. Die Artbestimmung ist bei gewissen Arten eine knifflige Sache. Allein die Schecken- und Perlmuttfalter wären ideale Sujets auf einem Memory für Fortgeschrittene. 

29. / 30. Juli 2018 > Surlej - Fuorcla Surlej - Chamanna Coaz - Hotel Roseg - Pontresina..

Im kleinen See auf Fuorcla Surlej spiegeln sich die Bergspitzen der Berninagruppe.. Was für ein Panorama! Die Bergwanderung über Fuorcla Surlej zur SAC Hütte Coaz und dann hinunter ins wildromantische Val Roseg gehört aus meiner Sicht zu den schönsten Bergwanderungen der Schweiz. Der Abstecher zur Hütte Coaz ist ein Muss; der Blick auf den Roseg Gletscher ein eindrückliches Erlebnis! Dann ein Blick zurück ins Tal. Aus dem Gletschersee Lej da Vadret sucht sich der Fluss Ova da Roseg, Adern gleich, im breiten Kiesbett seinen mäandrierenden Weg. Beim Abstieg trifft man auf verschiedenste Lebensräume, mal steinig felsig, abwechselnd mit Trockenrasen, feuchten Senken mit grossen Beständen des grauen Dosts, bis man am Fusse des Stelihangs die Hochmoorflächen am Rande des Gletschersees erreicht.

Meine fotografische Aufmerksamkeit galt beim Abstieg den zahlreichen Schmetterlingen. Insbesondere hielt ich Ausschau nach einem grösseren weissen Schmetterling, dem als gefährdet eingestuften Apollofalter. Ein paar Mal hatte ich das Gefühl, das könnte jetzt einer gewesen sein. Aber kaum entdeckt, entschwanden sie hangaufwärts oder hangabwärts. Der teilweise steile Abstieg war zwar gut begehbar, aber trotzdem nicht eben geeignet, Schmetterlingen hinterher zu rennen. Wie so oft braucht es neben Ausdauer und Schweiss auch eine Portion Glück des Tüchtigen. Da krabbelte doch tatsächlich direkt am Wegrand auf einer Blütendolde des grauen Dosts ein Exemplar des gesuchten Schönlings. Die roten Punkte liessen keine Zweifel aufkommen, das war ein Apollo! Was für ein herrlicher Sommervogel! Schön, dass er sich durch meine Nähe nicht bedrängt fühlte und das ausgiebige Fotoshooting, „ohne mit den Fühlern zu zucken“, über sich ergehen liess. Wow! Erhofft, gesucht, gefunden!

> Link Alpenapollo Wikipedia

6. Juli 2018 > Libellenbestimmung.. Learning by doing..

Libellenfotografie > spannend und herausfordernd. Libellenbestimmung > herausfordernd und spannend. Beides zusammen generiert Freude, macht Spass und motiviert für weitere Exkursionen.

6. Juli 2018 > Der Neuntöter; auch er interessiert sich für Libellen..

Libellen waren das primäre Ziel meines Besuches im Limpachtal. Ich musste nicht lange suchen. Die beiden Prachtlibellenarten und eine geeignete Fotostelle waren schnell gefunden. 

Als sich in den Büschen entlang des Kanals ein heftig warnendes Pärchen Neuntöter bemerkbar machte, lag es auf der Hand, dass ich die Kamera auch mal auf den versteckten Beobachter richtete. Offenbar befand ich mich mitten in ihrem Revier, was die beiden mit lautem Warnen quittierten. Kein Problem. Ich wollte die beiden nicht weiter stören und verschob mich 100m Kanal aufwärts.

 

> Link Neuntöter

> Link Neuntöter Vogelwarte

 

4. Juli 2018 > Von Sümpfen und Mösern..

Wenn ich mich immer im gleichen Habitat bewege, werde ich vermutlich auch immer die gleichen Libellenarten finden. Also nahm ich mir vor, gezielt unterschiedliche Lebensräume aufzusuchen; z.B. mal Bäche und Wiesengräben. Gerhard Bieri, ein ausgewiesener Libellenkenner gab mir den Tipp, versuchs doch mal am Walebach im Gebiet Thierachern - Uetendorf.

Beim Recherchieren im Web bin ich dann auf den Artikel "Von Sümpfen und Mösern" im Internet-Auftritt der Gemeinde Uetendorf gestossen. Es ist eine Schilderung der Geschichte des Limpachtales, eines ehemals idyllischen Naturparadieses in der Region Uetendorf - Uttigen - Kirchdorf - Seftigen. Es ist eine Geschichte die sich in der Schweiz an unzähligen Orten abgespielt hat. Mittels Melioration und Entwässerung im grossen Stil wurde die letzte nasse Senke trocken gelegt. Mehrertrag für die Landwirtschaft war das Ziel, eine Tragödie für die Natur  war die absehbare Konsequenz. Auch das Limpachtal wurde entwässert und ein eingedolter Kanal erstellt. Heute ist man sich der Versäumnisse zwar bewusst und es wird versucht, der Natur wieder etwas zurückzugeben. Dass sich auch kleine Schritte lohnen, zeigen meine Bilder, aber im Vergleich zum ursprünglichen Paradies, ist das nicht mehr als ein Tröpfchen auf einen heissen Stein. Das nahe Gürbetal ist ein besonders krasses Beispiel eines entwässerten, ausgeräumten und damit naturarmen Lebensraumes. Bodenbrüter haben hier keine Chancen auf einen Bruterfolg. Die Feldlerche, als Beispiel, ist verschwunden.

> Link "Von Sümpfen und Mösern"

> Link Libellenschutz.ch > Lebensräume

Limpachkanal mit Blick Richtung Alpen.
Limpachkanal mit Blick Richtung Alpen.

Gebänderte Prachtlibelle Caloptreryx splendens

Blauflügel-Prachtlibelle Calopteryx virgo

28. Juni 2018 > Der Käfer und die Orchidee.. Ein Comic von HüPa..

Paul Hürlimann hat mir diese spannende Bildergeschichte zukommen lassen. 

Ein Weichkäfer Cantharis rustica / Soldatenkäfer sucht auf einer Grünen Hohlzunge, so heisst die alpine Orchidee, nach Nahrung. Die fiese Pflanze hat dem Schleckmaul ein Pollenpaket mitten aufs Auge geklebt. Ein anderer Soldatenkäfer hat sogar mehrere Pollenpakete verpasst bekommen. Der Käfer möchte das lästige Ding abstreifen. Dies wird aber wahrscheinlich erst nach dem Verwelken der Orchideen passieren. Bis dann wird er viele Male an den Narben anderer Exemplare vorbeistreifen und somit die Bestäubung erledigt haben.

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27. Juni 2018 > Schon der Name tönt spannend.. Aurora..

Ein weiterer hübscher Schmetterling. Die Farben des Männchens des Aurorafalters kontrastieren fast komplementär zu den Blüten des Wald Storchschnabels. 

Aufnahme vom 10. Juni 2018 aus dem Gasterntal.

27. Juni 2018 > Es lohnt sich hinzuschauen..

Die Rotbeinige Baumwanze Pentatoma Rufipes gehört zur Familie der Baumwanzen. Unter den Wanzen finden sich etliche farbenprächtige Arten. Eine bekannte Art ist die gemeine Feuerwanze die in Siedlungen anzutreffen ist.

So klein sie auch sind, sie sind ein attraktives Fotosujet. Viele kleine Wunder der Natur lassen sich in der nahen Umgebung finden. Wer sucht, der findet!

 

 

> Link Schildwanzen

> Link Rotbeinige Baumwanze Wikipedia

26. Juni 2018 > Der Kaisermantel.. eine weitere Art aus der Familie der Edelfalter..

Der Kleine Schillerfalter hat mich angestachelt, im Auenwald des Kanderdeltas mal nach dem Grossen Schillerfalter zu suchen.  Die erste Suche blieb leider ohne Erfolg. Dafür hat mir ein anderer Edelfalter, ein Kaisermantel Modell gestanden. Einfach grossartig!

> Link Kaisermantel Wikipedia

25. Juni 2018 > Libellenbestimmung.. nicht immer einfach..

Libellen fotografieren ist das eine, sie zu bestimmen ist das andere. Diese Aufnahme entstand am 6. Juni 2018 im Gebiet des Thuner Brändlisbergs oberhalb unseres Quartiers. Der Brändlisberg ist ein nach Süden ausgerichteter Hang mit Hecken, Schafweiden, Reben und Obstbäumen. Die Libelle liess sich immer wieder auf dem schmalen Kiesweg nieder. Bei  der Artbestimmung mit Hilfe des Kosmos Libellenführers kam ich zum Schluss, dass es sich bei der Aufnahme um ein junges Weibchen des Grossen Blaupfeils Orthetrum cancellatum  aus der Familie der Segellibellen handeln muss. 

> Link Libellenschutz.ch

 

21. Juni 2018 > Grosse Königslibelle..

Libellen sind faszinierende Geschöpfe. Für mich immer ein Grund die Fotoausrüstung auszupacken. Indirekt bin ich ja in diesem Fall zu den Aufnahmen des Kleinen Schillerfalters gekommen. 

Die Bilder zeigen ein eierlegendes Weibchen der blauen Farbvariante. 

> Link Grosse Königslibelle Wikipedia

> Link Grosse Königslibelle Libellenschutz.ch

21. Juni 2018 > Schillernd und verletzlich.. Der kleine Schillerfalter

Eigentlich wollte ich nochmals zu den Ringelnattern, blieb aber an einem verkrauteten Bächlein bei einer offenen Wasserstelle mit stehendem Wasser beobachtend stehen. Auf einem schwimmenden Halm eines Rohrkolbens war eine Grosse Königslibelle eifrig mit der Eiablage beschäftigt. Ein schönes Fotosujet. Warum nicht versuchen, ein paar Aufnahmen einzufangen. Also setzte ich mich am Ufer auf einen Stein, machte Kamera und Objektiv auf dem Stativ bereit und wartete vorerst ab, ob sich die Libelle nicht noch etwas besser positionieren würde. Beim Warten fielen mir plötzlich zwei Tagfalter auf, die sich in schnellem Zick-zack-Flug verfolgten. Ich hoffte, sie würden sich irgendwo niederlassen. Aber ich hoffte vergeblich; weg waren sie. Also wendete ich mich wieder der Libelle zu, machte ein paar Probeaufnahmen und begutachtete diese an einem schattigen Plätzchen auf dem Display. 

Zu meiner Ueberraschung tauchte der eine Falter plötzlich wieder auf und liess sich zwei Meter vor mir am Bachufer auf einem Stein nieder. Was für ein wunderbarer Falter! Ab und zu drehte oder verschob er sich. Je nach Einfallswinkel des Sonnenlichts erstrahlten die Flügeloberseiten in schillernden Violetttönen. Was für eine tolle Beobachtung! Das musste ein kleiner Schillerfalter sein! Der war mir in der Region Thun noch nie begegnet. 

> Link Kleiner Schillerfalter Wikipedia

> Link Rote Liste Tagfalter und Widderchen

19. Juni 2018 > Gebäudebrut der Mittelmeermöwe in Oberhofen..

Wo früher die Leute in Oberhofen ihre Schiffsbillette kauften, ist heute das Pier 17, ein gemütliches Beizli einquartiert. Für uns ein Grund, dort ab und zu Sommerstimmung zu geniessen. So auch am vergangenen Sonntag. Immer ist etwas los, immer gibt es etwas zu sehen. Die an- und abgehenden Kursschiffe sorgen für Abwechslung. Möwengeschrei lassen mich den Himmel absuchen. Zwei kläglich jammernde adulte Mittelmeermöwen, die über dem Dach eines Mehrfamilienhauses ihre Runden flogen, weckten meine Aufmerksamkeit. Was war los? Ich hatte kein Fernglas mit dabei, meinte aber, hinter dem Dachrand sei kurz etwas Flaumiges aufgetaucht. Und tatsächlich; auf dem Eternitdach liess sich später ein Jungvogel erkennen. Da hat ein Paar Mittelmeermöwen offensichtlich einen Brutversuch unternommen und das aktuelle Resultat war ein ca. 1-2 wöchiges Küken. Die Aufnahmen von heute haben die sonntägliche Beobachtung bestätigt.

> Link Vogelwarte Atlas 2013 - 16

15. Juni 2018 > Ringelnatter zum dritten..

Ich gebe es zu, die Ringelnattern an der Kander haben mein Interesse geweckt. Erstens war ich neugierig, ob die Tiere immer noch am gleichen Ort anzutreffen sind und zweitens, von was sie sich zwischen den Blockwurfsteinen denn eigentlich ernähren würden? Machten sie Jagd auf die zahlreich im gleichen Raum lebenden Mauereidechsen? Dem wollte ich nachgehen. Meine vorsichtige Annäherung an den bekannten Platz brachte schnell die Gewissheit, sie waren da. Was folgte, waren zwei spannende Stunden im Natternrevier. Noch habe ich keine Antwort auf die Beutefrage. Bleibe aber dran,  Fortsetzung folgt. :-)

13. Juni 2018 > Nachlese Leuk / Brentjong..

Die südexponierten Hänge des Rhonetales sind Lebensraum für viele wärmeliebenden Insekten, Reptilien, Vögel und Pflanzen. Im Sommer kann es dort brütend heiss werden und man ist gut beraten, genügend Wasser mitzunehmen. Eine Naturlandschaft über dem verbauten Rhonetal; ein Rückzugsgebiet für Mensch und Tier. Ein paar Bilder aus den letzten Maiwochen.

10. Juni 2018 > Die Wallfahrtsblume des Gasterntals..

Das wildromantische Gasterntal ist bekannt für seine schönen Bestände des gelben Frauenschuhs, eine der schönsten Orchideenarten Europas. Ein reizvolles fotografisches Ziel, das einfach zu erreichen ist. Aber man ist während der Blütezeit nicht allein; die Kleinbusse ab Kandersteg sind voll besetzt. Etliche outen sich schon im Bus als richtige Fans dieser Orchidee. Ich kann die Begeisterung verstehen!

Das insgeheim erhoffte Highlight war dann eine Kreuzotter, die kaum entdeckt, in der dichten Krautschicht der steilen Geröllhalde verschwand. Ein paar Belegbilder und fort war sie. Dennoch eine tolle Überraschung!

> Link Gelber Frauenschuh Wikipedia

> Link Kreuzotter Karch

9. Juni 2018 > Ein Blick in Nachbars Garten..

Kein Garten zu klein um naturfreundlich zu sein! Das ist durchaus wörtlich zu verstehen! Also lasse ich hier Bilder sprechen, die genau das beweisen. Ein Haus in unserer Siedlung. Naturnahe Umgebungsgestaltung mit geschichteten Kalksteinblöcken an Stelle von Beton. Dazu eine kleine Naturwiese mit aktuell blühendem Skabiosenteppich. Ein kleines Paradies in dem sich die Hausbewohner, wie auch die Mauereidechsen wohl fühlen! Ein nachahmenswertes Beispiel!

 

 

8. Juni 2018 > Ringelnatter zum zweiten..

Dank dem Tipp von Paul sollte meine Suche nach den Ringelnattern relativ einfach zum Erfolg führen, dachte ich jedenfalls. Auch wenn sich Sonne und Wolken und damit Licht und Schatten abwechselten, ging ich davon aus, dass die Natter(n) doch an ihrem bevorzugten Platz anzutreffen wäre(n). Weit gefehlt; keine Schlange war zu entdecken. Einziger Anhaltspunkt war die auf Pauls Fotos sichtbare Pflanze mit den länglichen graugrünen Blättern. Also suchte ich nach der Pflanze, aber das Plätzchen war verwaist; ohne Schlange. Was nun? Das was man in solchen Fällen oft tun muss; warten.. Die grossen Blockwurfsteine, aufgeschichtet als Schutz der Böschung gegen die hochwasserführende Kander, boten sowohl den Ringenattern, wie auch deren Beutetiere, den Mauereidechsen, idealen Unterschlupf und Schutz.

Ich wartete also darauf, ob sich doch noch eine Natter zeigen würde und vertrieb mir die Wartezeit mit Eidechsenfotografie. In der Böschung nichts Neues; dann halt ein andermal! Kamera und Objektiv waren schnell im Fotorucksack verstaut, das Stativ eingezogen. Ein letzter Blick auf Pauls Ringelantternest und da lag sie, die weibliche Ringelantter, zusammengerollt, ohne Bewegung, als wäre sie die ganze Zeit schon dort gelegen. 

> Link Reptilien

7. Juni 2018 > Auf verschlungenen Wegen..

Diese Prachtsringelnatter hat Paul Hürlimann diese Woche entdeckt und mir die Fotos zugestellt. Paul schätzte die Länge der Natter auf mehr als 1.30 m. Insgesamt traf er auf eine Gruppe mit drei Ringelnattern, bestehend aus einem sehr grossen Weibchen und zwei kleineren Männchen, die sich in den frühen Morgenstunden von der Sonne aufwärmen liessen. Vermutlich haben sie sich an diesem Platz zur Fortpflanzung eingefunden; April und Mai ist Paarungszeit der Ringelnattern. Wer mehr über unsere einheimischen Schlangen wissen will, findet unter dem Link zur Karch kompetente Informationen. 

Werde mein Glück beim nächsten Sonnentag auch noch versuchen. Paul danke ich für den Tipp!

 

> Link Reptilien

> Link Ringelnatter Karch

Foto Paul Hürlimann

7. Juni 2018 > Ein schwarz-weiss-roter Nimmersatt..

Die Bettelrufe junger Buntspechte sind in den Tagen vor dem Ausfliegen in der Nähe der Höhle nicht zu überhören. Frech strecken sie den Kopf aus der Höhle, schauen sich um ob ein Altvogel mit Futter im Anflug wäre und machen mit ihren andauernden Bettelrufen deutlich, dass sie fast nicht genug davon bekommen können.

> Link Spechte

> Link Buntspecht Vogelwarte