Die Note im Fach Zeichnen war für mich während meiner Schulzeit die emotional wichtigste Note im Zeugnis. Der Zeichenunterricht in der Oberstufe basierte auf der Annahme unseres Zeichenlehrers, dass die möglichst reale Wiedergabe des abzuzeichnenden Objekts den wahren Künstler ausmacht. Und da ich das gut hinbrachte, war mir die Note 6 immer sicher.
Entscheidendes passierte ab jenem Tag, da an unserer Klasse ein Stellvertreter für den länger erkrankten Lehrer einspringen musste und meine Weltsicht, was Malkunst ausmacht, ins Wanken brachte. Mein ungestüm und wild malender Pultnachbar wurde im Zeugnis mit einer 6 belohnt und ich musste mich mit einer 5 begnügen. Ich begriff damals die Welt nicht mehr. Mein Pultnachbar wurde später tatsächlich Kunstmaler, der Zeichenlehrer hatte damals in seinen Arbeiten etwas erfasst, das ich noch nicht erkennen konnte. Während sich mir der Zugang zu klassischer Musik als Sänger eines Kinderchores schon im Vorschulalter eröffnete, passierte das gleiche mit der bildenden Kunst erst im Laufe der Jahre nach der beruflichen Ausbildung.
Zitat
Ein berühmter Maler wurde einmal gefragt: "Wann haben Sie eigentlich mit Malen begonnen?" Seine Antwort: "Sie stellen die Frage falsch. Die Frage müsste heissen: Wann haben Sie mit Malen aufgehört? Bei mir war das im Alter von ungefähr sechs Jahren."
Im ersten Moment eine überraschende Aussage!
Die frühkindlichen Kritzeleien, Zeichnungen und Malarbeiten unserer beiden Töchter im Vorschulalter und die Bilder der 1. / 2. Klässler im Schulzimmer meiner Frau Susanne, bestärken mich immer wieder in meiner Sicht zur Malerei. Die kindliche Fantasie und die Unbeschwertheit, sich mit Stift und Farbe auszudrücken, wird ab der Unterstufe von zunehmender Kopflastigkeit beeinflusst. Ein Verlust, den man später nie mehr gleichwertig ersetzen kann.
Meine Bildergalerie
Die Bilder sind in den Jahren zwischen 1998 und 2003 entstanden. Diese persönliche Auseinandersetzung mit Pinsel und Farbe bei Alex Zürcher in Bern, hat mir entscheidend weiter geholfen, allen Kunstrichtungen offen, unvoreingenommenen und gleichwohl kritisch begegnen zu können!
Bis auf wenige Ausnahmen sind die hochgeladenen Bilder aus einem Zusammenspiel von Intellekt, Intuition, sinnlichem Experiment auf dem Papier einfach etwas entstehen zu lassen, entstanden. Ob später einmal neue Bilder dazukommen werden ist offen.